DJK-Bundessportfest

Ein Fest für die Integration im Sport

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Die Dieburger Wolfgang Gondolf (l.) und Horst Mann organisieren das DJK-Bundessportfest vom 6. bis 9. Juni in Mainz.

Dieburg - Die Dieburger Wolfgang Gondolf  und Horst Mann  organisieren das DJK-Bundessportfest vom 6. bis 9. Juni in Mainz. Heimische Sportler aus Dieburg, Münster und Ober-Roden sind dabei.

Einige Kicker der Viktoria begeben sich auf unbekanntes Terrain und werden zeitweise blind. Seit zwei Jahren sind sie schon im Fieber, in diesen Tagen steigt es noch einmal: Die Dieburger Wolfgang Gondolf (69) und Horst Mann (55) zählen zu den Organisatoren des DJK-Bundessportfests vom 6. bis 9. Juni in Mainz. Wie eine Fußball-WM oder Olympiade findet das Großereignis alle vier Jahre statt. 4 500 Teilnehmer in 22 Sportarten haben sich angemeldet. Unter ihnen sind auch mehrere Dutzend der DJK-Vereine (DJK steht für Deutsche Jugend-Kraft) aus Dieburg, Münster und Ober-Roden.

„Das ist alles noch ein paar Nummern größer als das Schlossgartenfest“, lächelt Wolfgang Gondolf, der lange Vorsitzender des SV DJK Viktoria Dieburg war und dreimal an der Spitze stehend mit dem Verein das viertägige Dieburger Traditionsfest ausrichtete. Seit anderthalb Jahren ist Gondolf Vorsitzender des Diözesanverbands Mainz. Dieser wiederum richtet diesem Jahr das Bundessportfest in im Auftrag des katholischen DJK-Sportverbands mit seinen mehr als 500 000 Mitgliedern in 1 200 Vereinen aus.

„Einerseits geht es dabei um den Meistertitel, die Teilnehmer nehmen das Ganze sehr ernst und bringen sportlich teils hochklassige Leistungen“, sagt Gondolf. So mischen etwa Tischtennis-Asse der DJK Blau-Weiß Münster oder Boulisten der DJK Dieburg mit. Noch vor vier Jahren zählte Gondolf im Boule selbst zu den Siegern. Diesmal nimmt aber seine Ehefrau Hannelore teil. Selbst wird er dafür keine Zeit haben: „Die große Herausforderung fängt ja schon bei der Verpflegung für die mehr als 4 000 Sportler und die Helfer an.“ Die Mitstreiter in Mainz, die sich beispielsweise um die Unterkünfte und Sportstätten kümmern, seien teils noch stärker am Rotieren: „Unser Glück ist, dass wir 60 Kilometer von Mainz weg sind“, meint Gondolf mit einem Augenzwinkern.

Eine besondere Ehre

Dem Dieburger wird zum Auftakt am Freitag zudem eine besondere Ehre zuteil: Vor großem Publikum auf dem Mainzer Bischofsplatz hält Gondolf für den Diözesanverband die Ansprache und eröffnet das Fest auch gemeinsam mit dem Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling. Kardinal Lehmann und Rheinland-Pfalz’ Ministerpräsidentin Malu Dreyer werden auch da sein. Durch eine Multiple Sklerose bekanntlich gehandicapt und teils auf den Rollstuhl angewiesen, dürfte sich die Sozialdemokratin darüber freuen, dass die Inklusion an den vier Tagen im Fokus steht. Das zeigt sich etwa in den Fußball-Turnieren, die Horst Mann - seit drei Jahren Fußball-Fachwart des Verbands - organisiert: Neben Turnieren „normaler“ Teams, an denen auch die A-Junioren der DJK Dieburg teilnehmen, gibt es zum Beispiel ein Unified-Fußball-Turnier.

Dabei spielen drei Jugendliche ohne Behinderung mit vier Jugendlichen mit geistiger Behinderund auf einem Kleinfeld zusammen. Tore dürfen nur die Spieler mit Behinderung schießen. Der Dieburger Maverick Stemmler ist einer der Schiedsrichter dieses außergewöhnlichen Turniers. Beim Blinden-Fußball sind die D-Junioren der DJK Dieburg gemeldet: Sie erhalten zunächst einige Übungseinheiten, ehe sie sich dann mit mit verbundenen Augen und in einer Mannschaft mit Sehbehinderten Spielern auf fremdem Terrain bewegen.

Während die Teilnehmer - die Behinderten ausgenommen - allesamt Mitglieder eines DJK-Vereins sein müssen, steht das DJK-Bundessportfests allen interessierten Zuschauern offen. Der Eintritt zu allen Wettkämpfen ist frei, für ein buntes Rahmenprogramm mit Sport- und Spaßmeile sowie Partys und Konzerten am Abend ist gesorgt. Nähere Infos gibt es online unter www.djk-bundessportfest.de. 

jd

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