Planungen für Bebauung des südlichen Campusareals dem Parlament vorgestellt.

Eigenheime statt Wohntürme

Dieburg (lho) ‐ Von einem „denkmalwürdigen Park“, der „Kombination von Grünräumen mit Wohnbebauung“ und dem „Finden einer Struktur, die an das Vorhandene anknüpft“, sprach Architekt Jens Jakob Happ. Der Planer war mit seinem Büro „happarchitecture“ als Sieger aus einem städtebaulichen Wettbewerb für den südlichen Teil des Campusareals hervorgegangen (der DA berichtete).

In der jüngsten Stadtverordnetensitzung ging es darum, dem Parlament, das zunächst einmal das Baurecht schaffen muss, die Planungen noch einmal im Detail zu erläutern. 170 Eigenheime sollen auf dem rund zehn Hektar großen Gelände entstehen. Entlang der Max-Planck-Straße sind Reihenhäuser, auf dem weiteren Gelände Doppel- und Einfamilienhäuser angedacht.

Ausgenommen von der Bebauung sind die beiden Seen mit dem sie umgebenden Baumbestand. „Wir wollen die vorhandenen Bäume so weit wie möglich erhalten und in die Bebauung integrieren“, sicherte Happ auch für das übrige Gelände zu. Die als Park erhaltene Fläche soll dabei rund ein Drittel der zehn Hektar ausmachen.

In der Nähe der zum Campus Dieburg der Darmstädter Hochschule zählenden Gebäude soll ein Mischgebiet eingerichtet werden. Hier könnten sich Firmen mit Bezug zur Hochschule niederlassen, aber auch - so gewünscht - ein Studentenwohnheim oder anderweitige Wohnbebauung Platz finden.

Erschlossen werden soll das Gelände durch eine Hauptzufahrtsstraße mit sich anschließender ringartiger Verkehrsführung durch das Gebiet, so dass der Verkehrsflächenanteil relativ gering gehalten werden könnte.

Vorgesehen ist eine abschnittsweise Vermarktung und somit auch Bebauung der Flächen. So soll auch der Bereich des Hallenbades samt Parkflächen erst nach Ablauf des Mitevertrags Ende 2014 zur Bebauung anstehen.

Den Abschied vom Hallenbad wollte Andreas Will (Grüne) indes nicht so schnell hinnehmen. Er beantragte, dass die Fläche von Hallenbad und dazugehörigen Parkplätzen für ausschließlich diese Nutzungsform festgeschrieben werden soll. Auch Wilhem Reuscher (FDP) wollte wissen, ob es unter den insgesamt elf für den Wettbewerb eingereichten Entwürfen einen gegeben hätte, der den Erhalt des Hallenbades vorgesehen hätte.

Das sei nicht der Fall, beantwortete Sascha Querbach von der Firma Corpus Sireo, die für die Verwaltung der Telekom-Immobilien zuständig ist, die Frage. Vorgabe für den Wettbewerb sei gewesen, dass das Mietverhältnis Ende 2014 auslaufe.

Welche Flächen des Geländes der Stadt zufallen werden, wollte Herbert Nebel (Grüne) wissen. Schließlich weise die Stadt Dieburg neues Bauland nur dann aus, wenn sie im Besitz von 50 Prozent der Flächen sei. Eine Regelung, die in diesem Fall nicht greife, erklärte Bürgermeister Dr. Werner Thomas. Bei den Plänen für das Campusareal handle es sich um keine Neuerschließung eines Geländes, sondern lediglich um eine Umplanung.

Dennoch werden Teile des Geländes in den Besitz der Stadt Dieburg übergehen: Die beiden Seen und ihre Umgebung sollen weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich bleiben und auch die Verkehrsflächen gehen in den Besitz der Stadt über. „Die Flächen, die Pflege erfordern und Geld kosten, kommen also der Stadt zu“, monierte Will. Das seien Fragen, die im Rahmen eines städtebaulichen Vertrags noch zu klären seien, beschwichtigte Thomas. Hier würden auch die Folgekosten berücksichtigt.

Bis Ende 2010 will die Corpus Sireo für das Gelände Baurecht geschaffen wissen. Über die ersten Schritte dahin werden nun erst einmal der Bau- und der Finanzausschuss zu beraten haben. Der Bauausschuss will dazu am Donnerstag, 17. Dezember, zusammenkommen.

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