Schulsportleiter kritisiert schlechte Bedingungen / Hassia-Gelände als Wunschareal?

Eindringlicher ADS-Appell: Dieburg braucht Sportzentrum

Kicken können die Delp-Schüler beim SC Hassia bereits. Doch wo soll man sich in Dieburg aufs Sportabitur vorbereiten? Der ADS-Schulsportleiter Peter Neuberger bringt nun das Sportclub-Areal in die Debatte. - Foto: Dörr

dieburg J In der Schulstadt Dieburg fehlt es nach wie vor an geeigneten Sportanlagen. Deshalb hat der Sportleiter des Oberstufen-Gymnasiums, der Alfred-Delp-Schule, kurz vor den Ferien noch einmal einen dringenden Apell an die politisch Verantwortlichen gerichtet. Von Jens Dörr

Angehende und frisch gebackene Abiturienten der Alfred-Delp-Schule (ADS) nutzten einen ihrer letzten Schultage vor den Sommerferien zum Kleinfeld-Kick auf dem Sportgelände des SC Hassia. Das war aber ebenso wenig die wichtigste Botschaft der Veranstaltung wie das inzwischen schon traditionelle Schüler-Lehrer-Spiel zum Ausklang. Vielmehr von Bedeutung: ADS-Schulsportleiter Peter Neuberger nutzte das Turnier, um einen eindringlichen Appell in Sachen Sportinfrastruktur loszuwerden.

„Es fehlt in Dieburg nach wie vor an geeigneten Außenanlagen“, sagte Neuberger klipp und klar. Sein konkreter Wunsch: „Für unsere Schule - und sicher auch die anderen Schulen auf der Leer - wäre es das Beste, wenn ein neues Sportzentrum auf dem Gelände der Hassia entstünde.“

120 Delp-Schüler machten in diesem Schuljahr ihr Abitur auch im Fach Sport. Im Schuljahr 2012/2013 bietet die ADS zudem erstmals einen Sport-Leistungskurs an - hohe Nachfrage der Schüler vorprogrammiert. „Die Qualität des Sportunterrichts hängt stark von den äußeren Umständen ab“, erläuterte Neuberger. In dieser Hinsicht ist Dieburg wahrlich keine Qualitätsstadt.

Auf dem Campus-Areal verschwand ebenso sportlich nutzbare Außenfläche wie auf der Leer. Der städtische Sportplatz am Schwimmbad ist mit Ausnahme der Weitsprunganlage in unbefriedigendem Zustand. Einzig das Freibad ist ein Lichtblick - abgesehen von der mittlerweile etwas entspannteren Hallensituation. „Der Sport hat an unserer Schule einen hohen Stellenwert“, so Neuberger. „Die Bedingungen unter freiem Himmel sind aber ziemlich schlecht.“

Mit dem Lauf-Training auf Feldwegen - auch für die Abiturprüfungen - habe man sich zwar arrangiert, sagt der Sportleiter einer der vermeintlichen Vorzeigeschulen im Kreis. Deren Prüfungen - vor allem in der Leichtathletik - mussten in der Vergangenheit in Münster durchgeführt werden. „Auch in näherer Zukunft müssen wir wohl ins Gersprenzstadion gehen“, bedauert Neuberger.

Von der Leer ans Wolfgangshäuschen

Jene, die einen Sport-LK an der ADS belegen, werden sich vor allem mit Handball, Basketball, Fußball, Schwimmen und eben der Leichtathletik befassen. Für letztere sei insbesondere eine moderne 400-Meter-Bahn, ein Kugelstoßring und eine Weitsprunganlage - alles an einem Fleck und im Optimalfall mit sanitären Anlagen kombiniert - vonnöten.

Auch ein Kunstrasenfeld sei für einen Fußballunterricht bei Wind und Wetter wichtig, wenngleich dort im Umkehrschluss besser keine Speere geworfen werden sollten. All das aber fehle für einen guten Sportunterricht in Dieburg.

„Beim SC Hassia wäre das meiner Meinung nach wohl am schnellsten und günstigsten zu verwirklichen“, sagt Neuberger. Über dieses Thema habe er sich auch schon mit Andreas Schneider von der Landrat-Gruber-Schule (LGS) ausgetauscht.

Profitieren könnten vom kurzen Weg von der Leer ans Wolfgangshäuschen auch Gutenbergschule, Anne-Frank-Schule und Gustav-Heinemann-Schule. Zumal rund 900 Goetheschüler den städtischen Sportplatz benutzen. Zum Kicker waren die Delp-Schüler in der Vergangenheit schon mehrfach zum Sportclub gekommen, der sein Areal stets gratis zur Verfügung stellte.

Neuberger hofft im Sinne des bestmöglichen Schulsports daher auf die schnelle Entstehung eines neuen Platzes im Dieburger Westen - gleichwohl ihm finanzielle Zwänge der öffentlichen Hand bewusst seien.

Wer einwenden mag, bei einer Präsentation von Stadtleitbild-Pate Ulrich Bausch (Bauingenieur und Vorsitzender Turnverein) im Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport vor zwei Jahren sei der Hassia-Standort ja schon verworfen worden, darf zumindest das Platzargument nicht mehr gelten lassen: Neuere Messungen haben ergeben, dass das Areal bei cleverer Ausnutzung sehr wohl groß genug für ein Großfeld mit umgebender 400-Meter-Laufbahn wäre.

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