Dieburger Dreiecksrennen

Legende lebt und bebt wieder

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Dreiecksrennen am 13. September: Fritz Gullery (87) ist mit seiner Moto Guzzi wieder dabei.

Dieburg - Bald müssen sie sich wieder so spektakulär in die Kurve legen: Die tollkühnen Fahrer des Dieburger Dreiecksrennens, das am Samstag, 13. September, wieder auf die Piste geht. Von Lisa Hager 

„Wer das als Kind erlebt hat, vergisst es nicht“, hatte ein heute 75-jähriger Dieburger beim ersten Revival des Dreiecksrennens 2005 kommentiert. Schon als kleiner Bub war er an der Strecke gestanden, als in den Nachkriegsjahren die lebenden Legenden auf ihren röhrenden Maschinen auf die Piste gingen. Demnächst ist es wieder soweit, wenn das Dröhnen der Motoren die Luft vibrieren lässt. Die dritte Neuauflage des Dieburger Dreiecksrennens auf dem legendären Rundkurs des letzten historischen Rennens von 1955 geht am Samstag, 13. September, an den Start.

Veranstalter ist wie schon bei den vorhergehenden Revivals – 2009 standen rund 20.000 Zuschauer an der Strecke – die Interessengemeinschaft Dreiecksrennen im Dieburger Automobil- und Motorradclub im ADAC.

Eigentlich hätte die dritte Neuauflage des legendären Rennens schon – wie im Zeitrahmen vorgesehen – 2013 steigen sollen. Die umfangreichen Baumaßnahmen in der Groß-Umstädter Straße, die wichtiger Teil des Kurses ist, machte den Organisatoren allerdings einen Strich durch die Rechnung. So musste man die Veranstaltung auf 2014 verschieben.

Dieburger Dreiecksrennen 2009

„Hoffentlich erlebe ich das dann noch“, hatte Fritz Gullery, eine Dieburger Motoradlegende und inzwischen 87, diese Nachricht kommentiert. Der Gewinner des Seitenwagenrennens des Jahres 1949 will nach den Revivals von 2005 und 2009 aber auch 2014 auf jeden Fall mit dabei sein. Seine rotglänzende Moto Guzzi mit Beiwagen – übrigens ziert sein Gespann mit der Nr. 35 das aktuelle Plakat – putzt und pflegt er hingebungsvoll. Aber auch trainiert wird schon: „Am Samstag war ich mit ihr unterwegs“, sagte er gestern gegenüber dem DA am Telefon. Gerüchten zufolge soll Gullery sein „Schätzchen“ sogar zuhause im Wohnzimmer stehen haben. Der Anruf brachte Aufklärung: „Stimmt“, sagt Gullery, „aber ich hab‘´ zwei Wohnzimmer.“ Im Beiwagen möchte er übrigens auch gerne wieder eine „junge Dame“ mit zum Rennen nehmen.

Geplant sind vier Demonstrationsläufe auf dem früheren 3,3 Kilometer langen Dieburger Stadtkurs, der über die Aschaffenburger und Groß-Umstädter Straße und einen Teil der alten B 26 führt. Das Fahrerlager befindet sich direkt an Start und Ziel auf dem Gelände des Mercedes Benz Center, Altstadt 37.

Die vier Präsentationsläufe haben keinen Wettbewerbscharakter, gut ankommen ist alles. Sie werden durch Pace-Cars, mit einer dem Charakter der Rennmotorräder angepassten Geschwindigkeit, geführt. Die Länge pro Lauf beträgt 30 Minuten (rund zehn Runden).

Und hier der Zeitplan für Samstag, 13. September: Das Fahrerlager öffnet für Besucher um 10.30 Uhr. Zur gleichen Zeit nimmt der TÜV die Rennmotorräder ab, die ein Moderator dem Publikum vorstellt.

Um 14 Uhr startet der erste Lauf mit straßenzugelassenen Motorrädern bis Baujahr 1976. Um 14.45 Uhr folgt der zweite mit Solo-Rennmaschinen der Baujahre 1956 bis 1976. Solo-Rennmaschinen bis Baujahr 1955 stehen im Mittelpunkt des dritten Rennens, das um 15.40 Uhr gestartet wird. Der vierte und letzte Lauf schließt sich um 16.35 Uhr mit Renngespannen bis Baujahr 1976 an.

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