Ohne die Frauen geht wenig im Leben

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Sängerinnen von „chorfavor“ beeindrucken die Zuhörer mit ihrer außergewöhnlichen Geburtstagsparty voller Schwung in der Reithalle. Ungewöhnliches Konzert an ungewöhnlichem Ort: Seinen 25. Geburtstag feierte „chorvafor“, der Frauenchor des KMGV mit einem Pop-Konzert in der Reithalle.

Dieburg - Ohne die Frauen geht wenig im Leben. Diese Erkenntnis kam einst auch dem Kellerschen Männergesangverein Dieburg und so gründete er – trotz oder gerade wegen seines traditionsverbundenen Namens – einen Frauenchor. Von Michael Just 

Das ist nun 25 Jahre her, was die 42 Sängerinnen, besser als „chorfavor“ bekannt, am Samstag- und Sonntagabend mit zwei außergewöhnlichen Auftritten feierten. Dafür wurde die kleine Reithalle auf der Großen Wiese in einen gemütlichen Konzertsaal umgewandelt und aufwendig bestuhlt. Wer eintrat wunderte sich, wie sich mit Fantasie und Licht ein großer „Aha-Effekt“ erzielen lässt.

Der Samstag begann mit einem Sektempfang auf dem Vorplatz und der Begrüßung durch Chorspartenleiterin Edith Zulauf sowie KMGV-Vorsitzenden Franz Pollak. Dazu huldigte der Männerchor dem Geburtstagskind mit zwei Ständchen, darunter dem Stück „Aufs Wohl der Frauen“.

In der Halle startete das angekündigte Pop-Konzert mit Rasanz: Fünf Mitglieder von Chorfavor legten mit einer Trommeleinlage auf großen Ölfässern los. Danach erhoben die Sängerinnen, ganz in schwarz gekleidet, ihre Stimmen und präsentierten mit Leiter Dirk Schneider eine Reihe sorgfältig ausgewählter Stücke, darunter „Hallelujah“ von Leonard Cohen, „Roar“ von Katy Perry oder „Thank you for the Music“ von Abba.

Die meisten wurden als acapella-Version und in Anglisch dargeboten. Sein weitreichendes Leistungsvermögen unterstrich der Chor nachhaltig bei der schwierigen Interpretation von „Engel“, was im Original die Deutschrocker von Rammstein schufen.

Ein findiges Konzept

Schon nach dem zweiten Stück trat die Band „Visible Change“ als Intermezzo auf die Bühne, die nicht die einzigen Gäste des Abends bleiben sollten: Es folgten zudem Trompeter Hagen Pätzold sowie die Trommlergruppe Ayoka, in der mit Abou Dieburgs bekanntester Paketzusteller musiziert. Sie alle hatten Solo-Auftritte, so dass auf der Bühne ständig Neues geboten wurde und über 90 Minuten Längen Fehlanzeige blieben. Dafür sorgte das findige Konzept, bei dem sich der Frauenchor, trotz seines Geburtstages, nicht in den Vordergrund rückte, sondern die Bühne fortlaufend mit seinen Gästen teilte beziehungsweise für diese freimachte.

An das Hauptprogramm schloss sich eine After-Show-Party an. Hier wartete ein lecker duftendes Pizza-Buffet sowie weitere musikalische wie gesangliche Einlagen des Männerchors sowie der Gäste.

Sein angekündigtes Versprechen, dass dieser Abend „für Aug und Ohr“ Wundervolles bieten werde, löste „chorfavor“ voll und ganz ein. Der Reiterhof als außergewöhnliche Location tat den Rest, um diese Geburtstagsfeier für alle Beteiligten - sei es Sänger oder Besucher - unvergesslich zu machen.

So hinterließen die KMG-Frauen mit ihrem Pop-Konzert mächtig Eindruck - auch bei den Männersängern im eigenen Verein. Wie ein Mitglied aus dieser Sparte sagte, sei es schon erstaunlich, auf welche Ideen die Sängerinnen kämen und wie unkompliziert sich „chorfavor“ auf Neues einlasse. „Ich wünschte, wir hätten in dieser Beziehung mehr von den Frauen und vielleicht den einen oder anderen Bedenkenträger weniger“, lautete sein mit einem Schmunzeln verbundenes Lob.

Quelle: op-online.de

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