51. Dieburger Schlossgartenfest

Bei „Musikuss“ wird zünftig mitgefeiert

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Vor dicht besetzten Bänken spielte am Samstagabend die Band „Musikuss“.

Dieburg - Seit Freitagabend wird das 51. Dieburger Schlossgartenfest gefeiert, das in diesem Jahr erstmals ganz in den Händen eines professionellen Ausrichters liegt. Festwirt Franz Widmann spricht in einer ersten Bilanz von einem „sehr guten Samstag“. Von Jens Dörr

Von den Besuchern gibt es indes Lob für die Bandauswahl, einige Neuerungen stoßen aber auch auf Kritik.

Bayern und Hessen müssen sich noch immer ein bisschen aneinander gewöhnen. Genauer: Bayern und Dieburger. „Der größte Unterschied sind die Gebinde“, erklärte Franz Widmann am gestrigen Sonntag lachend. Der Chef des Landshuter Unternehmens Franz Widmann Festzeltbetriebe, in diesem Jahr erstmals Ausrichter des Dieburger Schlossgartenfests, spielte dabei auf die Größe der Gläser an, aus denen in seiner Heimat auf Volksfesten meist das Bier getrunken wird. Während dort der Maßkrug - nun ja - das Maß aller Dinge ist, stünden die Dieburger eher noch auf „Schnapsgläser“, wie Widmann die 0,4er-Variante scherzend bezeichnete. Ansonsten hatte er selbst aber nur Lob für die Dieburger und den ersten Teil der 51. Auflage des Schlossgartenfests übrig.

Bilder vom Schlossgartenfest 2012

Dieburger Schlossgartenfest

Sein Resümee der ersten beiden Tage auf den Punkt gebracht: „Am Freitag hat der Wettergott leider nicht mitgespielt, dafür was das Zelt gut besucht. Im Biergarten war da leider gar nichts, doch das Wetter müssen wir eben so nehmen, wie es kommt. Der Samstag war sehr gut - drinnen wie draußen.“ Hocherfreut registrierten Widmann und seine Mitarbeiter - 80 Festangestellte, Aushilfen sowie Provisionskellnerinnen -, dass die Dieburger Senioren „ihr“ Angebot am Samstagnachmittag sehr gut annahmen.

An die 500 ältere Bürger ließen sich dabei nicht nur Bier und Hendl schmecken, sondern auch vom Duo „Xaver Karl“ unterhalten. Das sorgte durch seine Namensgebung für heitere Verwirrung: Mitnichten hieß der eine Musiker Xaver und der andere Karl. Vielmehr hieß der Anführer mit Vornamen Xaver und mit Nachnamen Karl, während sein Kollege im Namen des Duo unerwähnt ist. Ein anderes Missverständnis war für die Besucher wie für die Arbeitskräfte da schon irritierender, auch wenn Franz Widmann das ebenfalls einfach „lustig“ fand: Über der Anrichte fürs Essen stand unter anderem „Schau mal rein“ geschrieben, was dazu auffordern sollte, in die Speisekarte zu schauen. Stattdessen dachten einige Gäste, es sei möglich, sich im Küchenbereich einen persönlichen Eindruck vom Werk des „Neuen“ in Dieburg zu machen. Das klärte sich meist aber doch schnell auf.

Gleichwohl gab es trotz des guten Zuspruchs am Samstag auch Irritationen beim Publikum, das nicht komplett überzeugt von der neuen Aufmachung des Fests war.

Preise, Kontrollen, Bar und Vergnügungspark

Kritikpunkte, geäußert persönlich, via Facebook und auch auf www.DA-imNetz.de, waren etwa Preise, Kontrollen, Bar und Vergnügungspark. Die Maß Bier für 8,50 Euro und das 0,4er für 3,40 Euro fanden einige schlichtweg zu teuer. In der Tat waren die Preise in den vergangenen Jahren darunter geblieben; da zapften und spülten allerdings auch ehrenamtliche Helfer der Dieburger Vereine, war das Zelt außerdem eine einfachere Variante, zumal ohne Boden. Alles Kosten, die Unternehmer Widmann aus Rentabilitätsgründen in seine Preise einkalkulieren muss - von Umsatzeinbußen wie denen am Freitag im Biergarten einmal ganz zu schweigen.

Damit einher ging auch die striktere Kontrolle in der Festhalle, was selbst mitgebrachte Getränke betraf. Das wiederum hatte Taschendurchsuchungen zur Folge. „Meine Sicherheitsleute sind aber nicht nur zum Rucksackdurchsuchen da“, betonte Franz Widmann. Ganz wichtig sei ihm, dass an unter 16-Jährige kein Bier verkauft würde. „Ein 14-Jähriger muss und soll kein Bier trinken, sondern lieber Limo.“

Die Dieburger lobte Widmann als „friedliche Leute, die gerne feiern, wenngleich nicht ganz so ausgelassen wie in Bayern“. Bei der Band „Musikuss“ standen am Samstagabend dennoch einige auf den Bänken.

In der Bar suchten sie später den eigentlich angekündigten DJ Robby vergebens. Da im Zelt bis etwa 2 Uhr morgens Musik gelaufen sei, habe man sich doch dagegen entschieden, so Widmann. Für ein, zwei weitere Stunden wäre der Aufwand nicht gerechtfertigt gewesen. Im Barbereich hinter der Bühne des Zelts lief dennoch Musik, für richtige Partyatmosphäre war die einigen aber zu leise. Widmann stellte seinerseits eine gewisse Zurückhaltung anhand des Umsatzes in der Bar fest.

Umgewöhnen in Sachen Raumaufteilung

Umgewöhnen mussten sich die Besucher auch in Sachen Raumaufteilung: Die Festhalle ließ aufgrund ihrer Beschaffenheit und der Anordnung der Essensausgaben keine Nord-Süd-Trasse zu, so dass man gen Vergnügungspark aus dem Zelt heraus nur gen Süden (Biergarten) gehen konnte und dann um das Zelt herum zum nördlichen Teil des Platzes mit seinen Fahrgeschäften (Break Dancer, Schiffsschaukel, 3D-Simulator, Autoscooter, „Reitschule“).

Einige Besucher monierten die geringere Zahl an Buden gegenüber den Vorjahren. Für die Gestaltung des Vergnügungsparks war unterdessen die Offenbacher Ferling GbR, nicht Franz Widmann, verantwortlich.

Lob vieler Gäste gab es für die Bands und die Aufmachung der Festhalle. Dort konnten erstmals Logen reserviert werden, was auch genutzt wurde. Eröffnet wurde das 51. Dieburger Schlossgartenfest diesmal auch offiziell durch den Bieranstich schon am Freitagabend. Franz Widmanns verbales Schulterklopfen für Bürgermeister Werner Thomas: „Er hat mit Schmackes draufgehauen. Nach drei Schlägen war das Fass angezapft.“

Heute warten auf die Festbesucher ab 11 Uhr der große Frühschoppen mit verbilligtem Bier und „Winfried Stark und seine Steigerwälder“, ab 18 Uhr heizt die Band „Die Stiefelziacha“ im Festzelt ein, bevor dann um 22.30 Uhr das Fest mit einem Feuerwerk ausklingt.

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