„Es hat einfach keinen Spaß mehr gemacht“

Wolfgang Dörr hört als KVD-Pressesprecher auf

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Wolfgang Dörr (links, hier mit Jürgen Scharvogel als Moderator bei einer KVD-Veranstaltung) war 24 Jahre lang Präsident und seit 2005 Pressesprecher der organisierten Dieburger Narretei. Nun hat er sein Vorstandsamt nur wenige Tage vor den Neuwahlen niedergelegt.

Dieburg - Am 27. Juni wählt der Karnevalverein Dieburg (KVD) auf seiner Mitgliederversammlung im DJK-Heim einen neuen Vorstand. Dabei wird es zu einigen personellen Veränderungen an der Spitze von Deutschlands größtem Narrenklub geben.

Die nur noch kurze Zeit bis dahin wollte einer nicht mehr aussitzen, um erst dann sein Amt einem Nachfolger zur Verfügung zu stellen: KVD-Ehrenpräsident Wolfgang Dörr hat sein Amt als Pressesprecher des Vereins niedergelegt. Dies teilte Dörr vor wenigen Tagen mit. „Die Reißleine gezogen“, wie er es in einem Abschieds- und Dankesschreiben an die Medienvertreter ausdrückt, habe er in der vergangenen Woche. „Es hat im internen Bereich einfach keinen Spaß mehr gemacht“, so Dörr, der nicht ins Detail gehen wollte und auch im persönlichen Gespräch schlicht „interne Gründe“ nannte. Eine „kleine Rolle“ für seine Entscheidung hätten auch die sich technisch verändernden Rahmenbedingungen und damit zusätzlichen Anforderungen an einen Vereins-Pressesprecher gespielt, so Dörr: „Internet-Zeitung ist nicht mein Ding“, formulierte er es.

Auch als Signal nach innen sei es zu verstehen, dass er den Rücktritt knapp drei Wochen vor der Mitgliederversammlung vollzogen habe, deutete Dörr an. Pressesprecher des KVD war er seit 2005 gewesen, hatte die schreibende Zunft dabei zuverlässig und kompetent bedient. Zuvor war er – nur einmal kurz unterbrochen – 24 Jahre lang Vorsitzender der organisierten Dieburger Fastnacht.

Bilder: Dieburg in Blau

Für die will sich der 67-Jährige, der auch Altersgründe für seinen Entschluss nannte, ungebrochen einsetzen, wenngleich nicht mehr in der bisherigen Vorstandsfunktion. „Ich packe natürlich weiter an“, versprach Dörr. „Dadurch, dass ich Ehrenpräsident bin, bin ich an einigen Gremien ja ohnehin noch beteiligt.“ Dörr gab zudem bekannt, dass sich am 27. Juni Friedel Enders als Nachfolger für das Amt des Pressesprechers zur Wahl stellen wolle.

Nahezu sicher bekommt der KVD mit Günter Hüttig dann auch den aktuellen Fastnachtsprinzen zum neuen Vorsitzenden. Enders tritt für das Amt des Präsidenten nicht mehr an, könnte sich als Pressesprecher aber weiterhin im Vorstand einbringen. (jd)

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