Schnäppchenjagd im Schlossgarten

Ausgeschlafen zum Flohmarkt

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Die Schnäppchenjäger tummelten sich am Samstag zwischen 180 Ständen. Die Junge Union hatte als Veranstalter großes Glück mit dem Wetter.

Dieburg - Schnäppchenjagd im Schlossgarten kommt erst spät vormittags in Schwung. 180 Stände und Kritik am neuen Wegekonzept.  Von Jens Dörr

Der frühe Vogel fängt den Wurm? Nicht auf Dieburgs größten Flohmärkten, die die Junge Union (JU) jedes Jahr am letzten Mai- und letzten August-Samstag veranstaltet. Während die Schnäppchenjäger andernorts schon vor dem offiziellen Beginn mit den Hufen scharren, mag es das Publikum im Schlossgarten ausgeschlafen. Die besten Geschäfte machten die Händler erst am späten Vormittag. Das war - neben einem noch auszufeilenden neuen Wegekonzept der JU - eine der Erkenntnisse vom bunten Treiben am Samstag.

Für Standbetreiberin Diana Edenhofer aus Schaafheim war es im Schlossgarten die Flohmarkt-Premiere. „Unser Stamm-Flohmarkt ist der des Zwillingsclubs in Rodgau“, sagte sie gegen die Mittagszeit. Ihre beiden 18-jährigen Söhne seien wie die 16-jährige Tochter mittlerweile aus allerlei Klamotten herausgewachsen. Der Verkauf laufe mittelprächtig. Um 5 Uhr morgens habe sie, die mit ihrer Familie jahrelang auch in Dieburg wohnte, ihren Stand in relativ zentraler Lage des Festplatzes aufgebaut.

Unterhaltsame Gesellschaft

Dort befand sich Edenhofer in unterhaltsamer Gesellschaft. Nebenan hatte in DJ Robby, der allergisch auf seinen bürgerlichen Namen reagiert, ein bekanntes Dieburger Gesicht seinen überdachten Stand aufgeschlagen. Das Nationalelf-Shirt von der Europameisterschaft 2004 war hier schon für 3,50 Euro zu haben. Auf einem anderen Trikot fehlten die vier Sterne, die auf dem offiziellen Shirt die Anzahl der WM-Titel der Bundesrepublik symbolisieren. „Auf Wunsch mach ich den fünften gleich mit drauf“, präsentierte sich der Mann vom Plattenteller schon erfolgsgewiss mit Blick auf Russland 2018.

Während sich sein Mitstreiter darüber ärgerte, dass einige Kunden beim Sakko-Kauf für fünf Euro noch eine Plastiktüte dazu haben wollten, blickte DJ Robby auf den Vormittag zurück: „Um sechs Uhr ging es los, am frühen Morgen war der Zuspruch aber eher enttäuschend.“ Am meisten sei „in den letzten zwei Stunden“ los gewesen, meinte er gegen 11.30 Uhr. Diese Erfahrung mochte auch Nachbarin Edenhofer bestätigen: „Zu früher Stunde waren zwar einige mit Taschenlampen unterwegs, die meisten Leute kamen aber doch erst später.“

Zum zweiten Mal stand das Treiben im Schlossgarten unter der Leitung der JU-Vorsitzenden Friederike Wick, der 15 Helfer aus den eigenen Reihen und einzelne Mitstreiter der JU Babenhausen und JU Pfungstadt zur Seite standen. Teils Kritik habe es am neuen Wegekonzept, das man erprobt habe, gegeben: „Wir haben die Stände diesmal in Karos angeordnet“, so Wick. Einige Käufer und Verkäufer hätten aber die bisherige Ordnung mit den Hauptwegen vermisst. Daran werde man vor den nächsten Märkten arbeiten, versprach sie. Insgesamt habe man diesmal 180 Stände verzeichnet, wie stets im August etwas weniger als im Mai.

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