„Mitarbeitern viel abverlangt“

Energetische Sanierung des Amtsgerichts vor dem Ende

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Die Sanierung des Amtsgerichts ist so gut wie fertig, nur Restarbeiten stehen an.

Dieburg - Als eine „Operation am offenen Herzen“ bezeichnete der frühere Amtsgerichtsdirektor Frank Richter die Sanierung des Hauses wegen der besonderen logistischen Herausforderung – für Mitarbeiter und Firmen. Von Stefan Scharkopf 

Die Gerüste sind fast alle abgebaut und die Arbeiten so gut wie erledigt. Lediglich im Eingangsbereich gibt es an der Holzedecke noch etwas zu tun. Im Januar soll alles abgeschlossen und das Amtsgericht komplett energetisch saniert sein.

Auf 5,5 Millionen Euro wurde das ganze Projekt taxiert. Ziemlich genau ein Jahr wurde gewerkelt. Die schadhaften Stellen im Beton der Fassade sind saniert, über 200 Fenster wurden gegen Energiesparmodelle ausgetauscht, aufs Dach kam eine Photovoltaikanlage und die Heizung ist nun auf dem neuestem Stand.

„Das wird eine Operation am offenen Herzen“, beschrieb der damalige Amtsgerichtsdirektor Frank Richter die logistische Herausforderung für das Fitmachen des Gebäudes aus dem Jahr 1981. „Eigentlich wollte ich drei Fenster repariert haben, die nicht mehr dicht waren“, sagte er seinerzeit. Beim zuständigen Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen hatte man ihn darauf aufmerksam gemacht, dass es Mittel für eine energetische Sanierung aus einem Förderprogramm gebe, das erst vor zwei Jahren aufgelegt wurde. „Und da haben wir uns beworben und den Zuschlag bekommen“, so Richter.

Und eine Operation am offenen Herzen wurde es dann auch. Das Problem: Die Sanierung musste im laufenden Betrieb erledigt werden und alle Fördermittel mussten bis Ende des laufenden Jahres verbaut sein. Auf den Firmen lastete also Zeitdruck. Aber auch die 85 Mitarbeiter im Gericht hatten einiges zu schultern. „Wir haben ihnen viel abverlangt“, sagt Richters Amtsnachfolger Ernst Porschitz, „wir sind von Flügel zu Flügel innerhalb des Hauses umgezogen, und es gab erhebliche Lärm- und Staubbelästigungen.“

Von letzterem waren auch die Nachbarn betroffen. „Es gab zwar keine direkten Beschwerden“, so Porschitz, „aber die Leute haben natürlich schon nachgefragt, wann wir denn fertig sind.“ Gerade die Betonarbeiten im Sommer waren nicht ohne.

In dieser Jahreszeit kamen auch die Verhandlungssäle dran, weil sie nicht so oft benötigt wurden. Neben dem großen Familiensitzungssaal gibt es noch zwei für Strafverfahren und einen für Zivilangelegenheiten; dazu gehören noch Nebenräume.

Ist die Sanierung komplett abgeschlossen – noch müssen Baufahrzeuge rein- und rausfahren – wird auch das Tor zum Parkplatz, Zufahrt über die Mühlgasse, wieder dicht gemacht.

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