Weihnachtspredigt gestört: Pfarrer steigt von der Kanzel

Dieburg - Zu einem unweihnachtlichen Zwischenfall kam es an Heiligabend in der Kirche St. Peter und Paul: Während des 16-Uhr-Familiengottesdienstes betrat ein Mann die Kirche durch die seitliche Glastür, die durch einen kleinen Vorraum und eine weitere Tür in die benachbarte Pfarrgasse führt. Von Jens Dörr

Während Pfarrer Alexander Vogl auf der Kanzel stand, rief der Mann ein Autokennzeichen ins Gotteshaus und noch einiges mehr - offenkundig war seine Garage in unmittelbarer Nachbarschaft zugeparkt worden. Von der Kanzel hinab wies Vogl ihn durch sein Mikrofon an, die Kirche unverzüglich wieder zu verlassen, andernfalls riefe er die Polizei. Kirchenbesucher beförderten den Mann dann durch die Glastür hinaus, wie verschiedene Augen- und Ohrenzeugen dem DA übereinstimmend berichteten.

Damit allerdings kehrte noch immer kein Frieden in den Gottesdienst mit Krippenspiel ein: Einige Zeit später betrat der Mann die Kirche erneut, brüllte diesmal lauthals, was für Raunen und Unruhe unter den Besuchern sorgte. Auch der ein oder andere Kraftausdruck soll gefallen sein. Diesmal reagierte Vogl noch deutlicher: Der Pfarrer stieg von der Kanzel, packte den Störenfried und schob ihn mit Unterstützung weiterer Personen zur seitlichen Tür hinaus. Dort bezogen die Helfer des Pfarrers dann quasi als „Türsteher im Auftrag des Herrn“ Wache.

Der Pfarrer setzte den Gottesdienst fort, nicht ohne wenig später noch einige Worte darüber zu verlieren: Man befinde sich in einer beengten Situation, gerade in der Pfarrgasse - er wohne ja auch selbst dort, sagte er. Der Unruhestifter sei schon mehrfach auf diese Art und Weise auffällig geworden. Die Störung des Gottesdienstes in dieser Form sei aber bei allem möglichen berechtigten Ärger nicht in Ordnung, soll Vogl eindeutig Stellung bezogen haben.

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