Auszeichnung für Flüchtlingsbesuchsprojekt

Innovationspreis für Dieburger Firmlinge

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Dieburger Firmlinge wurden für ihr soziales Engagement von der Ketteler-Stiftung ausgezeichnet.

Mainz/Dieburg - Wichtige Schritte zur Integration von Flüchtlingen und Migranten haben verschiedene Gruppen katholischer Pfarrgemeinden gemacht. Einige wurden dafür mit dem Ketteler-Preis 2014 ausgezeichnet. Die Dieburger Firmlinge sind auch darunter. Von Lisa Hager 

In St. Peter und Paul in Dieburg besuchten und begleiteten Firmlinge verschiedene Flüchtlingsfamilien. Die 15 Jahre alten Jugendlichen halfen beim Deutschlernen, bei Behördengängen und bei den Hausaufgaben, spielten mit den Kindern, zeigten den Familien ihre Stadt und gingen zusammen ins Schwimmbad. Ihr Engagement ging weit über das ursprüngliche Konzept der Firmvorbereitung hinaus. Im nächsten Jahr soll das Projekt fortgesetzt werden. Von der Ketteler-Stiftung wurden die Jugendlichen dafür jüngst in Mainz mit dem mit 500 Euro dotierten Innovationspreis 2014 ausgezeichnet.

Erster Preisträger (3000 Euro) ist der 1992 gegründete Arbeitskreis Asyl in Hainburg will Flüchtlingen ermöglichen, ihre Mitmenschen und ihr Umfeld kennen zu lernen und möglichst selbständig zu leben. So organisiert die Ökumenische Initiative Deutschkurse, Exkursionen, Informationsveranstaltungen und Hausaufgabenhilfen für Kinder. Die Ehrenamtlichen unterstützen bei der Arbeits- und Wohnungssuche und bei Behördengängen und arbeiten eng mit Stadtverwaltungen, Vereinen, Schulen und Betrieben zusammen.

Die Hausaufgabenhilfe der katholischen Kirche St. Sebastian in Eppertshausen ist zweiter Preisträger des Ketteler-Preises 2014 der Wilhelm Emmanuel von Ketteler-Stiftung. Die Initiative erhielt den mit 2000 Euro dotierten Preis für gelungene Integration von Flüchtlingen und Migranten. Die Hausaufgabenhilfe unterstützt Kinder von Migranten beim Lernen der deutschen Sprache und eröffnet ihnen dadurch neue Chancen. Fünfmal pro Woche für jeweils dreieinhalb Stunden stehen ehrenamtliche Helfer und ein Leistender des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) den Kindern bei den Hausaufgaben zur Seite und arbeiten mit ihnen zusammen auch schulische Defizite auf. Das multikulturelle Kochstudio „Gari Baldi“ in Darmstadt bekommt als dritter Preisträger 1000 Euro.

„Der Besuch von Papst Franziskus auf der Insel Lampedusa hat uns das Schicksal von Menschen vor Augen geführt, die ihre Heimat auf lebensbedrohlichen Wegen verlassen haben“, sagte Diözesancaritasdirektor Hans-Jürgen Eberhardt bei der Preisübergabe in Mainz. „Flüchtlinge und Migranten zu unterstützen und zu integrieren, ist eine Aufgabe, die sich uns allen stellt. Die ehrenamtlichen Preisträger zeigen konkret und vorbildlich, wie Begegnung und Hilfe gelingen kann.“

Die Wilhelm Emmanuel von Ketteler-Stiftung – die Gemeinschaftsstiftung zur Förderung der karitativen und sozialen Arbeit im Bistum Mainz - vergibt den Ketteler-Preis seit 2005. Der Preis zeichnet Persönlichkeiten, Teams oder Initiativen im Bistum aus, die die diakonische Dimension von Kirche, also den Dienst am Menschen, nachhaltig und eindrucksvoll leben.

Die Preise wurden im Rahmen des „Tags der Caritas und Seelsorge“ übergeben. Dabei diskutierten rund 100 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter in Seelsorge und Caritas über das Jahresthema: „Weit weg ist näher als du denkst“. Gemeinsam mit Generalvikar Dietmar Giebelmann und Professor Werner Nell von der Universität Halle – sowie in mehreren Workshops – wurde das Thema noch weiter vertieft.

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