Peinliches Tattoo

Jugendsünde „Volker“

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Die Liebe ging, das Tattoo mit dem Namen ist geblieben.

Dieburg - Nein, so richtig stolz ist sie auf den Titel „Hessens peinlichstes Tattoo“ nicht, aber Julia Henning kann damit leben - im Gegensatz zu dem Tattoo, das auf ihrem Bauch prangt: „Property of Volker“ - auf Deutsch „Eigentum von Volker“. Von Bettina Link

Das hat sich die Dieburgerin mit 18 Jahren aus Liebe zu ihrem damaligen Freund unter die Haut stechen lassen.

So zweifelhaft der Ruhm des Titels ist, der der 34-Jährigen von dem hessischen Radiosender FFH verliehen wurde, er gibt Julia Henning dennoch allen Grund zur Freude: Die eingebrannte Jugendsünde wird entfernt. Eine Laserbehandlung ist die Belohnung, die der Sender für „Hessens peinlichstes Tattoo“ ausgeschrieben hat. Im Internet haben die Hörer abgestimmt und die zehn schlimmsten Tattoos gewählt. Mit 31 Prozent der Stimmen holte Julia Henning aus Dieburg mit Abstand den ersten Platz.

„Als ich von der Aktion gehört habe, dachte ich gleich: das ist meine Chance“, erzählt Julia Henning, die das Tattoo inzwischen als schwere Jugendsünde bezeichnet: „Ich hatte einfach die rosarote Brille auf. Mein Freund war 18 Jahre älter, ich war total verliebt und dachte, dass ist der Mann fürs Leben. Deswegen habe ich mich von ihm überreden lassen, mir das Tattoo stechen zu lassen.“

Plötzlich war nach zehn Jahren Schluss

Nach zehn Jahren war vom einen auf den anderen Tag Schluss mit Volker, sein Name aber blieb. „Ich wollte nur noch eins: Volker muss auch von meinem Bauch verschwinden“, sagt Julia Henning. Aber eine Laserbehandlung ist teuer und somit ist ihr Volker zumindest auf dem Bauch treu geblieben.

Doch im August soll dann auch der Name endlich verschwinden. Diese Trennung aber wird langwieriger und vermutlich auch nicht ganz schmerzfrei: zwischen sechs und 15 Behandlungen sind nötig, um die Tätowierung zu entfernen. Und das Entfernen ist ähnlich schmerzhaft wie das Stechen des Tattoos.

Und wenn der Schriftzug doch nicht ganz verblasst? „Ich würde mir etwas darüber stechen lassen, aber dezent muss es sein“, sagt Julia Henning vorsichtig. Ein Name jedenfalls wird auf ihrem Bauch keinen Platz mehr finden. Und genau davor hat die Dieburgerin auch schon einige Freundinnen gewarnt, die den Namen ihres Liebsten auf der Haut verewigen wollten. Sie sagt genau das, was ihre Mutter ihr schon als Jugendliche gesagt hat: „Das bereut man immer.“

Was bei ihr mit 18 nicht gewirkt hat, zeigte immerhin bei einigen Freundinnen Wirkung: „Sie sind mir dankbar, dass ich sie überzeugt habe, es zu lassen, denn mittlerweile haben sie sich schon wieder von ihren Partner getrennt.“

Julia Henning freut sich auf die Laserbehandlung: „Dann kann ich mich endlich wieder im Spiegel ansehen.“ Auch ihr Freund ist froh, wenn der Name des Ex nicht mehr auf ihrem Bauch steht. Dass ihr neuer Partner sich auf der Haut der 34-Jährigen verewigt: keine Chance.

Quelle: op-online.de

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