Dieburger Maimarkt im großen Umbruch

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Die Organisatoren des Maimarkts 2012: Heyke Möller sowie ihre „zwei Kronprinzchen“ Thorsten Keil (links) und Armin Probst.

Dieburg - Hinter jeder guten Sache stecken Köpfe, die sie durchdacht, und Hände, die sie ausgeführt haben. Fünf Jahre lang war Armin Kaiser der Marktmeister des Dieburger Maimarkts, entwickelte das Fest vom Autosalon zur Unternehmens- und Vereinsschau mit Party weiter. Von Jens Dörr

 In diesem Jahr hat der Gewerbeverein in Heyke Möller eine würdige Nachfolgerin mit der Organisation betraut – würdig aufgrund ihrer Erfahrungen im Event-Management und würdig aufgrund der von ihr gezeigten Leistungen als Verantwortliche für den historischen Teil des Martinsmarkts 2011. Neben Möller, Schneiderin historischer Gewandungen, sind Barmer-GEK-Bezirksgeschäftsführer Thorsten Keil und Unternehmensberater und Rochus-Stiftungsvorstand Armin Probst federführende Macher. „Es ist ein supergeiles Team mit zwei Kronprinzchen“, ist sich das Trio einig, und die beiden Männer machen keinen Hehl daraus, dass Möller das letzte Wort hat.

Ebenso offen sprechen Möller, Keil und Probst an, dass sich der Maimarkt 2012 – bei allem Bewährtem, was bleibt – doch wesentlich gegenüber seinen Vorgängern ändern wird. Die erste, an den drei Maimarkt-Tagen (4., 5. und 6. Mai) am schnellsten ins Auge fallende Änderung: Das riesige, freischwebende Zeltdach auf dem Marktplatz gibt es nicht mehr. Unter ihm war bislang auf und vor der Hauptbühne gefeiert worden. Die Marktplatz-Bühne gibt es weiterhin, sie erhält sogar noch eine Schwester: Während auf dem Markt das eher jüngere Publikum auf seine Unterhaltungskosten kommen soll, ist die zweite Bühne im Fechenbachpark grob gesagt für das Ü40-Publikum angedacht. Das wollen Möller, Keil und Probst unter anderem durch einen Tanzabend am Samstag dorthin locken. Sonntags wird das vom toom- Baumarkt zur Verfügung gestellte Parkett zugunsten eines guten Zwecks versteigert. Am Samstag ist die Marktzeit am ausgedehntesten: Von 10 bis 22 Uhr gibt es viel zu bestaunen und zu erleben. Freitag ist Marktzeit von 17 bis 22 Uhr, Sonntag von 11 bis 19 Uhr.

Nicht nur der Marktplatz und der Leer-Parkplatz

Aufgrund des großen Interesses auch vieler Gewerbetreibender, die in den vergangenen Jahren nicht am Maimarkt teilnahmen, werden in diesem Jahr Orte des Geschehens nicht nur der Marktplatz und der Leer-Parkplatz sein. Genauer: Die Autopräsentationen auf dem Leer-Parkplatz entfallen ganz, die Autohäuser sind dagegen auf dem Marktplatz, vor dem Rathaus und im südlichen Teil der Steinstraße zu finden. Möglich wird das Verschmelzen der Autoausstellungen mit dem restlichen Markttreiben dadurch, dass die Autohäuser die Anzahl der gezeigten Modelle reduzieren. Gerade die Autohäuser, die wesentlich zur Finanzierung des Maimarkts beitragen, hatten sich einen anderen Standort für ihre Präsentationen gewünscht.

Auch im weiteren Verlauf der Steinstraße – vom Fastnachtsbrunnen kommend gen St. Rochus – wird in diesem Jahr durch die ansässigen Gewerbetreibenden reges Marktgeschehen herrschen. Während auf dem Marktplatz die Salomon Kenner Group (Freitag) und Bee Flat (Samstag) spielen und es dort am Sonntag einen „Tag der Offenen Bühne“ gibt (siehe Infokasten), bietet in der Steinstraße zum Beispiel der Weltladen eine „Schokoladen-Blind-Fairkostung“, die Käsekiste verwöhnt mit italienischen Spezialitäten und Alle meine Kleider hat sich eine Kindermodenschau einfallen lassen.

Auf dem Parkplatz des Rochus-Krankenhauses gibt es dann etwas, was es an den bisherigen Auflagen des Dieburger Maimarkts noch nicht gab: einen „Gesundheitspark“ mit großem Zelt. Ärzte, Heilpraktiker, Vereine und Verbände haben Kreatives und Informatives vorbereitet. Das reicht vom „Kochen zum Anfassen“ der Praxis Dr. Basting bis hin zur Trockengymnastik des Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose.

Experiment wagen

Angesichts der vielen Neuerungen sagt Heyke Möller: „Der Maimarkt ist im großen Umbruch. Ganz viele sind aber bereit, das Experiment zu tragen.“ Eine Auswertung werde später zeigen, wie das neue Gewand der Veranstaltung angekommen sei. Bis dahin beantworten Möller, Keil und Probst jeden Anruf und jede E-Mail selbst – für das Bewältigen des Mammutprogramms stünden „keine 15 Hiwis“ zur Seite. Vom Buchen der Bands über die Absprache mit den Gewerbetreibenden bis hin zu den Wasseranschlüssen der Stände kümmert sich das Trio, von dem nur Möller einen Obolus für hunderte Stunden Arbeit bekommt, um alles selbst. „Ich habe rund um den Marktplatz auch jeden Wasserhahn persönlich kennengelernt“, zwinkert Möller.

Keil und Probst freuen sich auf einen „Markt von Dieburgern für Dieburger. Die ganze Vielfalt der Stadt soll sich zeigen.“ Die Vielfalt ist auch in einem Programmheft niedergeschrieben, es liegt unter anderem im Rathaus aus.

Quelle: op-online.de

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