Immer noch keine Sanierung des städtischen Feldes

Sportplatz in der Warteschleife

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Bonjour Tristesse: In einem ziemlich verwahrlosten Zustand – die Weitsprunganlage und das „Boulodrom“ ausgenommen – präsentiert sich derzeit der städtische Sportplatz am Schlossgarten. Seine Sanierung musste erneut verschoben werden, nun auf 2018.

Dieburg - Die Sanierung des städtischen Sportplatzes zwischen Schwimmbad und Schlossgarten lässt weiter auf sich warten. Mindestens ein halbes Jahr noch müssen Schulen und Vereine mit dem traurigen Zustand leben. Von Jens Dörr 

Im Februar dieses Jahres hatte Dieburgs Stadtparlament beschlossen, den städtischen Sportplatz zwischen Freibad und Schlossgarten zu sanieren. Dies sollte ursprünglich bereits in den Sommerferien 2017 beginnen. Dann ließ die Förderzusage des Landes Hessen, das einen Teil zu den Gesamtkosten in Höhe von rund 300.000 Euro zuschießt, auf sich warten. Ex-Bürgermeister Werner Thomas (CDU) ging dennoch von einer Durchführung der Arbeiten in diesem Jahr, konkret im Herbst, aus. Der neigt sich nun dem Ende zu – und noch immer ist der Sportplatz im alten, ziemlich verwahrlosten Zustand. In der Sache ist zwar Bewegung, die Sanierung verzögert sich aber ein weiteres Mal, nun auf 2018.

„Das beginnt 2017 nicht mehr“, bestätigt der neue Bürgermeister Frank Haus (parteilos), der zugleich aber auch gute Nachrichten hat: „Der Förderbescheid ist eingetroffen, momentan läuft die Ausschreibung.“ 2018 sollen die Arbeiten beginnen, in möglichst enger Abstimmung mit den Schulen und Vereinen (vor allem Turnverein und SV DJK Viktoria), die den Sportplatz nutzen. Denen wäre gewiss eine Durchführung in den Sommerferien am liebsten, weil dann der Schulsport pausiert und der Vereinssport auf Sparflamme läuft. Hieße aber auch: Im ersten Halbjahr 2018 würde sich nichts an den schlechten Bedingungen ändern. „Es wäre toll, wenn wir zur neuen Saison fertig wären“, sagt Haus und meint damit die neue Fußball-Saison 2018/19. Die startet im August, wenn ein Großteil der Leichtathletik-Saison jedoch schon gelaufen ist.

Was am Horizont wartet, ist allerdings positiv für die Dieburger Sportlandschaft. Hauptmaßnahme ist die Erneuerung der Laufbahn. Aus der jetzigen, kaum benutzbaren und trotz einzelner Maßnahmen des pflegenden Betriebshofs heruntergekommenen Tennenbahn soll eine Tartanbahn werden. Wettbewerbe können dort dann zwar nicht stattfinden. „Die Radien sind zu eng“, sagt Bürgermeister Haus und meint damit den zu geringen Abstand der gegenüberliegenden Geraden der etwas zu länglichen Ellipse. Die Bahn werde aber immerhin genau 400 Meter messen.

Im Zuge der Bahnsanierung wird das Naturrasen-Fußballfeld im Zentrum Haus zufolge „etwas verkleinert“, soll allerdings die Mindestmaße für Großfelder einhalten. Damit könnten beispielsweise die beiden Aktiventeams der DJK, die vorzugsweise auf ihrem eigenen Sportgelände nebenan spielen und auf dem städtischen Sportplatz trainieren, im Notfall weiterhin auch Punktspiele unter Flutlicht austragen.

Den Leichtathleten winkt neben der 400-Meter-Bahn unter anderem eine 110 Meter lange Bahn für Sprints auf der Nordseite des Rasenplatzes. „Die wird relativ nah an den Zaun zum Schwimmbad heranreichen“, blickt Haus voraus. Der Zaun müsse allerdings nicht versetzt werden, womit das Freibad keine Liegefläche verlöre.

Geplant sind weiterhin ein Diskusring, ein Speerwurf-Anlauf, eine Hochsprunganlage und eine zweite Weitsprunganlage, die die schon bestehende (und im Gegensatz zu den anderen Bereichen gut gepflegte) ergänzen soll. Nach den Sanierungsmaßnahmen soll es auch an die Rasenpflege gehen. Erhalten bleiben wird das „Boulodrom“ der Pétanque- und Boule-Spieler.

Im Zuge nicht nur der Sanierung des städtischen Sportplatzes, sondern des gesamten Sportstätten-Entwicklung, die auf der Ostseite des Schlossgartens auf Dieburg zukommen könnte (Neubau der Schlossgartenhalle, Verlegung der Tennisplätze und des Faustball-Platzes – wir berichteten), will Frank Haus derzeit zwar noch nicht so weit gehen, die Pläne für ein neues Sportzentrum südlich des Skaterparks auf den Feldern gen Klein-Zimmern und B26 offiziell zu beerdigen. Im Gespräch mit dem Rathaus-Chef wird aber deutlich, dass er das mehrheitlich vom Parlament beauftragte Großprojekt als kaum realisierbar ansieht.

Bilder: Martinsmarkt in Dieburg

Wie sein Vorgänger Thomas und auch Dieburgs Sozialdemokraten ist der parteilose Bürgermeister der Ansicht, am Schlossgarten habe man schon eine Art Sportzentrum, das im Zuge einer cleveren Fortentwicklung die Pläne für das Areal am Skaterpark hinfällig machen könnte. Dort gestaltete sich gegen Ende der Ära Werner Thomas auch der Ankauf der benötigten Grundstücke durch die Stadt als schwierig. Haus verweist aber auch auf die immensen Kosten für das Großprojekt Sportzentrum, die der Stadt Dieburg vor allem deshalb Probleme bereiten könnten, weil andere teure Vorhaben (Neubau von Feuerwehr, Betriebshof und „Kindernest“, weitere Straßensanierungen) in den nächsten Jahren ihrer Umsetzung harren.

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