Dieburger Intensiv-Ärzte schmeißen hin

Dieburg (lho) ‐ Kollektiv hat gestern die ärztliche Mannschaft der Intensivstation des St. Rochus Krankenhauses ihre Kündigung eingereicht. Eine Ärztin, die im Rahmen einer Kooperation mit der Uniklinik Mainz in Dieburg tätig war, geht nach Mainz zurück. Vom Team der Intensivstation bleibt lediglich eine Ärztin mit halber Stelle übrig.

Der Grund: Die Krankenhausleitung habe Anforderungen an sie gestellt, die sie ihren Patienten gegenüber nicht mit ihrem Gewissen hätten vereinbaren können.

Der Leiter der Intensivstation, Dr. Patrick Schmenger, hatte die junge Abteilung seit Juni 2008 mit aufgebaut. Die zunächst sechs, inzwischen zwölf Betten zählende Station gilt als ein wesentlicher Faktor, um den Bestand der 84-Betten-Klinik zu sichern.

Zum Konzept der Intensivstation gehört auch die Beatmungsentwöhnung: Das St. Rochus Krankenhaus wurde innerhalb eines Jahres zum Beatmungszentrum, in das Kliniken von Frankfurt bis Mannheim ihre Patienten schicken. Eine Erhöhung der Bettenzahl auf 18 ist geplant.

Klärung mit dem Vorstand - ohne Erfolg

Doch während die Intensivstation nach außen Erfolgsgeschichte schrieb, brodelte es intern. Seit einem halben Jahr bereits schwelte nach Angaben der Intensiv-Ärzte der Konflikt. Man habe in zahlreichen Gespräche mit der Krankenhausleitung und dem Vorstand der St. Rochus Stiftung versucht, Klärung herbeizuführen - ohne Erfolg. Nur schweren Herzens habe man daraufhin als letzte Konsequenz die fristgerechte Kündigung zum 31. Dezember eingereicht.

Das Krankenhaus erklärte auf Nachfrage unserer Zeitung, man werde heute (30.) eine ausführliche Stellungnahme abgeben. Die Patientensicherheit sei aber jederzeit gewährleistet.

Rubriklistenbild: © Axel Häsler

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