2. Dieburger Musiknacht steht bevor

„Das Ziel ist nicht, alle abzuklappern“

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Starten den Vorverkauf zur „2. Dieburger Musiknacht“ am 7. Oktober: Evelin Allmann (2. v. l.) und Jasmin Sauerwein (2. v. r.) vom Gewerbeverein sowie Veranstalter Alexander Schäfer. Links Jennifer Trippel vom neuen Sponsor Fahrwerk aus Groß-Zimmern.

Dieburg - Das Programm steht, der Vorverkauf hat begonnen, und ein neuer Sponsor ist auch gefunden: An zehn Orten gibt es bei der „2. Dieburger Musiknacht“ Live-Musik auf die Ohren. Von Jens Dörr 

Am 7. Oktober wird Dieburg gerockt! Oder doch mit Neuer Deutscher Welle überschwappt? Oder gar „geknuspert“? „Knusper Pop“ jedenfalls versprechen für diesen Tag die „Thriller Pfeifen“, wie sich die für den „Hopfensack“ gebuchte Band einfallsreich genannt hat. Für diesen Tag? Eher für diese Nacht: die „2. Dieburger Musiknacht“. An zehn Orten in Dieburgs Innenstadt darf dann zu Musik unterschiedlicher Genres gefeiert werden. Das Programm ist nun komplett, der Vorverkauf hat begonnen.

Eins vorweg: Dass am selben Abend auch das Oktoberfest des Karnevalvereins stattfindet, soll nicht noch einmal vorkommen. „Wir haben schon mit dem KVD gesprochen, dass uns das nächstes Jahr nicht erneut passiert“, sagt Jasmin Sauerwein, Betreiberin von „M22“ und „Hopfensack“ sowie Vorstandsmitglied im Dieburger Gewerbeverein. Zusammen mit der Gewerbevereins-Vorsitzenden Evelin Allmann ist Sauerwein wichtigste lokale Unterstützerin und Türöffnerin für Hauptorganisator Alexander Schäfer und dessen Agentur aus Mainz. „Ohne die Jasmin hätte ich das hier nicht geschafft“, betont er.

Damit meint er einerseits den erfolgreichen Einstieg im vergangenen Jahr, als die „Dieburger Musiknacht“ in ihrer jetzigen Form Premiere feierte. Mehr als 1000 Tickets verkaufte Schäfer damals, die Stimmung beim Publikum in der Innenstadt war ausgelassen und friedlich, auch die Gastronomen waren mit Format und Zuspruch einverstanden. Zeugnis dessen: Von den Lokalen, in denen 2016 Gruppen spielten, sind fast alle wieder dabei. Neu hinzugekommen sind zudem die Römerhalle und das „Mephisto“. Was unter dem Strich inklusive des Open-Airs auf dem Marktplatz – diesmal mit der Rock-Pop-Formation Radioactive – zehn Orte ergibt, an denen man an diesem Abend Live-Musik erleben kann.

Neben Radioactive und den Thriller Pfeifen sind einige lokal und regional bekannte Bands dabei, aber auch einige von etwas weiter weg. Aus Dieburg und Groß-Zimmern kommen die Mitglieder von Lehman 5, die im „M22“ Rock und Pop covern. Daisy und die Panzerknacker („Schwarzer Löwe“) sind eher im Raum Rodgau zu verorten. Bei Frankfort Special („Stoawäjer Stubb“) steckt die Herkunft schon im Namen und wird Schäfers Begeisterung schon vor der ersten verkauften Eintrittskarte geweckt: „Das ist eine wirklich tolle, bekannte Rockabilly-Band.“

In der „Alten Backstubb“, zweite beteiligte Location im Steinweg, versprechen Dressinger Vintage Rock. Das „Mephisto“ stellt für die „Dieburger Musiknacht“ seinen urigen Keller zur Verfügung, wo John Doe Rockklassiker spielt. In der Römerhalle geht es mit den Riwwels zurück gen Rock‘n‘Roll der 60er und 70er. Bei Getränke Braunwarth, wo im Vorjahr das alte Sudhaus im Hof sehenswert illuminiert war, gehen Radio Attack mit Liedern aus den Charts, aber auch NDW-Songs in die Vollen. Bliebe noch der „Lehrer Lämpel“ mit Jürgen Kronenberg und der Ansage: „Ein Mann, eine Gitarre.“

Start ist in den meisten Locations um 20 Uhr, auf dem Marktplatz (wo Radioactive vier Sets à 45 Minuten spielen sollen) bereits um 19.30 Uhr. Die gekauften Eintrittskarten werden am Abend gegen ein Eintrittsbändchen zum Vorzeigen an allen Türen und am abgesperrten Open-Air-Areal getauscht. Dann kann jeder nach seinem Gusto eins oder mehrere – oder gar alle – Konzerte kürzer oder länger besuchen, auf jeden Fall (mit Ausnahme des Marktplatzes, wo um 23 Uhr Schluss sein wird) bis in den neuen Tag hinein. „Ich habe das andernorts auch schon mit 30 Locations gemacht“, sagt Schäfer. „Das Ziel ist generell nicht, alle abzuklappern.“

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Sauerwein und Allmann freuen sich für den Gewerbeverein (dem alle beteiligten Lokale angehören), „dass in Dieburgs Gastronomie eine solche Gemeinschaft entsteht und wir zusammen etwas für unsere Gäste tun“. Schäfer sieht den größten Nutzen für die Gastronomen dann auch nicht nur im Abend selbst: „Es geht nicht in erster Linie darum, mal einen zusätzlichen Umsatz von ein paar hundert Euro zu machen. Vielmehr kann bei der Musiknacht jede Location für sich und spätere Besuche werben.“ Stichwort werben: Als Sponsor und Werbepartner für die „2. Dieburger Musiknacht“ tritt mit dem „Fahrwerk“ ein Groß-Zimmerner Unternehmen auf, das unter anderem die Werbemittel finanziert. Öffentliche Mittel in Form einer Kulturförderung etwa der Stadt fließen keine. Entlohnt werden die Bands aus dem Ticketverkauf, zudem bezahlt jedes Lokal einen kleinen dreistelligen Obolus an Schäfer. Den Getränkeumsatz darf jeder für sich verbuchen.

Karten im Vorverkauf gibt es für 11 Euro in allen genannten Lokalen und in der „Bücherinsel“. An den Abendkassen kosten die Tickets 14 Euro.

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