„Fit für Zukunft!“

Dieburg: Unternehmen Stihl eröffnet neues Logistikgebäude

Das neue Fertigwarenlager bietet auf einer Gesamtgeschossfläche von 7 200 Quadratmetern rund 4 900 Stellplätze für Europaletten. Zehn Lkw können gleichzeitig andocken.
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Das neue Fertigwarenlager der Firma Stihl in Dieburg bietet auf einer Gesamtgeschossfläche von 7 200 Quadratmetern rund 4 900 Stellplätze für Europaletten. Zehn Lkw können gleichzeitig andocken.

Das Unternehmen Stihl weiht sein neues Logistikgebäude für 26 Millionen Euro in Dieburg ein. Auch Unternehmer-Größe und Ex-DIHK-Präsident Hans Peter Stihl ist dabei.

Dieburg – Bedeutender Tag für den Wirtschaftsstandort Dieburg und sein Industriegebiet-Nord: Am gestrigen Freitag hat die Vertriebszentrale des Garten-, Forst- und Baugeräte-Herstellers Stihl ihr neues Logistikgebäude an der Gewerbestraße eingeweiht. Im Beisein von Vertretern der Unternehmerfamilie Stihl, Bürgermeister Frank Haus und Landrat Klaus Peter Schellhaas bewerteten die lokalen Führungskräfte die Zukunft des Dieburger Standorts rosig.

Die Stihl-Anfänge in Dieburg liegen 1969 in einer Werksvertretung, die ihren Sitz zunächst noch in Gundelfingen bei Augsburg hatte. 1971 wurde der Firmensitz an die Gersprenz verlagert. In den vergangenen 50 Jahren reifte das Unternehmen im Mittelzentrum zu einem der größten Arbeitgeber und Steuerzahler. Inzwischen arbeiten rund 320 Menschen für die Stihl-Vertriebszentrale Dieburg, die die zweitwichtigste unter den weltweit 41 Vertriebsgesellschaften ist. Im Corona-Jahr 2020 erwirtschaftete die Dieburger Vertriebszentrale einen Umsatz von 436 Millionen Euro – ein Rekordwert und erstmals der Durchbruch der 400-Millionen-Schallmauer. Lediglich die Vertriebszentrale in den (einen deutlich größeren Markt beliefernden) USA verzeichnet einen noch stärkeren Absatz.

Dieburg: Neues Gebäude von Unternehmen Stihl als „Weiche für Erfolg“

Doch mithilfe des neuen Logistikgebäudes könnte auch Dieburg nun noch höhere Sphären erreichen. Nikolas Stihl, Enkel von Firmengründer Hans Peter Stihl und Vorsitzender des Aufsichtsrats, sprach einerseits davon, die Dieburger Zentrale habe bereits „Maßstäbe für unseren internationalen Absatz gesetzt“. Zugleich habe man mit dem neuen Lager für Fertigware, das binnen 15 Monaten Bauzeit und innerhalb des kalkulierten Budgets von 26 Millionen Euro entstanden ist, „die Weichen für unseren weiteren Erfolg und weiteres Wachstum gestellt“.

Nikolas Stihl (l.), Enkel des Firmengründers, und Heribert Benteler schnitten zur Einweihung des 26 Millionen Euro teuren Logistikgebäudes in Dieburg das Band durch. In der Mitte Ex-DIHK-Präsident Hans Peter Stihl, ältester Sohn des Firmengründers.

Mehr Platz, positive Struktureffekte im nun entlasteten Bestandsgebäude und höhere Effizienz könnten dazu beitragen, in Dieburg schon 2022 die Umsatzmarke von 500 Millionen Euro zu erreichen. Zum Vergleich: Die gesamte Stihl Holding AG & Co. KG erzielte im vergangenen Jahr mit weltweit 18 200 Mitarbeitern einen Umsatz von 4,58 Milliarden Euro. Die (rechtlich eigenständige) Vertriebszentrale Dieburg trug zum Gesamtumsatz des im schwäbischen Waiblingen beheimateten Konzerns also fast jeden zehnten Euro bei.

Unternehmen Stihl in Dieburg: „In Deutschland wachsen“

Heribert Benteler, Geschäftsführer der Dieburger Vertriebszentrale, versprach ebenfalls: „Mit diesem Gebäude können wir in Deutschland wachsen.“ Gerhard Rheiner, Bereichsleiter Materialwirtschaft, Personal und Servicedienstleistungen, skizzierte seinerseits die Bedeutung der neuen, intern schlicht „Gebäude 510“ genannten Investition, der im Dieburger I-Nord weitere Schritte der (auch unter energetischen Aspekten ausgerichteten) Standort-Entwicklung folgen sollen: „Dieburg macht sich fit für die Zukunft!“

Das neue Stihl-Logistikgebäude in Dieburg vom Mitarbeiterparkplatz aus gesehen. Zehn Lkw können gleichzeitig andocken.

Sichtbar wird das bald auch entlang der Frankfurter Straße: Der Abbruchantrag für das ehemalige, seit ein paar Wochen verlassene Renault-Autohaus Beck (ist jetzt im Interimsdomizil an der Groß-Umstädter Straße daheim, bis es auf dem Gelände der FSV Münster neu baut) ist in Vorbereitung. An dieser Stelle soll ein neues Betriebsgebäude mit Büro-Arbeitsplätzen entstehen. „Unser Erfolg spiegelt sich auch in der Standort-Entwicklung wider“, sagte Rheiner. Vor allem seit 2006, als der strategisch noch immer von der Familie Stihl gesteuerte Konzern die Mittel für den Ankauf benachbarter Flächen und Gebäude im I-Nord freigab. Nach Dieburg gereist war am Freitag auch Hans Peter Stihl (89), ältester Sohn des Firmengründers und früherer Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags.

Neues Gebäude der Firma Stihl in Dieburg: Effizientere Logistikprozesse

Bei einem Rundgang durch das neue Gebäude, in dem der Betrieb seit Mai sukzessive anläuft und das bereits die Auflösung des wegen Platznot einst bezogenen Außenlagers in Mannheim zur Folge hatte, erläuterte Michael Rosanelli zentrale Daten und Funktionen der 20 Meter hohen Immobilie. Als „Teamleiter Fertigwaren und Vereinnahmung“ ist Rosanelli die Führungskraft im „Gebäude 510“. Es ermöglicht effizientere Logistikprozesse und hohe Lieferfähigkeit. Aus Dieburg werden vor allem Fachhändler beliefert, auch wenn Stihl seit 2020 online in kleinerem Maße auch in das direkte Geschäft mit dem Endkunden eingestiegen ist.

Das neue Fertigwarenlager bietet auf einer Gesamtgeschossfläche von 7 200 Quadratmetern rund 4 900 Stellplätze für Europaletten. Zehn Lkw können gleichzeitig andocken. Zehn Beschäftigte arbeiten in dem automatisierten Lager. Neue Technologien wie Fingerscanner gewährleisten schnelle Abläufe und Lieferfähigkeit. In einer Normalschicht kann Stihl dort täglich bis zu 5 000 Gerätekartons kommissionieren und versenden. (Jens Dörr)

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