Neues Kulturereignis mit vier Konzerten

Dieburger Orgelmeile

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Jan Masuhr (links) und Thomas Gabriel.

Dieburg - Orgelkonzerte in der Atmosphäre aller Dieburger Kirchen erleben – und das an nur einem Tag? Bei der Dieburger Orgelmeile am Samstag, 13. Juni, öffnen sich die Kirchentüren zu Konzerten mit hochrangigen, überregional bekannten Organisten.

„Ich freue mich, dass wir dieses neue Kulturereignis gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde, der katholischen Pfarrgruppe Dieburg sowie der Konzertagentur Berg realisieren konnten“,so Bürgermeister Dr. Werner Thomas. „Es bietet den Besuchern ein unvergessliches Konzerterlebnis in unseren Dieburger Kirchen, verbunden mit einem Spaziergang von Gotteshaus zu Gotteshaus und Erfrischungen in den Pausen.“

Anfangszeiten und Spielorte

Die Konzertreihe beginnt um 18 Uhr in der evangelischen Kirche mit Irith Gabriely (Klarinette) und Hans-Joachim Dumeier (Orgel) und ihrem Programm „Church Meets Synagogue“. Weiter geht es um 19.15 Uhr in der Gnadenkapelle mit Jan Masuhr (E- und Konzertgitarre) und Thomas Gabriel an der Orgel.

Mehr Informationen und das gesamte Programm gibt es hier.

Danach können die Besucher in einer halbstündigen Pause zu St. Peter und Paul pilgern und sich dabei erfrischen. Um 20.30 Uhr lässt der Mainzer Domorganist Albert Schönberger die Orgel in St. Peter und Paul ertönen und wird begleitet von Renate Kehr (Flöte). Seinen Abschluss findet der Abend ab 22 Uhr in St. Wolfgang im Westen der Stadt mit Manfred Bockschweiger, Trompete, und Andreas Boltz, Orgel. Karten gibt es unter 06071/2002306.

Die Musiker und das Programm

18.00 Uhr - 18.45 Uhr Ev. Kirche, Frankfurter Straße 3:

Irith Gabriely, Klarinette & Hans-Joachim Dumeier, Orgel: „Church Meets Synagogue“: Seit nahezu 2000 Jahren hoffen die Menschen auf Begegnung und Verständigung der Religionen, sehnen sich nach Überwindung des Trennenden. Die Musik kann ihren Beitrag hierzu leisten. Klezmermusik, ursprüngliche Musik der Synagoge, und die klassische Musik mit ihren Wurzeln in der Kirche sind stilistisch gar nicht so weit von einander entfernt. Jegliche Musik hat die Aufgabe, die Seele zu erreichen. Juden und Christen weinen, lachen, singen und tanzen nach der Musik. Irith Gabriely mit ihrer Klarinette und Hans Joachim Dumeier an der Orgel geben einen Einblick in einen Musikstil, der alle Lebenslagen vertont. Von schwermütiger Melancholie und Trauer bis hin zu euphorischer Freude ist alles hörbar, was Menschen bewegt. Irith Gabriely, in Haifa geboren, gründete 1986, neben ihrer Tätigkeit als erste Klarinettistin am Staatstheater Darmstadt, die Klezmergruppe "Colalaila", mit der sie seitdem in vielen Ländern Europas Konzerte gibt. 1991 wurde sie beim größten Klezmer­festival in Zefat (Israel) mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Als "Queen of Klezmer" nahm sie mit Colalaila auf dem Edingburgh Festival 1998 eine weitere besondere Auszeichnung entgegen. Ihre Auftritte in der Berliner Philharmonie, der Musikhalle Hamburg und der Alten Oper Frankfurt wurden im vergangenen Jahr vom Publikum begeistert gefeiert. Mittlerweile sind neun CDs mit Irith Gabriely erschienen, darunter auch die gleichnamige CD "Church meets Synagogue" (organo phon 90 119). Hans Joachim Dumeier studierte Orgel bei dem Pariser Organisten Daniel Roth. Seit 1986 ist er Kantor an der evangelischen Stadtkirche Michelstadt und konzertiert in vielen Ländern Europas sowie in den USA. Neben der künstlerischen Leitung der Michelstädter Musiknächte gilt sein besonderes Augenmerk der jüdischen Musik und Kultur. Er ist Referent des „Center of Jewish Culture and Creativity" (Los Angeles).

19.15 Uhr - 20.00 Uhr Wallfahrtskirche, In der Altstadt 18:

Jan Masuhr, E- und Konzertgitarre Thomas Gabriel, Orgel.

Jan Masuhr, Gitarrist, studierte an der Hochschule für Musik Heidelberg / Mannheim bei Jörg Wagner. 1995 erlangte er seinen Abschluss mit Auszeichnung. Die künstlerische Reifeprüfung absolvierte er 1998 an der „Akademie für Tonkunst" in Darmstadt bei Prof. Olaf van Gonnissen ebenfalls mit „sehr gut". Neben zahlreichen Meisterkursen rundete er seine Studien am Mozarteum / Salzburg und an der „Université de Québec á Montréal / Kanada bei Prof. Alvaro Pierri ab. Jan Masuhr ist Preisträger diverser Wettbewerbe und folgte Einladungen zu Tourneen sowie internationalen Festivals unter anderem nach Nordamerika, Schweden und Japan. Sein musikalisches Tätigkeitsfeld erstreckt sich im klassischen Bereich vom Solo-Rezital über kammermusikalische Besetzungen bis hin zum Solisten mit Sinfonieorchester. Mit E-Gitarre wirkte er bei zahlreichen Projekten verschiedenster Art mit. Jan Masuhr ist als Dozent bei Lehrgängen und als Leiter von Seminaren des „Bundes Deutscher Zupfmusiker" tätig. Er ist Mitbegründer und Dirigent des Jugend-Gitarren-Orchesters Hessen und Leiter des Ensembles „Con Salero". Mehere Solo-CDs fanden im Rundfunk große Beachtung.

Thomas Gabriel, Organist, studierte kath. Kirchenmusik bei Prof. Josef Bucher und Prof. Sieglinde Ahrens an der Folkwang Hochschule in Essen. Sein Cembalostudium absolvierte er bei Prof. Iwona Salling. Seit 1983 ist er tätig als Regionalkantor in verschiedenen Bistümern Deutschlands. Seit 1998 ist er Regionalkantor in Seligenstadt mit dem Schwerpunkt „Neues Geistliches Lied" im Bistum Mainz. Hinzu kommen Tätigkeiten als Organist, Chorleiter, Arrangeur und Dirigent in ganz Deutschland und Übersee. Zu seinen Kompositionen und CD-Produktionen gehören: „Daniel" 1996, „Gregorianik und Jazz" 1999, „Swinging Christmas" 2000, „Bach Jazz" 1988 und 2000, „Mein Engel" 2001, „Emmaus" 2002, „Der Engel in dir" 2003, „Engelsturm" 2003, „Organ meets Guitar". Er ist musikalischer Leiter verschiedener kirchlicher Großveranstaltungen, u.a. Eröffnungsgottesdienst des Ökumenischen Kirchentages 2003 am Brandenburger Tor. Kompositionsaufträge u. a.: Oratorium „Bonifatius" (UA Juni 2004 im Mainzer Dom); Abschlussgottesdienst des pueri-cantores-Chortreffens in Köln (07/2004); Aufführung der „missa mundi" anlässlich des Weltjugendtages 2005 in Köln im Abschlussgottesdienst mit Papst Benedikt XVI

20.30 Uhr - 21.15 Uhr Stadtkirche, St. Peter u. Paul, Steinstraße 3:

Renate Kehr, Flöte Albert Schönberger, Domorganist Mainz (Mit Videoübertragung auf eine Leinwand im Altarraum):

Renate Kehr, die sich als Solistin, Kammermusikerin, Pädagogin und Herausgeberin von Flöten-Literatur (Schott Musik International) gleichermaßen einen Namen gemacht hat, ist sowohl bei europäischen Festivals als auch in Konzertsälen der USA und im Fernen Osten eine gerngesehene Interpretin. Zahlreiche LP- und CD-Einspielungen sowie regelmäßige Produktionen bei ARD-Sendern haben sie weit über unsere Grenzen hinaus bekannt gemacht. Ihre CD "Der Paradiesvogel" - zauberhafte Flöten und Orgelklänge (organo phon 90114), die sie mit Albert Schönberger aufgenommen hat, spannt einen großen Bogen vom Barock bis zur Neuzeit.

Albert Schönberger wurde 1985 von Bischof Prof. Dr. Karl Lehmann zum Domorganisten am Hohen Dom zu Mainz ernannt. In den vergangenen Jahren hat er als Interpret und Initiator der viel beachteten Reihe der Orgelmatineen im Mainzer Dom und Verantwortlicher der Orgelabende im Rahmen der Mainzer Domkonzerte entscheidend zu einem Kirchenmusikprofil beigetragen, das künstlerische Ambition mit theologischem und liturgischem Engagement verbindet. Schallplatten-, CD-, Rundfunk- und Fernsehaufnahmen sowie eine rege Konzerttätigkeit und Meisterkurse auf internationaler Ebene zeugen von Schönbergers Vielseitigkeit, die sich in der großen Bandbreite seines Repertoires wie in der Kunst der freien Improvisation zeigt. In jüngster Zeit widmet sich Schönberger der Komposition. Orgelwerke, Chormusik und Literatur für Solisten und Instrumente bis hin zu Messen und großen Oratorien runden sein weites Arbeitsfeld ab.

22.00 Uhr - 22.45 Uhr St. Wolfgang, Berliner Straße 35:

Manfred Bockschweiger, Trompete Andreas Boltz, Orgel.

Manfred Bockschweiger, in Freising geboren, begann im Alter von elf Jahren das Trompetenspiel. Mit 17 Jahren studierte er bereits an der Hochschule für Musik München in der Klasse von Prof. Paul Lachenmeir. Sein Studium schloss er in München mit dem Meisterklassendiplom ab. Weiterführende Studien absolvierte er bei Edward Tarr, Bo Nilsson (Malmö), Richard Giangiulio (Dallas) und Konradin Groth (Berlin). Seit 1993 ist Manfred Bockschweiger erster Trompeter im Orchester des Staatstheaters Darmstadt. Von 1999-2002 lehrte er an der Hochschule für Musik Frankfurt und von 2003-2004 an der Hochschule für Musik Augsburg-Nürnberg.

Andreas Boltzstudierte an der Musikhochschule Würzburg Katholische Kirchenmusik. 1989 legte er die Diplom-A-Prüfung und die Staatliche Musiklehrerprüfung ab; im Jahr 1992 erwarb er das Meisterklassendiplom für künstlerisches Orgelspiel in der Meisterklasse von Prof. Günther Kaunzinger. Von 1989 bis 1993 war er Assistent des Domkapellmeisters am Kiliansdom in Würzburg. Seit Herbst 1993 ist er Regionalkantor des Bistums Mainz in Darmstadt und Dozent für Chorleitung und Orgel am Institut für Kirchenmusik in Mainz. Als Organist und Chorleiter spielte er Aufnahmen für ZDF, BR, HR, DLF, ORF, RAI und Radio Catalunya ein. Konzerte als Solist und Begleiter führten ihn in zahlreiche europäische Länder. Im Jahr 1995 gründete Andreas Boltz das "Vocalensemble Darmstadt", einen Kammerchor von etwa 35 Personen, der projektbezogen arbeitet. Seine kompositorische Tätigkeit wurde 1992 beim Internationalen Kompositionswettbewerb in Triest (Italien) mit dem "Premio Speziale" gewürdigt.

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