IG Dreiecksrennen zeichnet Gustav A. Petermann aus

Stadt zum Pilgerort für Motorsportfans gemacht

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Herbert F. Kreher (links) und Rainer Wieshoff (rechts) zeichneten Dreiecksrennen-Initiator Gustav A. Petermann und seine Frau Marie Luise in ihrer Darmstädter Wohnung aus.

Dieburg - Ohne ihn hätte es das „Dieburger Dreiecksrennen“ von 1948 bis 1955 – und auch seine Revivals wie jenes am kommenden Samstag – wohl nie gegeben: Als Gustav A. Petermann die Strecke in der Gersprenzstadt auf dem Rückweg einer Geschäftsreise durch den Odenwald erstmals ins Auge fiel, war das die Geburtsstunde für dass bedeutendste Motorsport-Ereignis, das Dieburg jemals hatte.  Von Jens Dörr 

Nicht nur aufgrund seines damaligen Engagements und der Etablierung des Originalrennens, sondern auch wegen seiner inspirierenden Art fünf Jahrzehnte später, zeichnete die IG Dreiecksrennen Petermann am Freitag in dessen Wohnung in Darmstadt aus.

Dort lebt der 97-Jährige mit seiner Frau - beide in erstaunlich gutem geistigen und körperlichen Zustand. Einzig die Augen machten nur noch bedingt mit, erzählt Petermann. „Auf Probe“ habe er sich nach dem Zweitliga-Aufstieg des SV Darmstadt 98 dennoch wie jedes Jahr eine Dauerkarte für die Haupttribüne besorgt, sie nach der ersten Partie mangels optischer Erkenntnis jedoch wieder zurückgegeben. Die Spiele der „Lilien“ verfolge er nun im Pay-TV.

Große Leidenschaft für heiße Reifen

Noch größer als die Leidenschaft für das runde Leder war bei Petermann in seinen fast 100 Lebensjahren nichtsdestotrotz jene für die heißen Reifen. Die Ehrung übernahmen für die Interessengemeinschaft, die im Dieburger Automobil- und Motorrad-Club organisiert und Veranstalter des Revivals ist, Rennleiter Rainer Wieshoff sowie Herbert F. Kreher, die auch Petermanns Frau Marie Luise einbezogen.

Die Anstrengungen Petermanns für das Dreiecksrennen seien hinlänglich bekannt, so Wieshoff, weshalb er in seiner Laudatio einen anderen Schwerpunkt setzte: Noch 2004, als das Rennen im Grunde nur noch ein historisches Kapitel schien, habe der Darmstädter das Feuer am Lodern gehalten, „eine Gruppe von Enthusiasten“ mit einem Diavortrag beim Dieburger Heimatverein derart begeistert, dass man an das Wiederaufleben des Ereignisses herangegangen sei. „Es war Ihr Verdienst, dass Dieburg Ziel der Pilger war“, sagte Wieshoff. Und auch für den Auflauf tausender Zuschauer am Samstag sei er im Grunde wieder der „Auslöser“. Als Anerkennung überreichten die IG-Vertreter Petermann eine Rennmax im Maßstab von 1:10 und seiner Frau einen Strauß Blumen. Nicht zu kaufen ist das, was Gustav A. Petermann am kommenden Samstag erleben wird: Dann nimmt ihn die IG vor Rennbeginn auf einer Ehrenrunde mit.

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