Durch den Tunnel noch 2010

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Überraschung: In Dieburg wird man mit dem Tunnel früher fertig als geplant. Grund ist die Abtrennung der reinen Straßenbaumaßnahme von anderen Arbeiten auf dem Gelände der Bahn.

Dieburg ‐  Es war bereits zum geflügelten Wort geworden: „Silvester 2011 klingen im Tunnel die Sektgläser.“ Nun, damit wird es jetzt nichts. Von Lisa Hager

Allerdings wird es nicht - wie bei Baumaßnahmen üblicherweise zu vermuten - später als geplant, die ersten Autos werden hingegen wesentlich früher durch die Unterführung rollen als im ursprünglichen Zeitplan vorgesehen. „Selbst an Silvester diesen Jahres können wir nicht mit Sekt im Tunnel anstoßen, weil der Verkehr dort wahrscheinlich schon rollt“, verblüffte Bürgermeister Dr. Werner Thomas in der Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstagabend die Zuhörer. Der Grund für die beachtliche Verkürzung der Bauzeit liegt bei der Deutschen Bahn AG. Dort kommt man wohl mit Genehmigungsverfahren für Baumaßnahmen auf dem eigenen Gelände nicht zu Potte. Beispielsweise soll die Bahnhofstraße über bahneigenes Gelände Richtung Tunnel geführt werden. Inzwischen scheint es aber illusorisch, dass sich auf diesem Gebiet zeitgleich mit den Fortschritten an der Straßenbaumaßnahme so viel bewegt, dass das gemeinsam anvisierte Fertigstellungsziel Ende 2011 realistisch wäre. Und so hat sich das Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) mit seinen Aufgaben von denen der Bahn abgekoppelt.

Weil es jetzt viel schneller geht als geplant, muss auch an anderen Stellen Druck gemacht werden: Zeitgleich mit der Eröffnung des Tunnels sollte auch der Kreisel Marienplatz und der weitere Ausbau der Frankfurter Straße bis zur evangelischen Kirche über die Bühne gebracht werden. Thomas hat zu diesem Thema bereits intensive Gespräche mit dem Straßenbauamt geführt. Zuschussbescheide über die Straßenbaumaßnahmen liegen zwar noch nicht vor, die Sanierung Frankfurter Straße ist aber immerhin ins Förderprogramm 2010 des Landes Hessen aufgenommen.

Zufrieden mit Variante A und B

Ideal wäre, wenn die gesamte Maßnahme bis zur Spießkreuzung abgewickelt werden könnte“, sagt Thomas. Falls diese bevorzugte Variante A aus Zeitgründen nicht hinzubekommen ist, gibt man sich aber auch mit der Variante B zufrieden: Im ersten Bauabschnitt wird der Marienplatz (Kreiselkosten rund 850 000 Euro) bis zur Theobaldstraße saniert (Herstellungskosten für die Frankfurter Straße rund 750 000 Euro). Im zweiten Abschnitt geht es dann von der Theobaldstraße bis zur evangelischen Kirche (Ausbaukosten rund 350 000 Euro) weiter.

Das Parlament hat am Donnerstagabend grünes Licht für eine Vorab-Bereitstellung der Mittel gegeben. In der Variante B sind es 1,6 Millionen Euro, die die Stadt vorfinanzieren muss, in der Variante A 1,95 Millionen Euro.

Städtische Mittel werden über Nachtragshaushalt sichergestellt

Auch der Anteil des Landes Hessen für den Kreisel in Höhe von 400 000 Euro wird damit vorfinanziert. Das Geld wird dann 2011 zurückerstattet. Die städtischen Mittel werden in einem Nachtragshaushalt 2010 bereit gestellt.

Jetzt soll mit dem ASV über eine realistische Lösung verhandelt werden. „Am wichtigsten ist, dass zumindest der Marienplatz zusammen mit dem Tunnel fertig wird“, sagt Thomas.

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