„Dieburger“ gesellt sich zum „Oscar“

400 Gäste verfolgten den Neujahrsempfang und die Ehrung des „Dieburgers des Jahres“. Fotos: dörr

Die Stadt zeichnet Alois Ostner für seine Verdienste um den Martinsmarkt als „Dieburger des Jahres“ aus. Der Niederbayer ist „bestens integriert“. VON JENS DÖRR

Dieburg – Der „Oscar“ kriegt ab sofort Gesellschaft: 2018 überreichte Gewerbevereins-Vorsitzende Evelin Allmann die eigentlich der Filmbranche entstammende goldene Statue an Alois Ostner. Damit würdigte sie drei Jahrzehnte des ehrenamtlichen Einsatzes des Kaufmanns aus der Zuckerstraße (Kaufhaus Enders) als Organisator des Dieburger Martinsmarkts. Zum „Oscar“ gesellt sich nun der „Dieburger“: So heißt die vom lokalen Künstler Martin Konietschke geschaffene Trophäe, mit der die Stadt den 69-Jährigen am Sonntag auf dem Neujahrsempfang in der Römerhalle als „Dieburger des Jahres“ auszeichnete.

Zum zweiten Mal entschied eine Jury aus parlamentarischem Präsidium und Magistrat auf diverse Vorschläge der Bevölkerung hin, wem diese noch junge Ehre zuteil werden soll. Erster „Dieburger des Jahres“ war vor einem Jahr Norbert Reiß für seine Arbeit im Verein „Zahnärzte helfen“ geworden. Am Sonntag saß Reiß ebenso im Saal wie 400 weitere Gäste. Die mit 500 Euro dotierte Auszeichnung hat den Neujahrsempfang deutlich aufgewertet.

Als Bürgermeister Frank Haus (parteilos) zur Laudatio auf den bis dato geheimen „Dieburger des Jahres“ – der ebenso gut auch eine „Dieburgerin des Jahres“ sein kann – ansetzte, brauchte er nur wenige Andeutungen, um Klarheit zu schaffen. Wenn es zuvor einige nicht sowieso schon erahnt hatten, denn wie im Vorjahr Norbert Reiß hatte auch Alois Ostner samt Frau Rita und Tochter Theresa in der ersten Reihe Platz genommen. Haus konnte auf gekünstelte Spannungsbögen also verzichten und kam zum Kern.

Seit 34 Jahren gibt es den Dieburger Martinsmarkt – seit 32 Jahren heißt der Marktmeister Alois Ostner. Ehrenamtlich, neben einer Arbeitswoche, die bei ihm, selbst und ständig, übliche Zeiten ohnehin weit überschreiten dürfte. „Neben der Fastnacht gibt es keine Veranstaltung, die so viele Menschen nach Dieburg lockt“, sagte Haus. „Und bei Alois Ostner laufen die Fäden zusammen.“

Der neue „Dieburger des Jahres“, der fast zu bescheiden gewesen sei, die Ehrung anzunehmen, habe es in führender Position nicht nur geschafft, das Ereignis mit seinen jährlich zehntausenden Besuchern zu erhalten. Er schaffe damit auch ganzjährig einen Mehrwert für die Innenstadt und den Handel. „Was den Martinsmarkt und die Arbeit von Alois Ostner auszeichnet, ist, dass der Markt von seiner heimeligen Atmosphäre bis heute nichts eingebüßt hat“, hob der Rathaus-Chef hervor. Zudem verstehe es Ostner bis heute, nicht nur Profihändler, Kunsthandwerker und mittelalterliche Darsteller ins Zentrum und den Fechenbach-Park zu holen, sondern stets auch Dieburger Gruppen und Vereine einzubinden. „Das macht das Flair des Martinsmarkts erst aus“, meinte Haus.

Während der Laudatio und auch bei seinen eigenen Dankesworten kämpfte der neue „Dieburger des Jahres“ mit den Tränen. Vielleicht auch, weil die Jury mit ihm einen waschechten Niederbayern ausgezeichnet hat. „Das ist gelebte Integration“, scherzte und schluckte Ostner zugleich. Mit Blick auf den Martinsmarkt hob er die weitsichtige Entscheidung des Gewerbevereins Mitte der 80er hervor, den Termin Anfang November zu wählen, wenn die meisten Volksfeste vorbei und die Weihnachtsmärkte noch nicht angelaufen sind.

Vor allem aber war dem Unternehmer und Marktmeister der Dank an seine Familie, die Stadtverwaltung, den Bauhof und die Mitstreiter im Gewerbeverein wichtig: „Einer allein kann so eine Veranstaltung nicht stemmen. Es geht nur, wenn alle an einem Strang ziehen!“

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Ein weiterer Artikel zum Neujahrsempfang folgt in unserer Ausgabe am Donnerstag.

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