Dachpappe, Windeln und anderer Unrat

Dieburger bei kreisweiter Müllsammelaktion

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Jede Menge Krempel klaubten Dieburger bei der Müllsammelaktion auf. Aber: Früher war die Menge in der Landschaft entsorgten Unrats offenbar größer. 

Dieburg - Es ist eine Erkenntnis, die Walter Schmidt nicht wirklich braucht: „Wir wissen jetzt, wo jemand jeden Tag an gleicher Stelle seinen Joghurt isst“, erzählt das Nabu-Mitglied. 

Ausmachen konnte er das anhand der Becher, die in der Landschaft um den Weiher an der K128 (Forsteck) zurückgelassen werden. „Dort haben wir auch noch eine ganze Menge anderen Müll gefunden“, ergänzt Nabu-Vorsitzende Daniela Markwort und verweist auf rund zehn gesammelte Säcke. In die wanderte Dachpappe ebenso wie Babywindeln und auch eine nicht geringe Anzahl an Coffee-to-go-Bechern. Ebenfalls unschön: „Eine ganze Reihe von kleinen Flachmännern. Die scheinen während der Fahrt aus dem Auto geworfen worden zu sein“, vermutet Markwort.

Mit sieben Mitgliedern engagierte sich der Nabu Dieburg jetzt bei der 15. kreisweiten Müllsammelaktion, die vom Zweckverband Abfall- und Wertstoffeinsammlung (ZAW) sowie dem Landkreis alljährlich initiiert wird. Aufgerufen waren Vereine, Gruppen und Privatpersonen, ihre Heimatgemeinde zwei Stunden lang von Unrat zu befreien. In Dieburg koordinierte die Stadt die Aktion. Stellvertretend für den ZAW gab sie Müllsäcke und Handschuhe aus. Dazu verteilte sie die Gruppen auf die Gebiete. Vertreten waren neben dem Nabu auch der Turnverein, die DJK, die Familie Michael, eine Flüchtlingsgruppe aus dem Nordring sowie die Pfadfinder der Royal Rangers.

Letztere sind jedes Jahr mit besonders viel Eifer dabei. Los ging es für die 20 Kinder und Jugendlichen am Spießfeld. Über den Herrenweg führte der Weg zum Wolfgangsee. Dass die Pfadfinder mit 20 Köpfen auch diesmal die größte Gruppe verbuchten, kam nicht von ungefähr. „Die Teilnahme ist für uns pädagogisch wertvoll: Einerseits tun wir was für die Natur, andererseits lernen die Kinder, dass sie nichts unbedarft wegwerfen“, erklärt Leiter Manfred Dyck. Das Bewusstsein der Menschen für die Natur hat sich seiner Meinung nach gebessert. Früher sei die gefundene Müllmenge größer gewesen, genauso wie die Anzahl extremer Fundstücke, darunter Autoreifen, Wäscheständer oder Fahrräder. Trotzdem habe man auch diesmal einen Klappstuhl, Schuhe sowie einen halben Grill ausfindig gemacht.

Effektiv Müll vermeiden: So geht's

Die kreisweite Müllsammelaktion verbuchte rund 1 200 Teilnehmer in elf Kommunen. In Dieburg mussten die Helfer die Säcke nicht zum Treffpunkt schleppen. Der Bauhof nimmt sich dieser an den ausgemachten Abstellplätzen an. Ein Dank ging von der Stadt an die DJK, die die Teilnehmer nach dem Sammeln beherbergte und sie mit einer Gemüsesuppe samt Getränken versorgte. Der Turnverein stellte ebenfalls eine kleine Gruppe mit Aktiven. Um mehr Fläche beim Sammeln abzudecken, trennten sich die Teilnehmer. Besonders fleißig ging Anne Dietzel zu Werke: Obwohl die Aktion um 12 Uhr endete und am Treffpunkt bei der DJK Gemüsesuppe samt Wurst auf sie wartete, sammelte sie erstmal weiter. „Was für ein Dreck!“ sagte sie über den Müll, auf den sie in einer Unterführung unter der Schnellstraße der B 26 stieß. Nicht nur einmal sprach sie deshalb sogar Passanten an, mitzuhelfen und darauf zu achten, dass die Umwelt sauber bleibt. (mj)

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