Kinderbetreuung: Bedarfsplanung bis 2030 vorgestellt“

Dieburg setzt auf Tageseltern

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Bald soll hier ein größerer Neubau entstehen: Die Kindertagesstätte „Kindernest“ ist Eigentum der Nieder-Ramstädter Diakonie. Diese plant aufgrund des Zustandes und des Alters des Siebzigerjahre-Baus einen Neubau – damit sollen auch mehr Kinder in der integrativen Tagesstätte unterkommen.

Dieburg - Das Thema Kinderbetreuung beschäftigt die Dieburger Stadtverordneten weiter. Von Konstanze Löw 

In der jüngsten Sitzung wurde dabei über drei unterschiedliche Vorlagen beraten, abgestimmt sowie teils in die jeweiligen Ausschüsse verwiesen – auf der politischen Agenda bleibt das Thema also auch weiterhin.
„Es gibt einen großen Engpass bei der U-3-Betreuung, und auch bei der Ü-3-Betreuung ist die Lage prekär“, eröffnete Stadtverordnetenvorsteher Dr. Harald Schöning seine Rede vor den Stadtverordneten. Er fügte an, dass es unerlässlich sei, Alternativen zu Kita-Erweiterungen zu prüfen, um kurzfristig den Bedarf zu decken.

Damit meint er den Einbezug von Tageseltern – sie seien die Lösung, um vor allem mehr Betreuungsmöglichkeiten für U-3-Kinder zu erhalten. Nachdem Christian Stöveken (Grüne) und SPD-Fraktionschef Ferdinand Böhm Schönings Ausführungen zustimmten, beschloss die Stadtverordnetenversammlung einstimmig, 50.000 Euro bereitzustellen, um Dieburger Tageseltern zu unterstützen und die Tätigkeit attraktiver zu machen. Außerdem beauftragte das Stadtparlament die Kreisverwaltung damit, Maßnahmen zu entwickeln, um den Einsatz als Tageseltern zu bewerben.

Auf der politischen Agenda wird auch die Bedarfsplanung zur Kinderbetreuung für den Zeitraum 2017 bis 2030 bleiben. Ein Blick auf die vorgelegten Zahlen erklärt, weshalb die Stadtverordnetenversammlung so dringend auf Tageseltern setzt: Derzeit stehen in Dieburg 646 genehmigte Plätze zur Verfügung, davon sind 136 für die U-3-Betreuung und 510 für die über Dreijährigen. Diesem Angebot stehen 887 Kinder mit einem Anspruch auf Betreuung gegenüber – 325 davon sind unter 3 Jahre alt, 562 aus der Altersgruppe Ü3. Daraus ergibt sich für das Jahr 2017 für die Ü-3-Plätze ein Abdeckungsgrad von 90,75 Prozent und bei den U-3-Plätzen von 41,85 Prozent. Auch wenn bei diesen Zahlen bei vielen Eltern die Alarmglocken schrillen, gibt es Grund zur Entwarnung. Maßnahmen zur Verbesserung der Situation sind bereits auf den Weg gebracht: So wird die Kita St. Josef um eine Gruppe erweitert – das Projekt ist bereits im Haushalt 2017 enthalten. Die Kita Muggelburg wird sich in den Jahren 2019 bis 2020 um zwei Gruppen vergrößern, das Projekt wird im Entwurf des Haushaltsplanes für 2018 enthalten sein. Ab 2020 wird ein zusätzlicher Neubau mit dem Arbeitstitel „Kita Dieburg- Süd“ aufgelistet. Der Neubau soll vier Gruppen beherbergen und zwei weitere, als Ersatz für eine Container-Übergangslösung für insgesamt 50 Ü-3-Kinder. Alle Maßnahmen sollen langfristig zu dem großen Ziel beitragen, dass bei den Ü-3-Plätzen eine 100-prozentige Abdeckung erreicht wird. Bei den U-3-Plätzen wird eine 80-prozentige Abdeckung angepeilt.

Auch wurde in der Versammlung entschieden, dass das Thema Kita „Kindernest“ den Haupt- und Finanzausschuss sowie den wieder zu belebenden „Arbeitskreis Kindergarten“ weiter beschäftigen soll. Die Kindertagesstätte, die in den 1970er Jahren Auf der Leer gebaut wurde, befindet sich seit 2014 im Eigentum der Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie (NRD), Grundstückseigentümer ist der Landkreis. Aufgrund des Zustandes und des Alters der Einrichtung plant die NRD einen Neubau. Dieser könnte laut aktuellen Zahlen den Betreuungsengpass weiter mildern: Bisher werden in der integrativen Tagesstätte insgesamt 51 Kinder im Alter von 3 bis 12 Jahren in vier Gruppen betreut. Die Planungen sehen vor, künftig 87 Kinder im Alter von zwölf Monaten bis zum Schuleintritt in sechs Gruppen unterzubringen. Die Stadt Dieburg würde sich bei dem Neubau mit einem Zuschuss von 3,6 Millionen Euro beteiligen – obwohl die Kindertagespflege finanziell über eine Satzung des Landkreises unterstützt wird.

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