Sanierung der Groß-Umstädter Straße

Schlagloch zu, Loch in Kasse auf

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Fußgänger kommen noch problemlos durch die Baustelle in der Groß-Umstädter Straße. Doch die Sperrung für die Autos macht vor allem den Tankstellen zu schaffen.

Dieburg - Das Rattern der Maschinen verrät: Mit Hochdruck wird in der Groß-Umstädter Straße geschafft. Die Arbeiten an dem 1,6 Millionen Euro teuren Sanierungs- und Umbauprojekt (das Land Hessen beteiligt sich mit 681 000 Euro) gehen voran. Von Bettina Link und Lisa Hager

Was für die Stadt ein Segen ist, weil die Straße schon lange dringend sanierungsbedürftig war, ist für die anliegenden Geschäfte eher ein Fluch. Denn sie haben durch die seit September laufenden Bauarbeiten mit Einbußen zu kämpfen. Durchgangsverkehr bleibt aus und Kunden finden wegen der Umleitung den Weg nicht mehr so leicht zu ihrem Ziel.

Die Geschäftsleute haben Verständnis für die notwendigen Arbeiten. Dass die Straße erneuert werden musste, darüber sind sich alle einig. Aber die Kehrseite der Ausbesserung bekommt nicht nur Karl-Heinz Köhler von der Aral-Tankstelle deutlich zu spüren: „Wir haben Umsatzrückgänge von bis zu 30 Prozent zu verkraften“, sagt Köhler. Wegen der Sperrung fehle es an seiner Tankstelle nun an Durchgangsverkehr: „Wir fühlen uns hier abgeschnitten.“

Bei seinem Nachbarn Ralf Brandau, Pächter der Walther bft-Tankstelle, sieht es bei der Ertragslage noch düsterer: Bis zu 70 Prozent Einbußen hat er seit Baubeginn zu verschmerzen. Mit Schildern an der Kreuzung, die darauf hinweisen, dass der Weg zu seiner Tankstelle frei ist, versucht er, zu retten, was zu retten ist.

Doch ohne die Unterstüzung vom Bundesverband der freien Tankstellen (bft) wäre die Situation noch übler. „Wir wissen nicht, wie wir das nächste Jahr überstehen sollen“, sagt Brandau sichtlich besorgt. Kein Verständnis hat er dafür, dass man für den ersten Abschnitt vier Monate gebraucht habe. „Wenn die folgenden Abschnitte genauso viel Zeit in Anspruch nehmen, sieht es ganz schlecht aus“, meint der Tankstellen-Chef. Die Arbeiten könnten in seinen Augen schneller voran gehen: „Es sind einfach viel zu wenige beschäftigt, würden hier mehr arbeiten, ginge alles doch viel schneller“.

Extra aufgestellte Schilder an der Kreuzung bei der evangelischen Kirche weisen die Autofahrer darauf hin, dass die Zufahrt zu den Tankstellen frei ist - was viele nicht wissen.

Auch die Kunden von Auto-Schütz finden den Weg nicht mehr so schnell zum Kfz-Fachhändler. Doch Mitarbeiterin Silvia Daab versucht ihre Kunden schon am Telefon zu informieren: „Ich erkläre ihnen vorab die Umleitung.“ Auch auf der Inernetseite informiert das Unternehmen über den aktuellen Stand der Arbeiten. Doch, dass wegen der Bauarbeiten weniger Laufkundschaft kommt, macht sich auch bei Auto-Schütz bemerkbar.
Michael Dingeldey vom Bauamt hat Verständnis für die Klagen der Unternehmer, aber er macht auch deutlich, dass nicht noch mehr an der Baustelle arbeiten können: „Wir haben schon eine optimale Besetzung. Würden noch mehr dort arbeiten, stünden sie sich nur im Weg.“ Noch mehr beschäftigen, hieße: „Wir müssten die gesamte Groß-Umstädter Straße sperren, aber wir wollen ja die Zufahrten zu den Geschäften gewährleisten.“ Er betont auch, dass die betroffenen Firmen regelmäßig per E-Mail über den Bauablauf informiert würden.

Wie lange müssen die Firmen also noch mit der Durststrecke leben? Dingeldey, der selbst regelmäßig zum Tanken in die Groß-Umstädter Straße fährt, teilt mit, dass der vierte und letzte Bauabschnitt bis Februar 2014 abgeschlossen sein soll. „Anfang nächster Woche wird die Ringstraße wieder angeschlossen von beiden Seiten“, sagt Dingeldey. Danach geht es an den zweiten Bauabschnitt (Odenwaldstraße). Auch hier wird immer eine Zufahrt offen bleiben.

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