Kita vergrößert sich

1,3 Millionen für bis zu 50 neue Plätze in der „Muggelburg“

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Die „Fächerform“ der von Gerhard Malfet entworfenen „Muggelburg“ ist von oben besonders gut zu erkennen. Der Baum soll laut Leiterin Ina Karl stehenbleiben können. In der Kita sollen durch einen Anbau an der noch unbebauten Stelle links hinten neue Plätze geschaffen werden.

Dieburg - Die Kita „Muggelburg“ an der Aubergenviller Straße vergrößert sich. Laut der Leiterin gestaltet sich die Suche nach Personal schwierg. Von Jens Dörr

Die von den Johannitern betriebene Kindertagesstätte (Kita) „Muggelburg“ wird in absehbarer Zeit deutlich wachsen: Im November ebneten die Stadtverordneten mit ihrem einstimmigen Beschluss den Weg für Investitionen in Höhe von 1,3 Millionen Euro (brutto). Ein Anbau der Betreuungseinrichtung an der Aubergenviller Allee soll 30 bis 50 neue Plätze schaffen. „Muggelburg“-Leiterin Ina Karl treibt besonders die Suche nach neuem Personal um.

Die Lage in der Kinderbetreuung ist in Dieburg (wie berichtet) angespannt: 2018 bildete sich eine lange Warteliste, Eltern suchten oft der Verzweiflung nahe Ü- wie U3-Plätze für ihre Nachkommen. Die Stadt will dem Problem mit der Schaffung von neuen Einrichtungen (darunter womöglich sogar ein Waldkindergarten) Herr werden. Die hohe Nachfrage nach Betreuungsplätzen sollen teils aber auch Erweiterungen bestehender Kitas befriedigen.

So in der „Muggelburg“: Leiterin Ina Karl zufolge kam die Stadt im vergangenen Jahr auf die Kita zu. „Sie hat gefragt, ob wir uns eine Erweiterung vorstellen könnten. Damit ist sie bei den Johannitern auf offene Ohren und Zustimmung gestoßen. Wir können uns ja gut in die Lage der Eltern versetzen. Derzeit haben wir für das nächste Kindergarten-Jahr zum Beispiel 80 Anfragen vorliegen, doch im Sommer 2019 werden nur etwa 15 Plätze frei.“

Auch die Verwaltung handelte rasch: Vom Dieburger Architekten Gerhard Malfet, der die „Muggelburg“ geplant hat und an der außergewöhnlichen, einem Fächer ähnelnden architektonischen Gestaltung ein Urheberrecht besitzt, ließ sie sich aufzeigen, wie man das Angebot vergrößern könnte.

Malfet legte jenen Entwurf vor, dem schließlich auch das positive Votum der Parlamentarier folgen sollte: Der „Fächer“ soll durch zwei neue Gruppenräume samt zugehöriger Nebenräume erweitert werden. „Auch unser Schlafraum wird etwas größer“, blickt Leiterin Karl voraus. Für Planung und Bau sind eine Million Euro veranschlagt, für die Ausstattung der Gruppen sollen weitere 300 000 Euro ausgegeben werden. Bis zu 320 000 Euro kann sich die Stadt über Fördergeld wieder reinholen. Der Löwenanteil der verbleibenden Million soll über ein Darlehen des Landes Hessen finanziert werden, das Wiesbaden bereits zugesagt hat.

Noch ist unklar, wann die Bauarbeiten beginnen werden. Auf jeden Fall wächst die „Muggelburg“ durch den Beschluss in Bälde deutlich: In räumlicher Hinsicht kommen 280 Quadratmeter Nutzfläche hinzu. Wie viele Kinder die Kita zusätzlich aufnehmen kann, hängt laut Ina Karl davon ab, welche Art von Gruppe hinzukommt. In der „Muggelburg“ gibt es derzeit eine Regelgruppe (ausschließlich mit Ü3-Plätzen) und drei altersübergreifende Gruppen (Ü- und U3-Plätze gemischt). Derzeit kümmern sich zwölf Erzieher, darunter auch männliche, um 70 Kinder.

So können Eltern das kindliche Selbstbewusstsein stärken

Kommen nach der Fertigstellung des Anbaus zwei Regelgruppen hinzu, könnten dort zweimal 25 Kinder, also 50, zusätzlich aufgenommen werden. Eine altersübergreifende Gruppe darf maximal 15 Kinder haben, bei zwei solchen neuen Gruppen kämen also bis zu 30 Plätze hinzu. Der Bedarf der Eltern soll entscheiden, was man einrichten wird. „Unser Wunsch ist aber auf jeden Fall, dass es eine dieser beiden Betreuungsformen wird“, betont Karl. Soll heißen: Eine dritte Betreuungsform unter dem „Muggelburg“-Dach – etwa eine Krippe – soll möglichst nicht hinzukommen.

Während Planung und Finanzierung des Anbaus geklärt sind, nennt die Kita-Leiterin vor allem die Suche nach neuem Personal als Herausforderung. Vier weitere Erzieher müssten es ob der Vergrößerung bald sein, doch der Markt sei leergefegt. „Wir können bauen und bauen – wir müssen aber auch das Personal finden“, sagt Karl. Die Möglichkeiten einer Kita wie der „Muggelburg“, gute Fachkräfte etwa über Sonderkonditionen anzuwerben, seien begrenzt. Mit Blick auf die Ausbildung von Erziehern, aber auch die Wertschätzung dieses Berufs, wünscht sie sich daher deutlich mehr politische und gesellschaftliche Weitsicht.

Quelle: op-online.de

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