Insolvenz der Behindertenhilfe Dieburg

Übernahme als Lösung

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In den Werkstätten der Behindertenhilfe geht die Arbeit trotz Insolvenzverfahren ungehindert weiter.

Dieburg - Anfang Februar ist das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Behindertenhilfe Dieburg und Umgebung eröffnet worden. Wegen drohender Zahlungsunfähigkeit hatte der Verein im November einen entsprechenden Antrag gestellt. Von Lisa Hager 

Die Sanierung des Vereins soll in Eigenverwaltung vonstatten gehen, der Betrieb läuft mit allen Einrichtungen uneingeschränkt weiter, wie der bestellte Rechtsanwalt und Fachanwalt für Insolvenzrecht, Mirko Lehnert (Kanzlei Schiebe und Collegen in Darmstadt) mitteilt.

Der Verein hatte wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Ende November einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Darmstadt gestellt. Das Amtsgericht hatte daraufhin das Eigenverwaltungseröffnungsverfahren eröffnet und Lehnert zum vorläufigen Sachwalter bestellt.

Der Rechtsanwalt steht dem Verein auch jetzt in dieser Funktion zur Seite. Gemeinsam mit den beiden Vorstandsmitgliedern des Vereins, Thomas Wieler und Rechtsanwalt Olaf Seidel, arbeitet er intensiv an einer Sanierungslösung. Damit sollen alle Betreuungsangebote und Arbeitsplätze auch für die Zukunft gesichert werden.

Alle Angebote und Leistungen laufen weiter

Sämtliche Angebote und Leistungen in allen Einrichtungsbereichen von der Behindertenwerkstatt bis zur Kindertagestätte laufen ohne jegliche Einschränkung weiter. „Eine ausreichende Liquidität, um alle laufenden Verpflichtungen im Verfahren zu erfüllen, steht uns zur Verfügung“, so Vorstand Wieler. „Damit ist insbesondere auch die pünktliche Zahlung der Mitarbeitergehälter gesichert“, ergänzt sein Kollege Seidel.

Mit dem bislang wenig eingesetzten Eigenverwaltungsverfahren nutzt der Verein die Chance zur Sanierung aus eigener Kraft. Dies hat den Vorteil, dass Sanierungsexperte Lehnert auf die betriebsspezifische Expertise der Vorstände setzen kann und diese den Geschäftsbetrieb in vollem Umfang fortführen.

 „Trotz Insolvenz gelang es der Behindertenhilfe, ihr Angebot weiter auszubauen“, merkt Lehnert an. So wurde Ende November eine neue Tagesförderstätte mit 24 Plätzen zur Betreuung Schwerstbehinderter eröffnet.

Übernahme als Lösung

Viele namhafte Träger der Behindertenhilfe aus der Region stehen als potentielle Übernahmeinteressenten in Verhandlung mit dem Verein. „Oberste Priorität bei einer Übernahmeentscheidung ist es, das Angebot für die Menschen mit Behinderung dauerhaft zu sichern und weiter zu entwickeln“, so Lehnert. Aufgrund des positiven Verlaufs der Gespräche seien der Vorstand und er zuversichtlich, bald eine Sanierungslösung zu finden.

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