Einsatz einiger Dieburger für die indigene Bevölkerung Perus

Engagement im Rampenlicht

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Nicht geschauspielert: Auch wenn kein Kamerateam vom Hessischen Rundfunk vor Ort ist, setzt sich der Dieburger Zahnarzt Norbert Reiß für Menschen in Peru ein. Im Gespräch mit den Goetheschülern informierte er sich, wie die Schuhputzaktion lief und dankte den fleißigen Jugendlichen für ihr Engagement.

Dieburg - Kein Licht in den Häusern, Kinderarbeit und ein schlechtes Schulsystem – Alltag in vielen Teilen Perus. Um für etwas mehr Lichtblicke zu sorgen, engagieren sich einige Dieburger. Das interessiert auch über die Stadtgrenzen hinaus. Von Konstanze Löw 

Weltweit haben mehr als eine Milliarde Menschen keinen Zugang zur elektrischen Energie. So auch ein Gebiet in den Hochanden von Peru in der Nähe des Unesco-Weltkulturerbes Machu Picchu, weitab von den üblichen Touristenströmen. „Dort lebt die indigene Landbevölkerung völlig ohne Strom“, weiß der Dieburger Zahnarzt Norbert Reiß. Er ist Vorsitzender des Vereins „Zahnärzte helfen“ und kümmert sich mit seinem Team nicht nur darum, dass die peruanische Bevölkerung Karies loswird und Mundpflege vermittelt bekommt, sondern auch um andere elementare Dinge wie Licht.

Kurze Rast auf dem Marktplatz für Hugo Kunkel, der sich vom Goetheschüler Till Enders die Schuhe putzen ließ.

Von seinem jüngsten Projekt, bei dem in den Gemeinden Chaullaccocha und Chupani 160 Solarlampen an die Landbevölkerung verteilt wurden, erfuhr auch das Team der Sendung „Maintower“ des Hessischen Rundfunks (HR). Nachdem ein Drehtermin festgelegt wurde, stand für den Dieburger fest, dass nicht nur er Teil der Sendung sein wird. „Ich möchte klarstellen und zeigen, dass ich so ein Projekt nicht alleine stemme. Denn viele kleine Summen tragen dazu bei, dass wir in Peru helfen können“, so Reiß. Und damit meint er vor allem jene engagierten Goetheschüler, die jeden Dezember auf dem Marktplatz und einer weiteren Stelle in Dieburg bürsten, bis alle Treter glänzen. Mit ihrer Aktion „Schuhe putzen für Peru“ sind die Schüler in der Vorweihnachtszeit schon längst zur Tradition geworden – das Geld kommt Kindern in dem südamerikanischen Staat zugute, deren Eltern sich das dort fällige Schulgeld nicht leisten können.

Der Dieburger Zahnarzt Norbert Reiß bei der Übergabe der Lampen an einige indigenen Landfrauen in Chaullaccocha.

Nachdem der Drehtermin feststand, sei es für die Gymnasialklasse G9d eine Freude gewesen, Teil des Beitrags zu werden, weiß Goetheschullehrer Karl Rupp. Deshalb packten sie Bürsten, Creme und Lappen ein, um sich am Mittwochnachmittag den Schuhen einiger Dieburger anzunehmen – Engagement, das Freude zu bereiten scheint. „Es macht Spaß, nicht nur im Klassenraum zu lernen, sondern auch draußen unterwegs zu sein. So können wir schon außerplanmäßig etwas für unsere Schuhputzaktion üben – am 5. Dezember sind wir wieder länger auf dem Marktplatz und freuen uns schon jetzt darauf“, erklärt der 15-jährige Carsten Rogge. Der „PoWi“ (Politik und Wirtschaft)-Lehrer Rupp sieht noch einen weiteren Nährwert, den die Aktion mit sich bringt: Da Schuhe putzen in Peru völlig normal sei, komme es dazu, dass sich die Dieburger Schüler in die Lage der Peruaner versetzen – so beginne kulturelles Verständnis.

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Auch der Experte Reiß ist an diesem Mittwochmittag zufrieden, wenn auch etwas geschafft. „Vor laufender Kamera zu sprechen und ständig gefilmt zu werden, ist anstrengend und ungewohnt“, gibt der Zahnarzt zu. Doch für ihn hat der aufregende Dreh vor allem eines gebracht: Öffentlichkeit für den engagierten Einsatz vieler fleißiger Helfer. „Wenn der Beitrag gesendet wird, ist das ein tolles Aushängeschild für Dieburg. Darauf können wir alle stolz sein“, fügt Lehrer Rupp hinzu.

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