Eberesche ist nicht nur Zierde

+
Die Bewässerung für die Eberesche, die die Vielauer zum Zeichen der Freundschaft mit Dieburg für den Schlossgarten spendeten, kam direkt von oben. Manfred Müller untermalte die Aktion am Samstag musikalisch mit dem Saxophon.

Dieburg ‐ Viele verschieden Baumarten gibt es im Dieburger Schlossgarten: Schwarzerlen, Stieleichen, Schwarzkiefern, einen Amberbaum, beindruckende Mammutbäume und eine über 300 Jahre alte Platane sind darunter. Doch nur selten hat ein Baum eine so symbolische Bedeutung für die Bürger, wie die Eberesche, die am Samstag im Park ihr neues Zuhause fand. Von Jasmin Frank

Auch wenn sie noch einige Jahrzehnte wachsen muss, um auch nur annähernd die Größe ihrer botanischen Kollegen zu erreichen, ist sie doch schon jetzt ein lebendiges Zeichen für die Freundschaft der Menschen auch über große Distanzen hinweg, denn sie wurde von Besuchern aus der Partnerstadt Vielau mitgebracht.

Dieser Baum kommt bei uns in Sachsen sehr häufig vor. Im Frühjahr blüht er sehr schön und im Herbst trägt er Früchte, die nicht nur bei den Tieren sehr beliebt sind. Auch wir Menschen können allerhand daraus zubereiten“, so Michael Hahn. Natürlich hatte der Vorsitzende des Vielauer Heimatvereins auch eine Kostprobe parat: Ein delikater Beerenschnaps machte die Runde, und so wurde gemeinsam angestoßen.

„Die Menschen in Dieburg sind herzlich und offen“

Wir sind uns alle gar nicht fremd, denn wir sehen uns ja regelmäßig. Vor allem die Feuerwehr fährt jedes Jahr zu unseren Freunden und umgekehrt kommt auch regelmäßig eine Abordnung hierher zu uns“, informierte Anne Sattig, die der Partnerschaft von Beginn an beiseite stand. Nun sind schon 20 Jahre seit den ersten Kontakten vergangen und noch immer fühlen sich die Menschen miteinander verbunden. „Wir haben ja drei Partnerstädte. Neben Vielau noch Aubergenville in Frankreich, wo sich vor allem die Prinzengarde engagiert. Zudem gibt es noch den Kontakt nach Mladá Boleslav in Tschechien, der noch weiter ausgebaut wird. Das Wichtigste aber ist, dass die Menschen die Partnerschaften aktiv leben, sich kennen und miteinander feiern. Nur so kann der Kontakt auch erhalten bleiben“, meinte Bürgermeister Dr. Werner Thomas.

Dieser Meinung sind nicht nur die offiziellen Abordnungen der beiden Städte, auch die „normalen“ Bürger sehen das so. „Ich bin nun das zweite Mal mit nach Dieburg gefahren und mir gefällt es außerordentlich gut hier. Die Menschen sind herzlich und offen. Ich finde, einen Baum zu pflanzen, ist ein wichtiges Zeichen für unsere Freundschaft“, so Hans-Dieter Günther, der nach der Pflanzung des Baumes mit den anderen Vielauern ein Volkslied über die Vogelbeere anstimmt.

Stein aus dem Vielauer Rittergut

Ein besonderer Hingucker ist der historische Stein, auf dem die Informationstafel für den Baum angebracht ist: Er stammt aus dem Vielauer Rittergut, das dank des Engagements der dortigen Einwohner vor dem Abriss bewahrt und liebevoll renoviert wurde.

Die Eberesche war im übrigen nicht der erste Baum, der im Rahmen der deutsch-deutschen Städtepartnerschaft einen neuen Standort fand. Auch die Dieburger Feuerwehr hat bei ihren Kollegen schon ein Pendant gepflanzt, das aber noch ein Geheimnis bewahrt - welcher Gattung er angehört. Aber dieses Rätsel wird sicherlich beim nächsten Besuch in Vielau von den Brandschützern gelöst.

Der Sonntag führte die Vielauer Freunde dann mit Förster Peter Sturm zu Sehenswürdigkeiten des Dieburger Waldes, über den Jakobsbrunnen bis auf die Moret.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare