Begleithunde-Prüfungen

Sechsbeinige Paare bestehen ihren Test

+
Gespräch nach dem Test: Der extern bestellte Richter (l.) erläuterte den Teilnehmern der Begleithunde-Prüfung, wie er ihre Darbietung gesehen hat.

Dieburg - Sachkunde-Test, Sitzübungen und ein Spaziergang, die Begleithunde-Prüfung des Agility Teams Flying Dogs verlangte den Teilnehmern einiges ab.

Norbert Baum spricht mit gedämpfter Stimme. An einem Samstagvormittag steht er mit dem Autor dieser Zeilen auf dem Weg neben dem Vereinsgelände des Agility Team Flying Dogs zwischen Bahnlinie und Darmstädter Straße und redet über das, was auf dem Areal des 70 Mitglieder und wesentlich mehr Hunde zählenden Vereins vor sich geht.

Hektische Bewegungen und allzu lautes Artikulieren sollen dabei möglichst unterbleiben. Denn nebenan geht es für Hund und vor allem Frauchen um einiges: Susanne Hürten bewältigt mit ihrem Briard gerade einen Teil des Praxistests der Begleithunde-Prüfung. Diese lässt das Dieburger Agility Team einmal jährlich von einem extern angeforderten Richter abnehmen. Auf ein Dutzend Teilnehmer ist die Prüfung bei den „fliegenden Hunden“ aus dem Nordwesten der Stadt begrenzt.

Die Anspannung der Teilnehmer ist daher verständlich - und sollte bei allen schließlich in gelöste Stimmung übergehen: Alle Paare bestanden die Prüfungen, teilte der Verein später mit. Offenbar gut vorbereitet waren nicht nur Hürten und ihr treuer vierbeiniger Begleiter – früher wurden Briards unter anderem zum Bewachen von Schafherden eingesetzt – sondern auch alle weiteren Teams.

Für Familienhunde meist kein Problem

Part eins der Herausforderung mussten Herrchen wie Frauchen ohne Hund meistern. In einer schriftlichen Prüfung, dem „Sachkunde-Nachweis“, beantworteten sie vielfältige Fragen. Unberechenbarer sei stets allerdings der praktische Teil, erläutert Baum am Wegesrand derweil leise. Der Hund müsse unter anderem seine „Unbefangenheit“ demonstrieren, „die Nähe des Menschen abkönnen“. Der Richter testet das, indem er etwa mit einem Chip-Lesegerät an das Tier herangeht. „Im späteren Teil der Prüfung kommt es auch immer mal wieder zu überraschenden Elementen“, so Baum. „Ein Richter hat zum Beispiel mal ein ferngesteuertes Auto mitgemacht und um den Hund herumfahren lassen.“

Bei der Begleithunde-Prüfung, der vor allem das Trainieren des Grundgehorsams vorausgeht und die als Einstieg auch in noch anspruchsvollere Prüfungen und in den Hundesport gilt, mussten die Paare im praktischen Teil zunächst bestimmte Schemata ablaufen, dabei verschiedene Tempi wählen und beispielsweise Sitzübungen durchführen.

Später stand noch ein Spaziergang im städtischen Umfeld selbst an, bei dem der Richter auf das Verhalten des Hunds - meist waren es Mischlinge, aber auch ein Bordercollie oder eben der Briard - in der Öffentlichkeit achtete. Das klappe bei Familienhunden in der Regel problemlos, so Baum weiter. Lediglich bei Vierbeinern, die meist im Zwinger eingesperrt sind, könne es hierbei kritischer werden.

jd

Mehr zum Thema

Kommentare