Traffic Jam

Sintflutartiges Ende verzögert Festival-Abbau

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Für die Band „Nothings Left“ verlief das „Traffic Jam“ erfreulicher als für den Veranstalter, dem bis jetzt das wässerige Ende zu schaffen macht.

Dieburg - Viel Lob und Dankbarkeit für die Rettungskräfte, aber auch jede Menge Zusatzaufwand: Der Dieburger Verein „Schallkultur“, Veranstalter des „Traffic Jam“-Festivals, kommt mit seinen Helfern nach dem Unwetter am Wochenende nicht zur Ruhe. Von Jens Dörr

Wie berichtet feierten zunächst rund 5 000 meist junge Menschen am Freitag und Samstag ein gelungenes Musik-Event mit 23 Bands, ehe Starkregen am Sonntagmorgen zu einer Evakuierung von „Camping-Platz 2“, einer Wiese neben dem Festival-Areal, führte.

„Die Evakuierung war absolut richtig - wir danken allen Einsatzkräften von hier und aus dem Umland für ihre Hilfe“, sagte Daniel Sündermann, früherer „Schallkultur“-Vorsitzender und bei der Organisation des „Traffic Jam“ noch immer sehr aktiv.

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Pressesprecher Christian Götzinger verdeutlichte zudem noch einmal, dass „Schallkultur“ die Evakuierung initiiert und die Camper darauf hingewiesen hatte, noch ehe die Einsatzkräfte vor Ort waren. Am frühen Sonntagmorgen hatten jene, die dort ihre Zelte aufgeschlagen hatten, nicht mehr die Möglichkeit, diese auch abzubauen und mitzunehmen. Stattdessen stand erst einmal der „Umzug“ ins Auto, in die ABC-Halle oder in die am frühen Sonntagmorgen wieder öffnenden Schnell-Restaurants im Industriegebiet-Nord an.

Rückkehr zum Festivalgelände wieder möglich

In den vergangenen Tagen war die Rückkehr auf die Wiese, der Abbau der Zelte und die Abholung der dort gelagerten Dinge, für alle möglich. Viele machten davon auch Gebrauch, manche Behausung stand aber auch am Dienstag noch da. „Wir haben deshalb eine Bewachung organisiert, um Plünderungen zu vermeiden“, so Sündermann. Bis zum gestrigen Mittwoch um 21 Uhr hatte „Schallkultur“ den Campern die Möglichkeit eingeräumt, ihre Sachen abzuholen. Vermisste Gegenstände könnten zudem via E-Mail an fundsachen@trafficjam.de nachgefragt werden.

Traffic Jam-Festival

Managen die jungen, ehrenamtlichen Macher des Festivals die durch den Starkregen verursachte wässrige Krise auch engagiert und verantwortungsbewusst, so hat das dramatische Ende doch seine Spuren hinterlassen. Zur üblichen Müdigkeit nach dem Festival kommt in diesem Jahr hinzu, dass sich der Abbau wegen der zusätzlichen Arbeit verzögert. „Die Aufräumarbeiten ziehen sich extrem in die Länge“, stellte Sündermann fest. Die Schäden würden sich zumindest auf die Wiese beschränken, das eigentliche Festival-Areal kam wohl weitestgehend glimpflich davon. Dennoch müsse man nun „das alles erst einmal verarbeiten“. Ob das Unwetter die Zukunft des „Traffic Jam“ beeinträchtigen werde, konnte Sündermann noch nicht sagen. Für den Blick ins nächste Jahr sei in den vergangenen Tagen noch keine Zeit gewesen. Einige Helfer schliefen in den vergangenen Tagen sogar in der „Fahrschule Völker“, um nach kurzer Ruhephase sofort wieder anzupacken.

„Nothings Left“-Auftritt ist nicht ins Wasser gefallen

Erfreulicher verlief das Wochenende für die Lokalmatadoren von „Nothings Left“ - die Band mit Musikern aus dem Raum Darmstadt-Dieburg trat zwar am Samstag zu einer Zeit auf, als sich der Wettergott ebenfalls nicht besonders gnädig zeigte. Sie konnte ihren Gig aber absolvieren, hatten ihren Hardcore-Sound - beeinflusst von Gruppen wie „Sick Of It All“, „Lionheart“, „Billy The Kid“ und „Nasty“ - zudem schon am Vorabend in der Darmstädter „Krone“ präsentiert. „Nothings Left“ fügten somit ihren bislang 60 Auftritten zwei weitere hinzu.

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