Alte neue Kennzeichen

Das ist „DI“ Alternative

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Endlich DI: Darüber freut sich der Fastnachter Achim Weißbäcker. Anita Spieß, ebenfalls Närrin, hält den historischen Moment im Bild fest. Sie hat sich gestern natürlich auch gleich ihr DI-Schild geholt.

Dieburg - Die Schildermacherei zwischen Landratsamt und Amtsgericht hat sich ganz auf die Neuerung eingestellt und wirbt auf einem Plakat mit der Variante DI-CK 11.

Eine Reform macht es möglich, jetzt die Wiederauferstehung einiger in der hessischen Gebietsreform von 1977 untergegangener Orts- und Kreiskennzeichen zu feiern. Dazu gehört das DI für das Dieburger Land. Einige 100 Autohalter wollten gleich am gestrigen 2. Januar ihrem Lokalpatriotismus gestanzten Ausdruck verleihen. Gar von „über 600 Vorbestellungen“ berichtet Astrid Römer, die hinter einem der drei offenen Zulassungsschalter gut zu tun hat: „Es brummt ganz schön.“

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Schildermacherin Petra Heider hat allerdings nicht wirklich Stress an diesem Vormittag. „Wir haben schon zu tun“, sagt sie, „aber etliche haben vorbestellt und sich das neue Schild noch im vergangenen Jahr prägen lassen“, erklärt sie, während sie Peter Gambert aus Reinheim bedient. „Das ist das erste Schild mit DA heute“, stellt sie fest. Gambert sagt dazu: „Im Prinzip ist mir das egal, ich brauche Nummernschilder, und die hab ich mir geholt, jetzt steht halt DA drauf.“ Eher freut er sich über die zufällige Zahlenkombination 1234, die mit einem ebenfalls zu ihm gehörenden ausländischen Kennzeichen korrespondiert.

Lokalpatrioten freuen sich

Schon die nächste Kundin ist aber eine Lokalpatriotin: „Wenn man Dieburger ist, braucht man auch ein Dieburger Kennzeichen“, sagt Patricia Göcking. Vor vielen Jahren hat es ja schon ein Dieburger Kennzeichen gegeben, jetzt ist man froh, dass man es als waschechte Dieburgerin zurück kriegt.“ Sie erinnert sich an das Kennzeichen ihres ersten Autos: DI-DT 55, „ein Ford 15M, mit Lenkradschaltung“.

Drinnen in der Zulassungsstelle stehen zwar keine Schlangen, es knallen auch keine Sektkorken, aber an einem der Schalter wartet der überaus gut gelaunte Achim Weißbäcker, ein echter Dieburger Narr. Er hat den Aufkleber einer Fastnachtsaktion dabei, mit der die Dieburger Narren im vergangenen Jahr die Wiederkehr von DI beschworen haben: „Die Leute konnten einen Fragebogen ausfüllen, wir haben ein Foto von ihnen gemacht und dann per Email die Bestätigung für ihr Wunschkennzeichen geschickt - mit dem Hinweis, dass dieses Kennzeichen am 30. Februar auf der Zulassungsstelle abgeholt werden kann. Und jetzt wird das Wirklichkeit. Nach 36 Jahren darf ich hier stehen - ich bin ganz begeistert. Ich hatte bisher noch kein DI-Auto, weil ich so alt doch noch nicht bin. Aber ich habe es bei meinen Eltern gesehen.“

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„Ich hab’s schon vor drei Wochen reservieren lassen“, sagt Anita Spieß, „weil man als Dieburger einfach ein Dieburger Kennzeichen braucht.“ Mit Achim Weißbäcker ist sie durch die Fastnacht bekannt, und beide sind sich einig, wie ein entsprechendes Kennzeichen auszusehen hat: Vorne ein DI, in der Mitte Namensinitialien wie AW, hinten auf jeden Fall die närrische Elf.

Die 11 hatte sich auch Bernd Schneider gewünscht, Urgestein der Fastnacht, dem gestern morgen ein prominenter Helfer bei der Montage zur Hand ging: Landrat Klaus Peter Schellhaas war für den denkwürdigen Moment nach Dieburg gekommen.

Und er brachte auch gleich eine gute Nachricht mit: Die Kraftfahrzeugzulassungsstelle des Landkreises wird auf das TÜV-Gelände zwischen Dieburg und Münster ziehen - und das dauerhaft, nicht nur während der bis dahin startenden umfassenden Sanierung des Kreishauses. Vorteil: Dort, beim Tüv, gibt es ein großzügiges Parkplatzangebot: Vielleicht gerät der Umzug aber den Schildermachern zum Nachteil: Karin Schuchmann jedenfalls will gehört haben, dass dort der TÜV selbst mit Monopolstellung ins Geschäft einsteigen will. Großkunden und Autohäuser im Dieburger Umland sollen vom „Mobilen Bürgerservice“ (MOBS) vor Ort bedient werden.

sr

Quelle: op-online.de

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