Typisierungsaktion ein voller Erfolg

„Eine außerordentliche Bilanz“

+
Die erste Frauenmannschaft der FSG Dieburg/Groß-Zimmern und ihre Gastmannschaften ließen sich während ihres Hallenvorbereitungsturnieres für die DKMS registrieren.

Dieburg - Teilweise bildeten sich lange Schlange vor dem eigens an der Dieburger Schlossgartenhalle aufgebauten Pavillon: Die Männerhandballer der Spielgemeinschaft der SG Grüngelb Dieburg und des TV Groß-Zimmern hatten in Kooperation mit der gemeinnützigen Hilfsorganisation Knochenmarkspenderdatei (DKMS) zu einer Typisierungsaktion aufgerufen.

Robert Remspecher, der Vater des Dieburger Handballtorhüters Tristan Remspecher, ist an Blutkrebs erkrankt und benötigt, wie berichtet, dringend eine Knochenmarkspende. Derzeit befindet sich der 67-Jährige zur Chemotherapie in der Uniklinik in Frankfurt. „Nach dieser Therapie muss ein passender Spender gefunden sein“, beschreibt der Sohn die dramatische Situation seines Vaters.

Rund zehn Helfer aus dem privaten Umfeld und den Handballvereinen waren im Rahmen des Hallenturniers der SG Grüngelb Dieburg nun im Einsatz, um bei der Typisierungsaktion zusammen mit der Knochenmarkspenderdatei (DKMS) in der Schlossgartenhalle potenzielle Spender zu registrieren. Es wurde von jedem ein Wangenschleimhautabstrich gemacht, die Personalien aufgenommen und die Proben nach Köln gesandt. Dort werden sie in einem Labor analysiert und die so gewonnenen Daten in einer Datei gesammelt.

Unter den Registrierten befanden sich auch viele Kerbborschte aus Groß-Zimmern. Direkt, nachdem sie bei einer Hochzeit Spalier gestanden hatten, kamen sie nach Dieburg, um sich registrieren zu lassen. „Einfach klasse“, lobte SG-Vorsitzender Matthias Grimm die große Hilfsbereitschaft in der Groß-Zimmerner und Dieburger Bevölkerung.

Bereits nach 50 Minuten waren die ersten 100 Proben genommen – eine außerordentliche Bilanz, die sich im Laufe des Turnierwochenendes noch enorm verbessern sollte. „Es waren tatsächlich 333 Spender“, schmunzelte Tristan Remspecher ob der närrischen Zahl in der Fastnachtshochburg. Doch damit nicht genug. Auch nachdem der Stand abgebaut war, sammelte er am Folgetag während des Handballturniers der Frauenmannschaften fleißig Proben. Nahezu alle Handballerinnen ließen sich zwischen den Turnierspielen typisieren, sofern sie noch nicht registriert gewesen sind.

Außerdem nahmen mehrere Groß-Zimmerner und Dieburger online an der Aktion teil. „Insgesamt sind so 500 Personen neu in der Datei der DKMS aufgenommen worden“, bilanzierte der Initiator und fügte hinzu: „Statistisch ist unter 100 Registrierten ein potenzieller Spender für einen Leukämie-Kranken dabei. Also wurde heute, rechnerisch gesehen, fünf Menschen das Leben gerettet.“

Jessica Bönemann von der DKMS sprach von einem sehr guten Ergebnis. „Von 10 bis 2000 Teilnehmern ist bei solchen Aktionen alles dabei“, sagte sie. Im Durchschnitt beteiligen sich rund 200 Menschen an vergleichbaren Aktionen – ein Wert der in Dieburg weit übertroffen wurde. Im Nebeneffekt wurden zudem noch rund 1200 Euro an Geldspenden für die DKMS gesammelt. (mag)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare