Eine Kooperation, die wächst

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Frisches Grün für den Schulhof der Goetheschule: Gemeinsam mit Berufsschülern der LGS pflanzten Goetheschüler rund 400 Stück Immergrün ein. Der Bodendecker soll wie ein Teppich verhindern, dass sich neues Unkraut ansiedeln kann.

Dieburg ‐ Immer tiefer graben sich Cavins Hände in die Erde. Das kleine Loch vor ihm nimmt langsam Gestalt an. Neben dem 13-Jährigen ist auch Gina eifrig mit einer kleinen Schaufel am Buddeln.  Von Dirk Beutel

Gemeinsam mit weiteren zehn fleißigen Helfern kümmern sich die Schüler der neu gegründeten Garten AG der Goetheschule um die Gestaltung ihres eigenen Schulhofs. Endlich kann Gina (12) das kleine Immergrün in die Erde eingraben. Noch einmal drauf klopfen - fertig. Derweil schleppt Volker Schaum eine weitere Kiste mit den grünen Bodendeckern an. Der Fachlehrer an der Landrat-Gruber-Schule (LGS) unterstützt die ambitionierten Goetheschüler bei ihrem Schulhof-Projekt tatkräftig mit seiner 20-köpfigen Gartenbau-Klasse.

„Diese gemeinsame Schulhofgestaltung ist eine ganz neue Kooperation zwischen unseren Schulen“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Amelie Weissgerber und strahlt dabei. Endlich seien die Zeiten von Wildwuchs und verlotterten Büschen vorbei. Insgesamt drei Jahre, so die Vorgabe des Schulträgers, haben die beiden Institutionen für das „grüne Schulhof-Design“ Zeit.

„War aber auch höchste Zeit“

Die Goetheschule bekommt frisches Grün für ihren Schulhof - die LGS-Schüler dagegen praktischen Bezug zu ihrem theoretischen Unterricht. Denn bevor die Berufsschüler zu Hacke und Spaten greifen konnten, musste die Bepflanzung geplant werden. Vier Stunden pro Woche, vier Wochen lang machten sich die zukünftigen Gärtner darüber Gedanken, welche Pflanzen überhaupt verwendet werden sollen, wie viele gebraucht werden und wo sie letztlich ihren Platz finden sollen.

„War aber auch höchste Zeit“, sagt Volker Schaum. „Das war nur noch ein riesiges Knäuel, das bis zu den Fenstern nach oben gewuchert ist“, erinnert sich Schaum entgeistert. Schon die erste Begehung offenbarte für die Schüler „viel Arbeit für nächsten Jahre“. Nachdem vor ein paar Tagen einige Mitarbeiter des Da-Di-Werkes das alte Grün entfernt haben, steht nun der neuen Gestaltung nichts mehr im Weg. Aber bei den Grünflächen soll noch lange nicht Schluss sein, wie der Schulleiter, Christof Maruschka berichtet. So werden alle Sitzbänke und Tische auf dem Schulhof von der „Holz-Klasse“ der Landrat-Gruber-Schule wieder auf Vordermann gebracht und frisch lackiert. Ebenso sollen noch vor Ostern zwei Tischtennis-Platten und ein Basketball-Korb auf dem Schulhof installiert werden.

Pädagogischer Aspekt soll lange nachwirken

Bis dahin könnte sich zumindest schon die Grünfläche vor dem Hauptgebäude der Goetheschule, im dem die Sanierungsarbeiten (wir berichteten mehrfach) weiter unter Hochdruck laufen, sehen lassen. Rund 400 Bodendecker sollen verhindern, dass sich in Zukunft kein Unkraut mehr ansiedeln kann. Dazwischen wurden verschiedene Gräser und als optischer Blickfang drei Magnolienbäumchen eingepflanzt. „Die Schüler sollten darauf achten, dass die Pflanzen insgesamt pflegeleicht und robust sind“, erklärt Volker Schaum.

Inzwischen ist auch Thomas Reinholz eingetroffen. Der Schulleiter der LGS und sein Kollege Maruschka beobachten sichtlich zufrieden ihre Schützlinge bei der Arbeit. Überhaupt kooperieren die beiden Schulen auch auf anderer Ebene. Schon seit längerem tauschen die beiden Häuser ihre Lehrkräfte untereinander aus. So kommen Lehrer aus dem Bereich EDV, Kochen und Elektrotechnik an die Goetheschule, wohingegen Allgemeinwissen lehrende Pädagogen an die LGS gehen.

„Mit der jetzt gemeinsam gestarteten Schulhofgestaltung intensiviert sich die Kooperation unserer Schulen um ein weiteres Stück“, sagt Christof Maruschka, der gemeinsam mit Amelie Weissgerber betont, dass die Schüler soviel wie möglich beteiligt werden sollen. Denn: „Wenn man etwas selbst eingepflanzt oder aufgebaut hat, dann passt man auch in Zukunft besser darauf auf“, erklärt Weissgerber den pädagogischen Aspekt.

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