Eltern gehen jetzt im Rochus in die Schule

Dieburg - (eha)   „Alle Leut’ geh’n jetzt nach Haus’, sagen Auf Wiederseh'n, sagen: Es war schön!“ Die letzten Zeilen des Abschiedsliedes sind schon länger verklungen und doch herrscht noch reges Treiben im kleinen Sitzungszimmer des St. Rochus Krankenhauses. Gerne nutzen die Frauen noch die Gelegenheit, Kontakt unter Gleichgesinnten – allesamt frisch gebackene Mütter – zu schließen.

Und vor allem dem Nachwuchs, Babys im Alter zwischen zweieinhalb und drei Monaten, sieht man die Freude an, sich noch ein bisschen länger im Bällchenbad oder auf der Spielwiese vergnügen zu können.

Mit den Händen greifen, sich drehen, den Kopf heben, Balance üben - in der Spiel- und Krabbelstunde, einem Kursangebot der neu gegründeten Elternschule am St. Rochus Krankenhaus, wird nicht nur der Kontakt unter den Babys gefördert, sondern unter fachlicher Anleitung der Hebamme und Heilpraktikerin Manuela Paul und der Gesundheitsberaterin und Sportwissenschaftlerin Jana Driese-Wandel lernen die Kleinen auch unterschiedlichste Reize, die ihre Motorik und ihre körperliche und geistige Entwicklung fördern, spielerisch kennen.

Während die kleine Violet in einem Stillkissen liegt und freudestrahlend nach einem Tuch greift, das ihr Mutter Natalia übers Gesicht hält, liegt Felix, gehalten von Mama Andrea, bäuchlings auf einem Gymnastikball. Die Kleinen genießen sichtlich die neuen Eindrücke und freuen sich über den intensiven Kontakt zu ihren Müttern.

„Für uns ist es schön zu sehen, wie jedes Kind seine eigenen Prioritäten auch schon in diesem frühen Alter setzt. Das eine schaut sich erstmal um, muss erst ankommen. Andere Babys greifen sofort nach einem Knisterstoff oder Luftballon“, sagt Manuela Paul.

Jede der zehn Kursstunden steht unter einem anderen Thema, doch einen Zwang gibt es natürlich nicht. „Die Dauer der kleinen Spieleinheiten richtet sich nach den Babys und ist nicht starr. Schnell sieht man, was den Kindern gefällt oder wann sie die Lust an etwas verlieren“, so Paul.

Da die Spiel- und Krabbelstunde in kleinen Gruppen von vier bis fünf Mutter-Kind-Paaren stattfindet, bleibt viel Raum für individuelle Förderung und jede Mutter kann ihre Fragen zum Beispiel zum Stillen, zur Ernährungsumstellung oder der Entwicklung des Babys los werden.

Erst vor kurzem initialisierte das Dieburger St. Rochus Krankenhaus unter seinem Dach die so genannte Elternschule, die Schwangeren die Möglichkeit bietet, sich durch verschiedenste Kursangebote optimal auf die Geburt vorzubereiten und auch für die erste Zeit danach mit Rat und Tat zur Seite steht. Zum Repertoire gehören klassische Kurse wie Geburtsvorbereitung für Schwangere und Paare, Rückbildungsgymnastik, Tragetuchkurs und Babymassage (nach Leboyer) genauso wie spezielle Angebote, so unter anderem Entspannung und Yoga für Schwangere, die Spiel- und Krabbelstunde oder das Geschwisterdiplom. Einen Schwerpunkt setzt die Elternschule mit Kursen ausschließlich für (werdende) Väter. „Die Babymassage zum Beispiel bieten wir am Samstagmittag regelmäßig ausschließlich für Väter an“, sagt Ulrike Iser, die als eine der Kinderkrankenschwestern am St. Rochus im Team der Elternschule den Kurs seit Januar leitet. „Die Mütter gehen Kaffeetrinken, während die Väter mit ihrem Baby die gemeinsamen zwei Stunden ganz unter sich genießen.“ Da im Umkreis vergleichbare Angebote fehlen, erhalten die Kursangebote für Väter bereits nach der kurzen Zeit regen Zuspruch.

Weitere Kurse wie ein Kindernotfallkurs, Themenabende und Informationsveranstaltungen zu Ernährung, Osteopathie, Homöopathie, Aromatherapie oder Impfungen sollen mit entsprechenden Fachreferenten in den nächsten Monaten in das Angebot der Elternschule aufgenommen werden. Um auch die Kleinsten auf den Familienzuwachs vorzubereiten, hat die Elternschule am St. Rochus neu einen besonderen Kurs speziell für „werdende Geschwister“ zusammengestellt. In einem zweistündigen Kursus können dabei Drei- bis Neunjährige das so genannte. Geschwisterdiplom erwerben. „Wir möchten die Kinder auf ihre Rolle als ‚große’ Geschwister einstimmen und sie altersgerecht auf den Umgang mit ihrem Geschwisterchen vorbereiten“, erklärt Ulrike Iser den Hintergrund. Die Kinder lernen an Puppen, ein Neugeborenes richtig zu halten, es richtig an- und auszuziehen, zu wickeln, zu baden und füttern.

Ein Besuch im Kreißsaal und Kinderzimmer mit auf das Alter abgestimmten Erklärungen rundet den Kurs ab. Jedes Kind erhält am Ende neben einem kleinen Geschenk eine entsprechende Urkunde, das es als „diplomiertes Geschwisterkind“ ausweist.

Interessierte können ihr Kind unter 06071/205-183 für das „Geschwisterdiplom“ anmelden.

Informationen über alle weiteren Kursangebote und Termine der Elternschule gibt es auch bei der Hebamme Manuela Paul unter 06071/81629.

Ganze Familie wird miteinbezogen

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