Auf der Leer und am Freibad schon in Betrieb

Drei neue Stromtankstellen in Dieburg

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Mit 22 Kilowatt laden die neuen Stromtankstellen in Dieburg. Ein Ladevorgang dauert damit nur etwa zwei bis drei Stunden.

Dieburg - Zwei öffentlich zugängliche Ladestationen stehen den Fahrern von Elektroautos in Dieburg ab sofort zur Verfügung – eine weitere soll im Mitte Juli noch folgen. Von Lars Herd 

Am Dienstag wurde die Station am Parkplatz auf der Leer (An der Brückenmühle 2) eröffnet, im gleichen Zuge wiesen Andreas Niedermaier, Vorstand der Entega AG, und Dieburgs Bürgermeister Dr. Werner Thomas auf die zweite Stromtankstelle am Dieburger Freibad (Lessingstraße 17) hin. Die dritte Station ist am Bahnhof geplant, dort fehlt aktuell aber noch die nötige Stromzufuhr. „Damit haben wir definitiv die sinnvollsten Stellen in Dieburg abgedeckt“, erklärt Thomas. Außerdem betont der Bürgermeister, dass Dieburg als Mittelzentrum darauf eingestellt sein müsse, dass zunehmend Menschen nach Dieburg kommen und ihr Elektroauto aufladen wollen, während sie im Schwimmbad sind, in der Innenstadt einkaufen oder vom Bahnhof aus mit dem Zug zur Arbeit fahren: „Insofern gehören Elektrotankstellen zu den zeitgemäßen Angeboten einer Stadt.“ Derzeit sind die Preise für Elektroautos noch recht hoch, mit den neuen Ladesäulen möchte Niedermaier nun auch etwas Druck auf die Autohersteller ausüben. „Es wird Zeit, dass sie das Gaspedal finden.“

Zum Test wurde ein BMW i3 an die neue Säule angeschlossen, mit der ein Ladevorgang nur etwa zwei bis drei Stunden dauert. Zum Vergleich: Mit einer herkömmlichen Steckdose lädt das Auto knapp acht bis zehn Stunden. So kommen die Ladesäulen mit einer Leistung von 2x22 Kilowatt zum Einsatz, was den Vorgang um bis zu zehnmal beschleunigt. Eine Ladung kostet 5 Euro, damit können die Elektroautos rund 200 bis 250 Kilometer hinter sich bringen – bei sparsamer Fahrweise. Zahlen können die Fahrer per PayPal oder mit einer Ladekarte. Gewinn macht die Entega dabei nicht, vielmehr ist der Preis so gestaltet, dass die Stromkosten gedeckt werden. Mit der App „ecotap“ können die Fahrzeughalter schauen, welche Elektrotankstellen in ihrer Umgebung noch frei sind und wo sie diese finden.

Für Elektroautos sind zwei Parkplätze je Säule reserviert, auf denen sie kostenlos drei Stunden lang parken dürfen – mit einer Parkscheibe. Auf der Leer fallen für „normale“ Autos Parkkosten an, die tankende Fahrzeuge – zumindest für drei Stunden – nicht betreffen. Wer sein Auto dort abstellt, ohne zu laden, muss mit einem Strafzettel rechnen.

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Insgesamt plant die Entega mit dem Projekt „Elektromobilität für Südhessen“ 100 Säulen für je zwei Autos. Dafür nehmen sie rund 1,2 Millionen Euro in die Hand – eine Säule kostet also etwa 12.000 Euro. Aktuell beteiligen sich 36 Kommunen mit 48 Ladesäulen von Entega am Projekt. Mit den neuen Tankstellen in Dieburg sind bereits 27 in Betrieb. „Die Ladeinfrastruktur ist ein zentraler Faktor für den Erfolg der Elektromobilität“, erklärt Niedermaier und betont, dass der Energiekonzern und die Kommunen die Zahl der öffentlich zugänglichen Ladepunkte in Hessen noch in diesem Jahr um fast 30 Prozent erhöhen werde.

Zum Abschluss der offiziellen Eröffnung bekam Bürgermeister Thomas von Niedermaier den Schlüssel für den BMW überreicht und machte sich auf den Weg ins Rathaus. Eine Woche lang steht der Gemeinde das neue Elektroauto zum Test zur Verfügung. Die erste Stromtankstelle im Landkreis Darmstadt-Dieburg wurde übrigens im März 2010 in Babenhausen eingeweiht (Platanenallee 31).

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