Einwände werden gewürdigt

Dieburg (lho) ‐ Verkehrsanbindung, Grundwasser, Kanalisation, Asbestbelastung, ein Grüngürtel und der Erhalt des Trainingsbades - all das sind Punkte, die den Anwohnern des Campus-Areals mit Blick auf die Bebauungspläne für das Gelände auf den Nägeln brennen.

Am Donnerstagabend erhielten sie im Zuge des Bauleitverfahrens bei einer Anliegerversammlung in der Ludwigshall Gelegenheit, sich noch einmal über die Pläne zu informieren und ihre Bedenken einzubringen. Planer, Vertreter der Stadt und von Corpus Sireo, der Immobilienverwaltung der Telekom, standen den rund 120 Anwohnern, die der Einladung zu der Veranstaltung in der Ludwigshalle gefolgt waren, Rede und Antwort.

Architekt Jakob Happ erläuterte noch einmal die Grundzüge des Bauprojekts. Auf dem südlichen Teil des Campus-Areals soll ein Wohngebiet mit Einzel-, Doppel- und wenigen Reihenhäusern entstehen. Die Bebauung soll insgesamt dem Motto „Wohnen im Park“ folgen, erläuterte Happ.

Verkehr bereitet am meisten Sorge

Ein Motto, das in den anschließenden Redebeiträgen aus den Reihen der Anlieger mehrfach in Zweifel gezogen wurde. Vielmehr müsse man angesichts der rund 170 Wohneinheiten eher von einer dichten Bebauung sprechen, so der Tenor.

Viel größere Sorgen bereitet den Anwohnern allerdings die Verkehrsproblematik. Bisher ist vorgesehen, das Neubaugebiet über die Max-Planck-Straße zu erschließen, die nach Schilderung der Anwohner schon jetzt völlig überlastet ist. Die Forderung der betroffenen Bürger, die sich auch zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen haben (der Dieburger Anzeiger berichtete), lautet deshalb, das Gebiet über die K 128 zu erschließen.

Hallenbad soll bis 2014 erhalten bleiben

Die Interessengemeinschaft macht sich zudem für den Erhalt des Hallenbades über das Jahr 2014 hinaus stark. Hierüber werde zur Zeit mit der Corpus Sireo verhandelt, versicherte Bürgermeister Dr. Werner Thomas.

Auch wenn es an diesem Abend vor allem darum ging, die Bedenken und Einwände der Anwohner zu sammeln, konnten Happ und Thomas bei einigen Befürchtungen der Bürger schon einmal Entwarnung geben.

Thomas: „Jeder Ihrer Einwände wird gewürdigt.“

Die asbesthaltigen Wohntürme werden abgetragen und nicht gesprengt, um eine Belastung der Umgebung mit gesundheitsschädlichem Staub zu verhindern. Auch beim Thema Grundwasser und Kanalsystem haben die Planer sich bereits Gedanken gemacht: Die Fließrichtung des Grundwassers führe von der vorhandenen Bebauung weg, so Happ. Auch für das vorhandene Kanalsystem ist nichts zu befürchten: Das Neubaugebiet erhält ein eigenständiges Abwassersystem.

Die Anwohner haben nun Gelegenheit, ihre Bedenken noch einmal schriftlich einzureichen, damit die Planer diese im weiteren Verlauf der Planungen berücksichtigen. Thomas rief dazu auf, von dieser Möglichkeit rege Gebrauch zu machen: „Jeder Ihrer Einwände wird gewürdigt“, versprach der Bürgermeister.

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