Dieburger wünschen sich geliebtes „DI“ zurück

Dieburg - Das kam nicht überraschend: Mit überwältigender Mehrheit haben sich die Dieburger für eine Wiederreinführung des Autokennzeichens „DI“ ausgesprochen. Von Lisa Hager

Ein Team der Hochschule Heilbronn hatte Ende Mai eine Umfrage auf dem Marktplatz und bei Passanten im Fechenbachpark gemacht. 255 Personen nahmen daran teil, darunter waren 177 Einwohner der Stadt Dieburg.

Ergebnis: 83 Prozent der Befragten waren dafür, dass der Altkreis Dieburg sein früheres Autokennzeichen „DI“ wieder bekommt. „Da die sehr klare Zustimmung der Einwohner vorhanden ist, sollte das Thema auf jeden Fall weiter verfolgt werden“, ist das Fazit der untersuchenden Studentengruppe unter Federführung von Prof. Dr. Ralf Bochert. Insgesamt ist das Verhältnis von Befürwortern zu Gegnern der Wiedereinführung über 9:1.

Chance für die Stadt

„Dieburg hat die Chance, mit dem DI eine wieder erhöhte äußere Wahrnehmung zu erhalten, die ganz offensichtlich auch von den eigenen Bürgern unterstützt wird“, heißt es in der Zusammenfassung der Studie. Zudem sei in Hessen auf Landesebene eine Unterstützung zugunsten einer Wiedereinführung des DI zu erwarten.

Der Landkreisname mit Darmstadt und Dieburg rechtfertige zudem auch die Ausgabe beider Kennzeichen, ohne dass eine „spalterische Tendenz“ daraus abzuleiten wäre, heißt es weiter. Eine zusätzliche Wahrnehmung einer kreisangehörigen Stadt des Landkreises ist auch aus regionalpolitischer Sicht sinnvoll. „Als Symbol ist das DI tonal sehr angenehm und es ist ein hoher Wiedererkennungswert im Bezug auf die Marke Dieburg zu erwarten“, so die Studie. Die Forschungsgruppe hatte übrigens nicht nur in Dieburg recherchiert, sondern bundesweit Befragungen durchgeführt.

Weniger angetan von dem Ergebnis der Umfrage ist man beim Landkreis. „Wir nehmen das Ergebnis der Befragung interessiert und nicht überrascht zur Kenntnis, erinnern aber erneut daran, dass über die mögliche Wiedereinführung des KfZ-Kennzeichens DI nicht der Landkreis zu entscheiden hat“, sagt Frank Horneff von der Kreispressestelle. Zunächst einmal müsste über das Kraftfahrtbundesamt eine entsprechende Bundesverordnung geändert werden.

Zudem führt Horneff einen weiteren Punkt ins Feld, der beachtet werden müsse: Das Kfz-Kennzeichen DI hatte seine Berechtigung durch den Altkreis Dieburg, den es heute so nicht mehr gibt: So gehörten zum Landkreis Dieburg auch die Gemeinden Brensbach und Fränkisch-Crumbach (heute Odenwaldkreis) sowie die Rodgaugemeinden Urberach sowie Nieder- und Ober-Roden (heute Kreis Offenbach).

Verbindendes wichtig

„Es mag viele geben, die sich über die Wiedereinführung des DI-Kennzeichens freuen würden, aber nach mehr als 30 Jahren Landkreis Darmstadt-Dieburg hätte eine Wiedereinführung eher Trennendes, statt Verbindendes und auf das Verbindende sollte es ankommen“, so die Kreispressestelle.

Zum Hintergrund: Die ehemals selbstständigen Landkreise Darmstadt und Dieburg wurden nach der hessichen Kreisreform 1977 zusammengelegt. Seit 1987 vergeben die Zulassungsstellen nur noch das Kennzeichen „DA“. So kam es, dass eingefleischte „DI“-Fans überdurchschnittlich lange ihr „geliebtes Blech“ fuhren, nur um das Kennzeichen behalten zu können. Allerdings lässt sich der Lauf der Zeit nur aufhalten: Heute sieht man nur noch Oldtimer stolz mit „DI“-Schild durch die Gegend brausen.

Quelle: op-online.de

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