Erlebniswanderung des DA

100 Menschen in einer winzigen Zelle

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Dieburg - Ungewöhnliche Einblicke erlebten am Samstag rund 100 gut gelaunte Spaziergänger, die sich zur gemeinsamen Erlebniswanderung von Dieburger Anzeiger, Odenwaldklub und Heimatverein aufgemacht hatten. Von Lisa Hager 

„Hätte ich nie gedacht, dass man in Dieburg als Dieburgerin noch so viel Neues erfahren kann“, resümierte eine Teilnehmerin beim gemütlichen Abschluss an der Heinrich-Herrmann-Ruhe im Forst. Dort wartete das Küchenteam des OWK mit leckeren Grillwürsten und Getränken auf die Wanderer. Zuvor hatte Revierförster Martin Starke eindringlich auf die Bedeutung des Waldes für das globale Klima hingewiesen. Eine „Nachhaltigkeitsbank“ neben der Schutzhütte verdeutlicht dies seit kurzem eindrucksvoll in massiver Eiche.

Und was erfuhren die Teilnehmer, die Franz Zoth (OWK), Maria Bauer (Heimatverein) und Lisa Hager (DA) betreut wurden? Nun: Was hinter den frisch sanierten Mauern des Konvikts geschieht, ist vielen Dieburgern bislang nicht so recht klar. Darüber klärte Heiko Linden auf, der die Wanderer gastfreundlich mit Melonenscheiben und Getränken vor dem neu gestalteten Eingangsbereich empfing. Er leitet eine der beiden Wohngruppen der Jugendhilfeeinrichtung, die zum St. Josephshaus in Klein-Zimmern gehört. Und auch das ist eine Neuigkeit: Die Einrichtung plant eine Eröffnungsfeier mit Tag der offenen Tür, zu der alle Bürger eingeladen sind. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Im Anschluss informierte Maria Bauer über die ehemals Groschlag’sche Parkanlage, wie sie sich Ende des 18. Jahrhunderts präsentierte. Zum Schlossgarten hat das Konvikt quasi „Sichtkontakt“ – über den Obelisk, der früher der „Point de vue“ zur Hauptachse des ehemals 25 Hektar großen Geländes war. Heute umfasst der Schlossgarten nur noch ein Fünftel der Fläche.

Erlebniswanderung in Dieburg

Erlebniswanderung in Dieburg

Mit weit weniger Platz muss die Polizeistation auskommen, die die Wanderer als nächste Etappe nahezu stürmten: Polizeioberkommissar Wolfgang Thomas war sichtlich verblüfft über die Massen, die sich an der „Schleuse“ vorbei ins Treppenhaus ergoss. Dass im Obergeschoss der Polizeistation spezielle Übungsräume – Wohnzimmer, Gaststätte, der Innenraum eines Autos – eingerichtet sind, hatten die meisten der Wanderer auch noch nicht gehört. „Da wird trainiert, wie man als Polizeistreife vor Ort auftritt“, erläuterte der erfahrene Polizeibeamte. Insgesamt 58 Kollegen tun hier in 12-Stunden-Schichten Dienst. In jeder Dienstgruppe gibt es übrigens auch einen Diensthund samt Hundeführer. Beide bilden ein Team, dessen Teile nicht austauschbar sind. Den Wanderern wurde im Hof eindrucksvoll demonstriert, dass die „Kommissare“ auf vier Pfoten auch Drogen finden und böse Buben fassen können. „Der Diensthund hört nur auf seinen eigenen Hundeführer“, sagte Thomas. „Im besten Fall gehen auch beide zusammen in Pension.“

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