Verkehrssituation soll überprüft werden

Was tut Dieburg für Radfahrer?

Dieburg - Sinnvoll oder eher doch nicht? Stadtverordnete wollen Radwegesituation  im Ausschuss unter die Lupe nehmen.  Von Laura Hombach

„Ich kenne niemanden, der mit der Fahrradstraße etwas anfangen kann. “ Dieses klare Statement gab CDU-Fraktionsvorsitzender Renee Exner in der Stadtverordnetenversammlung ab. Zugleich begründete er einen CDU-Antrag, nachdem die Verwaltung einen „Evaluationsberichts“ zu den verkehrslenkenden Maßnahmen des Radverkehrs erstellen soll.

Exner stellte in der Stadtverordnetenversammlung die aus seiner Sicht massiven Schwächen der vom Bahnhof gen Römerhalle verlaufenden Fahrradstraße ausführlich dar.Von den teils nicht ungefährlichen Kreuzungssituationen bis hin zur im Winter entstehenden Glätte auf der rot gestrichenen Fläche in der Zentturmstraße, war da die Rede.

Gleichwohl sich Exner beim Thema Fahrradstraße richtig in Fahrt redete, umfasste der CDU-Antrag alle den Radverkehr betreffenden Gegebenheiten: Die bereits vorhandenen Radwege, Radabstellplätze, Radwegampeln, die Fahrradstraße sowie weitere verkehrslenkende Maßnahmen bezüglich des Radverkehrs sollten nach dem Willen der CDU auf ihre Zweckmäßigkeit und ihren Nutzungsgrad hin bewertet werden. Es sei ein sehr hochgestecktes Ziel, Dieburg zur fahrradfreundlichsten Stadt Hessens zu machen, befand Exner nicht ohne kritischen Unterton. Er forderte ein Konzept, in dem festgehalten werde, was in Dieburg überhaupt Sinn mache. „Die Fahrradstraße zumindest nicht“, fasste der CDU-Fraktionsvorsitzende sein klares Urteil zur roten Radelstrecke zusammen.

SPD kritisiert CDU-Antrag als unkonkret

Viel zu „wischi-waschi“ über Dieburg verteilt fand Gertrud Meyer-Sauerwein (SPD) das von Exner umrissene Ansinnen der CDU. „Was wollen Sie hier? Machen Sie Ihren Antrag konkret“, forderte sie von Exner ein.

Auch Herbert Nebel (Grüne) sah beim Antragstext der CDU Verbesserungsbedarf. Das Ansinnen, die Radwegesituation auf ihre Sinnhaftigkeit zu überprüfen, sei aber richtig. Nebel teilte Exners Einschätzung, dass es in Dieburg an vielen Stellen problematische Situationen beim Radverkehr gebe. Dr. Albrecht Achilles (FDP) sah eine Diskussion über die Radverkehrssituation ebenfalls als sinnvoll an. Gerade auch vor dem Hintergrund der neuen Vorgaben in der Straßenverkehrsordnung ergäben sich viele Positionen, die es zu besprechen gelte.

Auf einen konkreten Text für einen Antrag konnte man sich zu Ende der Diskussion nicht einigen. Trotzdem sprachen sich die Stadtverordneten einstimmig dafür aus, die Radverkehrssituation in Dieburg im Ausschuss genauer unter die Lupe zu nehmen.

Dann wird Renee Exner wohl auch die neu gestaltete Groß-Umstädter Straße aufs Tapet bringen. Hier verläuft auf der Straße links und rechts ein Fahrradschutzstreifen, den sich Radler und Pkw-Fahrer teilen. Viel zu schmal sei die Straße für diese Regelung, findet Exner. „Hätten wir vorher gewusst, wie das mit dem Radweg geregelt wird, dann hätten wir die Straße breiter geplant“, verleiht er in einem Telefonat mit unserer Zeitung seinem Unmut Ausdruck.

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Rubriklistenbild: © Symbolbild / dpa

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