Echte Freundschaft ist echt cool

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Das Klassenzimmer wird zur Bühne: Frank (Iradj) muss sich entscheiden zwischen Hanna (Julia) und Melanie (Jelena). Goetheschüler helfen mit, den Konflikt zu lösen.

Dieburg ‐ Frank muss sich entscheiden zwischen Hanna und Melanie. Hanna ist einfach uncool, weil die angesagte Melanie das eben so sagt. Von Sebastian Kniza

Was soll Frank bloß machen? Er ist der Freund von Hanna und hat versprochen, mit ihr zusammen am Wochenende ein neues PC-Spiel auszuprobieren. Zur gleichen Zeit will Melanie, dass Frank zu ihrer Clique kommt, um dazu zu gehören - zu den angesagten Leuten. Das aber würde bedeuten, Hanna auszugrenzen.

Bei dem Konflikt zwischen den drei Jugendlichen hilft die Klasse F 6 b der Goetheschule weiter. Ihr Klassenzimmer wird zur Bühne. Nicht nur die Darsteller, sondern auch die Klassengemeinschaft soll das Geschehen aktiv mitbestimmen. Deshalb schlüpfen die Schüler in die Rollen von Hanna und Frank, um ihre Vorstellungen und Empfindungen schauspielerisch darzustellen.

Alle dürfen ihre Gedanken in die Runde einbringen, sozusagen selbst Regie führen. Die eigenen Gefühle und die Gefühle der Anderen in Einklang zu bringen, ist hier die Anforderung.

Spielerisch lernen, mit Konflikten umzugehen

Die Klasse soll bei dem Mini-Drama des „People's Theater“ spielerisch lernen, mit Konflikten umzugehen. Um dieses Miteinander umzusetzen, haben die Profis vorher ein paar wichtige Regeln festgelegt: zuhören, nicht dazwischen rufen, sich melden, nicht auslachen, offen und ehrlich sein.

Kein Problem für die F 6 b, die in dem kleinen Theaterstück bestens mitgearbeitet hat. Die Schauspielergruppe mit Sim, Jelena, Julia und Iradj, die auch gleichzeitig Moderatoren sind, war mit der Klasse sehr zufrieden.

Die Jugendlichen im Alter zwischen 18 und 20 Jahren sind Ehrenamtliche, die ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Theatergruppe absolvieren und so ihren persönlichen Horizont erweitern. Durch ihr jugendliches Alter haben sie natürlich einen besonders guten Draht zu den Kindern und werden als Vorbilder anerkannt.

Miteinander unterschiedlicher Kulturen verbessern

Das „People's Theater“ aus Dietzenbach ist mehrmals zu Besuch: An fünf Dienstagen dürfen die Kinder von 8 bis 9 Uhr Konflikte des alltäglichen Umgangs auf schauspielerische Art lösen. In Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Rotary Club Dieburg-Babenhausen, die das Projekt finanziell unterstützen, hat Schirmherr Saleem Mirza das Projekt an die Schule geholt.

 Mirza ist Chef des städtischen Leitbildprojekts mit dem Ziel: „Das Miteinander von Menschen unterschiedlicher Kulturen verbessern“. Petra Schmidt, die Sozialarbeiterin der Goetheschule, hat die Klasse ausgesucht. Ein Großteil der Kinder kommt aus einem anderen Kulturkreis, zehn der 16 Schüler stammen aus anderen Ländern.

Und wie ging das Mini-Drama aus? Dank der Unterstützung der Kinder haben sich Hanna und Frank doch noch getroffen. „Echte Freundschaft und Ehrlichkeit sind einfach cooler“, fanden die „Regie-Schüler“. Ein Gewinn für die Klasse und die Theatergruppe.

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