Lokales Forum zum Rochus

Bürgerversammlung in der Römerhalle ohne große Kontroversen

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Radverkehr, Parkplätze, Vereinsrichtlinien, Supermarkt im Westen – darum drehten sich bei der Bürgerversammlung einige der Fragen aus dem Publikum.

Dieburg - Rochus, Servicenummer 115, Hochschul-Jubiläum und das Dieburger Gewerbe waren Themen der jüngsten Bürgerversammlung. Rund 170 Gäste folgten der Einladung von Stadtverordnetenvorsteher Dr. Harald Schöning. Von Stefan Scharkopf 

Fragen zum Reisepass, zur Ansiedlung eines Gewerbes oder zum Wohngeld? Sie alle können unter der zentralen Telefonnummer 115 beantwortet werden. Rund die Hälfte aller Hessen sind mittlerweile über die Stadt oder Gemeinde Mitglied im 115-Verbund. Sie können bei Fragen oder Angelegenheiten statt in ihrem Rathaus bei der einheitlichen Behördenrufnummer 115 anrufen. Die Zahl der beteiligten Kommunen wächst. Dieburg trat Anfang September bei.

Wie Hauptamtsleiter Theo Beilstein in der Bürgerversammlung in der Römerhalle darstellte, laufen die Anrufe der 115 von Dieburg aus direkt im Servicecenter der Metropolregion Rhein-Neckar in Ludwigshafen auf. Von dort werden rund drei Viertel binnen 30 Sekunden angenommen. 65 Prozent aller Fälle, so heißt es, werden beim ersten Kontakt beantwortet. Besetzt ist das Servicecenter von Montag bis Freitag, 8 bis 18 Uhr. Die Behördennummer ist in der Regel zum Festnetztarif erreichbar.

Sofern Fragen nicht direkt beantwortet werden können, wird versucht, das Telefonat mit dem Sachbearbeiter der Stadtverwaltung von Dieburg zu verbinden.

Kommt dies nicht zustande, wird der Vorgang aufgenommen und per E-Mail an die Stadtverwaltung weitergeleitet. Die Telefonzentrale im Rathaus bleibt nach wie vor besetzt, sodass der direkte Draht weiterhin gegeben ist.

Sinn der 115 ist es, durch eine Wissensdatenbank Anrufern möglichst beim ersten Kontakt zu helfen. Die Bürger sollen von der besseren Erreichbarkeit der Servicecenter profitieren.

Die Bündelung von Bürgeranfragen und der standardisierte Ablauf entlasten aber auch die Fachabteilungen. Mehrfachanfragen und Doppelarbeiten werden vermieden.

Laut Innenministerium ist die Zahl der Nutzer stark angestiegen. Wurde mit dem Start des Regelbetriebes die Nummer rund 18.000 Mal angewählt, seien es 2007 hessenweit bereits mehr als 260.000 Anrufe gewesen.

  • Zum Rochus-Areal gab es nichts wesentlich Neues. Behandelt wurde das Thema erst kürzlich in der Stadtverordnetenversammlung. Vor dem Hintergrund einer steigenden Zahl älterer Menschen mit komplexen Krankheitsbildern und Pflegebedarf soll auf dem Rochus-Areal die Tradition des Spitalgedankens als Leitbild weitergeführt werden. Am Standort, so Bürgermeister Frank Haus, gelte es, die Gesundheitsversorgung (medizinisch, pflegerisch, psychosozial) für die Bevölkerung zu verbessern und Wohnangebote für Ältere zu ermöglichen. Als nächsten Schritt gibt es am 30. Januar ein lokales Forum für Akteure, die sich bei der Entwicklung des Geländes einbringen wollen, bevor dann ein Konzept entwickelt wird und am Ende schließlich der Bebauungsplan steht.
  • Im Anschluss stellte Ricardo Arau, Geschäftsführer von Sauer Product, seine Firma vor. Sie ist unter anderem im Automotive-Bereich tätig und stellt hochwertige Fahrzeugteile in kleineren Stückzahlen für Firmen wie BMW und Rolls Royce her. 185 Mitarbeiter sind derzeit am Standort beschäftigt – Tendenz steigend.
  • Einen Rückblick auf 50 Jahre Campus Dieburg, von der IngAk zur h_da, hielt Prof. Dr. Ralph Stengler, Präsident der Hochschule Darmstadt, in einem kurzweiligen Vortrag, angereichert durch ein vierminütiges Video. Der gewünschte Neubau soll dort entstehen, wo derzeit Container aufgebaut sind.
  • Fragen aus dem Publikum drehten sich etwa um das ehemalige Post-Gelände. Hier wartet der Investor auf das Signal eines potenziellen Nutzers. Beim angestrebten Baugebiet West – das Vorhaben steht noch ganz am Anfang – wird die Frage nach einer Umgehung diskutiert. Hier gibt es innerhalb der Stadtverordnetenversammlung kein einheitliches Bild, so Parlamentschef Harald Schöning.

Alles in allem war es eine Bürgerversammlung ohne große Kontroversen: Reizthemen wie Verkehr und Baustellen gab es nicht.

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