„Don Camillo Bar“ im Ausweichquartier

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Kräftig zupacken heißt es derzeit für die Mitglieder der Dieburger Kolpingfamile. Bis zur Fastnacht soll aus dem ehemaligen Zörgiebel-Geschäft die „Don Camillo Bar“ geworden sein.

Dieburg (jd) ‐ Narr, Du musst nicht traurig sein: Wer wegen des Umbaus im Dieburger Pater-Delp-Haus befürchtete, in diesem Jahr auf eine traditionsreiche Einkehr an der Straßenfastnacht verzichten zu müssen, darf sich freuen.

Denn das Pater-Delp-Haus wird zwar an den tollen Tagen tatsächlich nicht zur Verfügung stehen, doch wird stattdessen nur wenige Meter weiter gefeiert: Die Kolpingfamilie Dieburg macht das leerstehende ehemalige Zörgiebel-Geschäft in der Steinstraße zum Party-Ort – die Narren  sparen  somit  sogar  noch einige  Meter  Fußweg in den Hinterhof,  über  den  das Pater-Delp-Haus  erreicht  wurde.

Die Pfarrei hat uns das Gebäude für die Fastnacht überlassen“, sagt Willi Braun, der sich im Scherz gerne auch mal „Ober Don Camillo“ nennt. Denn zu Äla-Zeiten war das Delp-Haus bei vielen eher als „Don Camillo Bar“ bekannt. Ein Schild mit dieser Aufschrift prangt jetzt auch schon über dem Eingang des Ex-Zörgiebel-Ladens – ansonsten aber wird deutlich, dass noch etliche Schichten zu absolvieren sind, bis die Narrenschar die Bar am neuen Ort entern kann.

In diesem Jahr sind die Vorbereitungen besonders aufwändig, weil nur noch der Rohbau dasteht und kaum mehr Infrastruktur vorhanden ist“, erläutert Kolping-Mitglied Braun. Elektrik, Wasser, Küche – um all das kümmert sich die Dieburger Kolpingfamilie aktuell und fährt Arbeitseinsatz auf Arbeitseinsatz.

„Wir schaffen das bis Fastnacht“

Schön ist, dass wir dabei von Dieburger Unternehmen unterstützt werden“, betont Braun. Schon in „normalen“ Jahren kämen im Vorfeld der Fastnacht 500 bis 600 Arbeitsstunden zusammen, in diesem Jahr noch etliche mehr. „Ich selbst bin seit Anfang des Jahres eigentlich täglich hier“, sagt Braun auf der Baustelle, die einmal die „Don Camillo Bar“ werden soll. Und auch wird: „Wir schaffen das bis Fastnacht“, ist sich Braun ganz sicher.

Getanzt werden darf dann im Erdgeschoss, insgesamt 170 Quadratmeter stehen dort zur Verfügung. Einen bedeutenden Teil werden Theke und die noch einzurichtende Küche sein. Im ersten Stockwerk wird dagegen keine Fete stattfinden. Dennoch seien die Investitionskosten doppelt so hoch wie sonst, rechnet Braun vor. Jung und Alt – den harten Kern beziffert Braun auf zehn Personen - packen derzeit vor allem an Samstagen kräftig an, damit das Geld an Fastnacht wieder hereinkommt. Sofern ein Überschuss bleibt, werde man den für einen sozialen Zweck spenden, kündigt Braun an.

Blickt man zurück, findet man die Vorläufer der „Don Camillo Bar“ schon Mitte der 70er Jahre im früheren „Café Mayer“, das damals das Vereinslokal der Kolpingfamilie Dieburg war. Dort bewirtschaftete sie den Nebenraum – bis 1985. Ein Jahr später zog die heute 200 Mitglieder zählende Dieburger Kolpingfamilie dann ins Pater-Delp-Haus ein und eröffnete 1986 auch gleich die Fastnachts-Bar.

Spenden gingen ins Ausland oder wurden an soziale Dieburger Institutionen verteilt

Besonders taten sich neben Willi Braun dabei Hans Hampel und Beate Hampel hervor. Die Gewinne aus der Fünften Jahreszeit wurden in Anteilen stets gespendet, gingen nach Brasilien, Indien, Afrika sowie an Einrichtungen in Dieburg: Kindergärten, die „Tafel“, das Kapuziner-Kloster und die Pfarrei St. Peter und Paul.

Mit dem Restgeld werden die Vereinsarbeit und die örtliche Jugendarbeit der Kolpingfamilie Dieburg finanziert. Das Engagement würdigte der Karnevalverein 1997 mit der „Holzisch Latern“.

Die „Don Camillo Bar“ feiert in diesem Jahr – vorübergehend, denn 2011 steht das Pater-Delp-Haus wieder zur Verfügung - übrigens nicht nur in neuen Räumlichkeiten, sondern auch ein Jubiläum: Es ist die 25. Veranstaltung ihrer Art.

Ein Grund mehr, an Fastnacht reinzuschauen - was zu folgenden Öffnungszeiten möglich ist: Am Samstag 13. Februar, geht es um 19.30 Uhr los, am Sonntag (14.) ist ab 14.30 Uhr zum Kräppelkaffee geöffnet. Hier hofft der Ausrichter auf viele Besucher des Prinzenempfangs, die im Anschluss an diesen einkehren wollen.

Am Montag beginnt das närrische Treiben in der Bar um 15.30 Uhr, zur selben Zeit auch am Dienstag. Das Prinzenpaar schaut Montagnachmittag und ein zweites Mal zum Abschluss ihrer Montags-Tour in der Bar vorbei.      

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