Fußball Kreisliga

Klare Mehrheit für Saisonabbruch

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Fußball wird in dieser Saison voraussichtlich nicht mehr gespielt. Die Vereine aus dem Fußballkreis Dieburg würden die Runde – stand jetzt – am liebsten abbrechen, ergab eine Meinungsumfrage. Bei einem Abbruch würde die zweite Mannschaft des SC Hassia um Maximilian Willisch (am Ball) in der B-Liga bleiben und auch in der nächsten Saison – wann auch immer die beginnen wird – im Derby auf die DJK Viktoria (links Moritz Haentschel) treffen. Enrico Rigatelli (rechts) würde nach seinem Wechsel im Winter mit dem TSV Altheim II als Meister in die Kreisliga C aufsteigen. 

Die Fußballvereine aus den Dieburger Kreisligen sprechen sich derzeit zum Großteil für den Abbruch der momentan unterbrochenen Saison aus. Die Entscheidung trifft am Ende aber der Hessische Fußballverband. Eine Annullierung der Runde ist derweil aus rechtlichen Gründen ganz vom Tisch.

Dieburg – Die Mehrheit der Vereine im Fußballkreis Dieburg ist für einen Abbruch der aktuell wegen der Corona-Krise unterbrochenen Saison – stand jetzt. Die Wertung soll demnach laut Umfrage, an der 42 der 43 Vereine im Kreisgebiet teilgenommen haben, ohne Absteiger erfolgen. Bei der ersten Videokonferenz überhaupt im Fußballkreis am Dienstagabend, an der knapp 50 Personen des Kreisfußballausschusses, des Hessischen Fußballverbandes (HFV) und Vertreter von Vereinen aus dem Kreisgebiet teilnahmen, entstand dieses aktuelle Meinungsbild. Damit ergab sich im Dieburger Fußballkreis eine ähnliche Tendenz wie zuvor in den benachbarten Kreisen Offenbach und Hanau.

HFV-Präsidiumsmitglied Frank Illing betonte derweil, dass es sich dabei wirklich nur um ein Meinungsbild handle. Da man nicht wisse, wie sich alles in der Corona-Krise entwickle, könne das in zwei Wochen nämlich wieder ganz anders aussehen.

Die aktuelle Tendenz gibt Kreisfußballwart Heinz Zulauf nun an den HFV weiter, der wiederum am kommenden Samstag alle in dieser Woche entstandenen Meinungsbilder der 32 Fußballkreise in Hessen zusammenträgt. Illing, Vorsitzender des Verbandsausschusses für Qualifizierung und Vereinsentwicklung, geht davon aus, dass dann eine klare Tendenz entsteht, die wohl auf einen Saisonabbruch hinausläuft. Dann sei nur noch zu klären, ob mit oder ohne Absteiger.

Die Entscheidung muss anschließend noch bei einem außerordentlichen Verbandstag beschlossen werden. Und da liegt auch ein Problem, warum die Vereine so lange auf Klarheit warten müssen. Generell ist dafür eine Ladefrist von acht Wochen notwendig. Diese auf 14 Tage zu verkürzen, hat der HFV beim Amtsgericht bereits beantragt. Doch auch bis dieser Antrag bearbeitet ist, gehen noch einmal zwei Wochen ins Land. Daher verschiebt sich die Entscheidung – statt wie zunächst angekündigt am 30. Mai – in die 24. Kalenderwoche vom 8. bis 14 Juni.

Zur Auswahl hatten die Vereine drei Varianten. Die zunächst ebenfalls für möglich gehaltene vierte Variante – Abbruch und Annullierung der Saison, also ohne Wertung – ist mittlerweile vom Tisch. Ein von Verbandsseite eingeholtes Gutachten habe ergeben, dass diese Variante rechtlich nicht möglich sei, erklärte Zulauf gleich zu Beginn der mit Abstimmung und anschließenden Fragen knapp eine Stunde dauernden Videokonferenz.

Variante 1

Saisonfortsetzung über den 30. Juni hinaus. Möglicher Spielbeginn wäre dann ab dem 20. September. Die Auf- und Absteiger würden dann regulär ermittelt.

Variante 2

Vorzeitiges Saisonende. Die Auf- und Absteiger würden unter Anwendung der Quotientenregelung (siehe Infokasten) ermittelt werden. Die Relegation würde entfallen und nur die Teams, die diese belegen, bleiben in ihrer Liga.

Variante 3

Vorzeitiges Saisonende, aber ohne Absteiger. Die Aufsteiger würden unter Anwendung der Quotientenregelung ermittelt werden. Die Relegation würde entfallen und nur die Teams, die diese belegen, bleiben in ihrer Liga.

Für Variante 1, also eine Saisonfortsetzung, haben laut Auszählung von Kreisfußballwart Zulauf nur zwei Vereine votiert. Spekulieren kann man dabei auf die Vereine, die bei einem Abbruch keine Chance mehr auf den Aufstieg haben, weil sie auf einem Relegationsplatz oder in direkter Reichweite stehen. 13 Vereine stimmten für Variante 2, 27 Vereine für Variante 3, also den Abbruch ohne Absteiger. Dann werden auch die Stimmen der Vereine in der Statistik dabei sein, die sich per E-Mail beim Kreisfußballausschuss gemeldet haben. Entscheidend verändern wird dies das Meinungsbild aber nicht.

Die Frage nach einer möglichen Saisonfortsetzung erst im nächsten Frühjahr, beantwortete HFV-Präsidiumsmitglied Illing mit einem klaren Nein. Der Grund: „Wir müssen einen Meister ermitteln. Wir müssen aber auch die nächste Runde spielen.“ Die Aussetzung der Saison 2020/21 ist also rechtlich ebenfalls kein Thema.

Nach der Abstimmung sprachen Illing und die Vereinsvertreter unter anderem noch über die seit vergangener Woche mögliche Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes. Doch davon macht derzeit noch kein Verein im Kreis gebrauch, kam in der Diskussion der Vereinsvertreter deutlich heraus. Grund ist, dass viele Vereine mit Blick auf die vielfältigen Vorgaben und mögliche Haftungsrisiken kein Risiko eingehen wollen.

" Wer bei einem Saisonabbruch in den Dieburger Kreisligen auf- und wer absteigen würde, lesen Sie im unten stehenden Artikel.

Von Lars Herd

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