Therapie gesichert

Eine Welle der Hilfe trägt Ayleen

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Eine unerwartete Welle der Hilfsbereitschaft hat die krebskranke Ayleen (hier mit Bruder Tim und Mutter Tanja) erreicht. Jetzt kann sie ihre Therapie fortsetzen.

Dieburg - Ob Kind oder Greis, Christ oder Moslem, Unternehmen oder Verein: Durch Dieburg und Umgebung rollte in den vergangenen Monaten eine Welle der Hilfsbereitschaft, wie es sie selten zu erleben gibt. Von Jens Dörr

Der Grund hieß Ayleen Jelinek: Die junge Dieburgerin ist krebskrank und benötigt teure Präparate, um die Hoffnung auf eine Heilung aufrecht erhalten zu können (der DA berichtete mehrfach).

Dafür wurde viel Geld benötigt, mehrere tausend Euro pro Monat, die die Krankenversicherung der Jelineks nicht abdeckte. In finanzieller Hinsicht ist nun das angestrebte Ziel erreicht worden: Dank großer und kleiner Spenden, Überweisungen, Veranstaltungen und Verkaufsaktionen kann die derzeitige Therapie Ayleens nun sicher rund zwei Jahre lang bezahlt werden.

Kurt Endreß, Onkel der Dieburgerin, hatte die Hilfe koordiniert und zieht unter das Engagement nun erst einmal einen Strich: Weitere Hilfsaktionen - mit Ausnahme bereits geplanter, die noch nicht stattfanden - sind erst einmal nicht mehr vorgesehen.

Goetheschule half mit einem Flohmarkt

„Die Hilfe hat mir super viel Spaß gemacht, mich aber auch ganz schön auf Trab gehalten“, so Endreß. Es habe doch wesentlich mehr Zeit gekostet, als er sich das ausgemalt habe. „Die Unterstützung der Familie ist für die nächste Zeit aber gesichert, weil wir so einen enormen Zulauf erfahren haben - ob von Kindern, die ihre Spardosen geplündert haben, von frisch Vermählten oder von Glaubensgemeinden.“

In Dieburg half unter anderem die Goetheschule mit einem Flohmarkt, der SC Hassia zwackte Geld aus seinen Veranstaltungen im Juni ab, der Türkisch-Islamische Kulturverein verkaufte Lahmacun und sammelte unter seinen Gläubigen, Bürger richteten Daueraufträge ein.

Der Lionsclub Groß-Umstadt fungierte als Treuhänder, in Münster kegelten die Ortsvereine zugunsten des Mädchens, in Eppertshausen kamen alleine 7000 Euro bei einer Benefizaktion mit dem Komiker-Duo „Badesalz“ zusammen.

KiTa „Muggelburg“ rannte für Ayleen

Die OTLG im Dieburger Industriegebiet-Nord spendete den Erlös des Torwandschießens im Rahmen ihres Jubiläumsturniers bei der FSV Münster - auch das waren stattliche 1500 Euro. Die Dieburger KiTa „Muggelburg“ rannte für Ayleen um den Wolfgangsee - und das war bei Weitem noch nicht das gesamte bisherige Engagement.

Am 18. August folgt außerdem noch ein Benefiz-Fußballturnier mit anschließender Party beim KSV Urberach, beides organisiert der Dieburger Ralf Jünger.

Gleichwohl kostete das Tun viel Kraft bei Kurt Endreß, den Eltern Uwe und Tanja Jelinek und den vielen Mitstreitern. Endreß teilte dem DA mit, er müsse seinen Akku nun erst einmal wieder aufladen. Das falle aber leichter, weil das finanzielle Ziel erst einmal erreicht sei.

Spendenkonto bleibt offen

Doch - noch wichtiger - wie geht es denn Ayleen momentan? Endreß: „Manchmal ist die Wahrheit unbequem und muss trotzdem gesagt werden: Die Behandlung hat einen Rückschlag erlitten.“ Inzwischen erhole sich Ayleen jedoch „täglich ein kleines Stück mehr“.

Endreß: „Wir hoffen das Beste für Ayleen und geben ihr Unterstützung, Liebe und Zuspruch in jeder Form.“ Im Juni erfüllte die Familie dem Mädchen einen Wunsch - in Paris blickte Ayleen hoch droben vom Eiffelturm.

Das Spendenkonto bleibt offen: Auch wenn Kurt Endreß, Koordinator der Hilfsaktionen für Ayleen Jelinek, nun erst einmal einen Schlussstrich und das forcierte Engagement gezogen hat, bleibt das Spendenkonto bestehen: Konto 110 121 589, Sparkasse Dieburg, Bankleitzahl 50852651, Verwendungszweck „Hilfe für Ayleen“.

Schirmherr der Spendenaktion und Treuhänder des Kontos ist der Lions-Club Groß-Umstadt mit seinem Förderverein.

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