Endlich wird in der Altstadt gebaggert

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Jetzt hat das Warten endlich ein Ende: Mit einer regelrechten Spatenparade gab Dieburgs Politprominenz gestern den Startschuss für den Bau der neuen Stadthalle und den „Penny“-Markt. Getrübt wird die Freude für Bürger und Geschäftsleute jedoch durch die nun fehlenden Parkplätze in Innenstadtnähe.

Dieburg (hov) ‐ Manchmal ist ein einzelner Spaten einfach nicht genug für einen Spatenstich. Und auf dem Altstadtgelände wäre gestern sogar ein Dutzend zu wenig gewesen.

Der unter den Augen vieler Neugieriger zelebrierte Baubeginn für die neue Stadthalle und den von vielen Dieburgern lang ersehnten Lebensmittelmarkt in der Nähe der Innenstadt verlangte nach einer regelrechten Spatenparade. Mit 15 Exemplaren wälzten Offizielle aus Verwaltung und Politik, Kreisbauamt und Investor-Firma in Reih und Glied symbolisch das Erdreich um. Da konnte sich der ein oder andere Betrachter die naheliegende Frage nicht verkneifen: „Müssen die Stadtverordneten das Loch für die neue Halle jetzt selbst graben, weil das Loch in den Kassen zu groß ist?

Doch so weit ist es noch nicht gekommen - ab sofort werden die Bagger übernehmen. Denn in den nächsten Wochen gilt es, mehr Erde zu bewegen, als eine normale Schaufel jemals fassen könnte: Mehr als 5 000 Kubikmeter Erde müssen ausgehoben werden. Der Rohbau des 6,3-Millionen-Euro-Projekts Stadthalle soll im Januar begonnen und im Juli gefeiert werden. Komplett fertig sein könnte die Stadthalle, die auf der Südseite des Geländes zur Straße „Hinter der Schießmauer“ hin entsteht, im Frühjahr 2011.

„Penny“-Markt soll schon nächsten Sommer öffnen

Dann soll der neue „Penny“-Markt, mit dessen Bau der Investor „MCC“-Projekt aus Pirmasens ebenfalls gestern begonnen hat, schon fast ein Jahr eröffnet sein. Über 3 000 Artikel sollen dort auf etwa 1 200 Quadratmetern Verkaufsfläche angeboten werden, knapp ein Drittel davon Discountwaren. Dazu wird es am nördlichen Rand des Marktes kleinere Shops geben, die etwa einen Bäcker oder Metzger beherbergen und so zugleich eine Verbindung des neuen Supermarktes mit der Fußgängerzone Zuckerstraße schaffen sollen.

Gestern galt es für die Wegbereiter aber zunächst, mit verbalem Handwerkszeug nochmals demonstrativ die Vorteile darzulegen, die Dieburg von der Entwicklung des Areals zu erwarten hat. „Heute beginnt endlich auch nach außen sichtbar das, worauf viele seit Jahren warten und an das andere schon lange nicht mehr glauben wollten“, sagte Bürgermeister Dr. Werner Thomas, bevor er gemeinsam mit Stadtverordnetenvorsteher Dr. Harald Schöning, Architekt Tilman Lange und viel Politprominenz zum Grabgerät griff.

Parkplätze werden schmerzlich vermisst

Bis man in Dieburg in den beiden seit Jahren diskutierten Bauten einkaufen und feiern kann, werden aber nicht nur die Anwohner des Baugebiets noch einiges aushalten müssen. Besonders die Parkplätze, die durch den Baubeginn in Innenstadtnähe verloren gegangen sind, werden von Geschäftsleuten wie Kunden schmerzlich vermisst. Thomas versicherte gestern, dass die Stadt „mit Hochdruck an einer Lösung für das Parkproblem arbeitet.“ Nach Abschluss der Bauarbeiten werden wieder über 140 Parkplätze zur Verfügung stehen.

Wer sich bis dahin schon mal ein Bild von der neuen Stadthalle machen möchte, kann sie im Rathaus als Modell besichtigen.

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