Drei Jahre nach der Exmatrikulation: Ehemalige Studenten des Campus Dieburg erzählen, was aus ihnen geworden ist

Der Einstieg in Lohn- und Broterwerb fiel leicht

Nina Prinoth.

Dieburg - . Um die 1 500 meist junge Frauen und Männer studieren am Campus Dieburg der Hochschule Darmstadt (HDA). Vor allem der Fachbereich Media prägt dabei das Bild. Von Jens Dörr

Die wenigsten der Studenten kommen aus Dieburg selbst, einige aus anderen Bundesländern, das Gros aus ganz Hessen.

Was aber wird aus den Menschen, wenn sie nicht mehr studieren, sondern in die Ehemaligen-Statistik der HDA aufgenommen worden sind? Der DA hat drei Studenten nach ihrem Weg seit der Exmatrikulation gefragt. Sie alle kommen aus Hessen, sie alle beendeten 2008 ihr Studium des Online-Journalismus’ mit dem Diplom, sie alle wählten im Hauptstudium den Schwerpunkt (Online-)PR und -Öffentlichkeitsarbeit.

Hans Schmucker (28, aus Michelstadt, wohnt nun in Baden-Baden) arbeitet inzwischen als Pressesprecher von media control in Baden-Baden. Media control ist ein Marktforschungs-Unternehmen, das Abverkaufs-Charts (darunter die offiziellen Top 100 Musik-Charts) und Marktforschungsdaten im Unterhaltungsbereich anbietet.

„Meine Hauptarbeitsgebiete sind die Kommunikation nach außen - via Pressemeldung, Newsletter, Social Media -, das Bereitstellen von Informationen, die Organisation von PR-Aktionen, das Geben von Interviews und so weiter“, erläutert Schmucker. Er stieg nach Ende des Studiums allerdings nicht sofort in Baden-Baden ein: „Auch wenn viele unserer Professoren uns nicht dazu rieten, habe ich nach dem Studium noch einmal ein Praktikum absolviert. Dies geschah allerdings mehr mit dem Hintergedanken, mein Geschäftsenglisch aufzubessern und praktische Erfahrungen im Ausland zu sammeln.“

Parallel zu seinem Praktikum in England bewarb sich der gebürtige Odenwälder in Deutschland und rät zu Initiativbewerbungen: „Die Chance ist zwar erstmal nicht so hoch, dass überhaupt Bedarf besteht, aber wenn, dann sind die Ansprechpartner sehr interessiert“, hat er festgestellt. Und: „Generell muss ich sagen, dass ich es mir schwerer vorgestellt hatte, einen Job zu finden.“

Eine berufliche Selbstständigkeit sei für ihn keine Option gewesen, blickt er zurück. Zum Studium in Dieburg fallen ihm beinahe nur erfreuliche Dinge ein: „Das Studium hat mich sehr gut auf das Arbeitsleben vorbereitet, da wir immer praxisnah arbeiten konnten und vor allem sämtliche Facetten von Journalismus und PR kennengelernt haben. Durch mein Grundstudium - Online-Journalismus - weiß ich, was Journalisten für eine gute Story benötigen. Durch mein Hauptstudium - Online-PR - weiß ich, wie sie diese bekommen.“ Die Professoren habe er stets nicht nur als Lehrende gesehen, sondern vor allem gegen Ende des Studiums auch als Fachkontakte in die Arbeitswelt. Schmucker hofft, baldmöglich Dieburg bei einem Ehemaligentreffen wieder einen Besuch abstatten zu können.

Nina Prinoth (27, aus Rödermark, wohnt in Ottobrunn) arbeitet seit Mitte 2010 bei der Unternehmensberatung Capgemini im Bereich „Marketing & Communications“. Zuvor war sie Projektleiterin in der Unternehmenskommunikation eines Mittelständlers aus München. „Da ich während des Studiums viel und regelmäßig in einer PR-Agentur gearbeitet habe, fiel mir die Umstellung vom Studenten- ins Berufsleben nicht schwer“, sagt sie. „Durch persönliche Kontakte hatte ich das Glück, sehr schnell einen guten Job zu finden.“ Die Selbstständigkeit sei ein Gedanke gewesen, der durch den guten Job aber hinfällig war.

Am Studium in Dieburg lobt sie: „Ich finde ziemlich gut, dass wir ein Berufs-Praxissemester absolviert haben und die Projekte stets aus der realen Arbeitswelt stammten.“ Sie räumt ein: „Leider habe ich nur noch Kontakt zu wenigen Kommilitonen. Zur Hochschule habe ich nur bei größeren Veranstaltungen wie ,alumni meet media’ Kontakt.“

Wie Schmucker und Prinoth hat Martin Otremba (32, aus Eschwege, wohnt in Darmstadt) seinen beruflichen Schwerpunkt in der Öffentlichkeitsarbeit und nicht im Journalismus gefunden. Er ist als Pressereferent der Stadt Eschborn tätig, als Darmstädter zudem durch Studium und Beruf in der Region hängengeblieben. „Der Einstieg in die Berufswelt erfolgte relativ schnell“, schaut er zurück. Nur wenige Monate nach seiner Diplomprüfung fing Otremba in Hessens reichster Stadt - gemessen am Steueraufkommen pro Einwohner - an. Die Umstellung von Studium auf Beruf habe gut geklappt, schließlich schrieb Otremba während seiner Ausbildungsjahre auch noch für seine Lokalzeitung in Nordhessen und war auch durch das Studium mit dem Acht-Stunden-Tag vertraut.

Derzeit betreut Otremba vor allem den Internet-Auftritt der Stadt Eschborn sowie das Intranet. Konkrete Aufgaben: Verfassen und Veröffentlichen von Pressemitteilungen, mediale Begleitung von großen und kleinen Veranstaltungen in Eschborn, die Pflege und Aktualisierung der Dienstleistungen im Bürger-Service sowie aller Seiten rund um die Themen Wirtschaft, Tourismus, Kultur, Familien, Kinder, Senioren und Mitbürger ausländischer Herkunft. Für das Intranet gelte das Gleiche. Eines der wichtigsten gegenwärtigen Themen sei Social Media, also das Nutzen unter anderem der sozialen Netzwerke für die interne wie externe Kommunikation im World Wide Web.

Den Blick nach Dieburg hat Otremba behalten: Er informiert sich - wie es sich für einen ehemaligen Studenten des Online-Journalismus gehört - über ein soziales Netzwerk sowie einen Newsletter über das Geschehen an der HDA.

Quelle: op-online.de

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