Äla für einen guten Zweck aufgeweckt

Dieburg - Ohrenbetäubende Paukenschläge, Schellengeläut und dazu stimmungsvoller Gesang, so zogen die „Äla Fetzer“ ins Zeughaus ein. Das Publikum hielt es nicht mehr auf den Sitzen, es wurde zum Fastnachtsmedley mitgeklatscht, mitgesungen und mitgeschunkelt. Von Verena Scholze

Und welcher Narr bis dahin noch nicht zur Fastnacht „uffgeweckt“ war, der war es nach diesem lautstarken Auftritt auf jeden Fall.

Standesgemäß zum Beginn der 5. Jahreszeit hatte der Karnevalverein zum „Äla-Uffweck-Owend“ geladen, der als „Orgel-Benefiz“ zur Erneuerung der Orgel in der Wallfahrtskirche veranstaltet wurde. Das Zeughaus platze aus allen Nähten, musste doch der letztjährige Abend wegen eines Brandes ausfallen. „Endlich können wir wieder hier feiern“, freute sich die 53-jährige Rosemarie, die sich in den KVD-Farben gekleidet hatte.

Sitzungspräsident Bernd Wolfenstädter wurde zum „Babba“. Foto: Scholze

Bevor jedoch das hochkarätige Programm des Abends startete, überreichten KVD-Präsident Friedel Enders und Sitzungspräsident Bernd Wolfenstädter Pfarrer Alexander Vogl und dem Vorsitzenden des Orgelbau-Förderkreises, Karlheinz Braun, einen Scheck über 5 000 Euro. „Die Summe haben wir aufgrund des magischen Datums bereits am 11.11.2011 angewiesen“, scherzte Enders. Pfarrer Vogl und Braun ließen es sich nicht nehmen und bedanken sich in alter Fastnachter Manier in Reimen.

Das erste Highlight des Abends waren die Speeslochfinken, die letztes Jahr ihr 60-jähriges Bühnenjubiläum feiern konnten und die die Stimmung im Saal kräftig anheizten. Bei Hits wie „Viva Colonia“ oder „Sanisbar“ schunkelte der Saal kräftig mit.

Sitzungspräsident Wolfenstädter, der durch die fast vierstündige Veranstaltung führte, wies auf die großen Sprünge des Bürgermeisters hin, die er zwar auf der Bühne, jedoch „nicht in seinem Amt machen könne“. Für weitere musikalische Einlagen sorgten das „Top-Sound-Duo“ Holger Müller und Gerhardt Finzelberg, Joachim Steinmetz und der Musikverein Peter und Paul.

Margot Müller berichtete in ihrer Büttenrede von „Müller - Made in Germany“ und deren Alltag wie Modeproblemen, Urlaubserlebnissen oder Krankheiten: „Müller machen alles mit“.

Einzug der Orgelpfeifen: Karlheinz Braun (v. l.), Sitzungspräsident Bernd Wolfenstädter, KVD-Präsident des Friedel Enders und Pfarrer Alexander Vogl. Foto: Scholze

Augustin Lohrum als „Grandseigneur“ des Witzvortrages berichtete als „De hässliche Pepo“ von seiner schlimmen Kindheit in einer durchweg hässlichen Familie. Beim Anblick seiner Schwester hätten sogar die Zwiebeln weinen müssen, wenn sie sie schälen wollte. „Esst und trinkt solang es schmeckt, niemand weiß, wann das Geld verreckt“, gab er als guten Rat abschließend mit auf den Weg. Bernd Wolfenstädter berichtete über das Leben „vun em Babba“, das Prinzengarde-Oldie-Ballett, das sich als gar nicht so alt entpuppte, schwang die Beine und vier männliche Grazien boten einen Alternativen Gardetanz „Quadriga Intima““. Der Sitzungspräsident des Rossdörfer Carneval-Clubs, Sebastian Reeg, begeisterte das Publikum mit seinem Vortrag „Heinmkinogugger“ und Pfarrer Vogl gab in der Bütt einen Vortrag über „Orgelpfeifen“ zum Besten. Niemanden hielt es jedoch mehr auf dem Stuhl, als Andreas Schmitt, bekannt aus der Mainzer Fernsehsitzung, einen geschliffenen Vortrag über Messdiener hielt.

Die Narren tobten und feierten Schmitt mit minutenlangen stehenden Beifallsbekundungen.

Mit dem Einmarsch der Prinzengarde und dem großen Sitzungsfinale mit Ann Cathrin Resch und Andres Zimber ging schließlich das Programm im restlos ausverkauften Zeughaus zu Ende. Und nach dem Motto „Je später der Abend, desto besser die Stimmung“, wurde nach dem Programm noch ordentlich weiter gefeiert. „Es war ein gelungener Auftakt und wir sind alle rundum zufrieden“, fasste Wolfgang Dörr, Pressesprecher des KVD, zusammen.

Rubriklistenbild: © Scholze

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