Entspannen in Parks

Dieburg bekommt Panoramaliegen

So lässt es sich aushalten: Solche Panoramaliegen – oder ähnliche Modelle – werden in drei Wochen auch in Dieburg aufgestellt. 
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So lässt es sich aushalten: Solche Panoramaliegen – oder ähnliche Modelle – werden in drei Wochen auch in Dieburg aufgestellt. Symbol

Ruhesuchende haben in wenigen Wochen die Gelegenheit, komfortabel zu relaxen. Möglich macht dies das sogenannte Regionalbudget, das mehr als 500 Kleinprojekte fördert – eins davon in Dieburg

Dieburg – Wer Ruhe sucht und eine Verschnaufpause machen will, hat in drei Wochen einen Grund mehr, den Schlossgarten oder den Fechenbach-Park anzusteuern. In diesen beiden idyllischen Refugien laden künftig Panoramaliegen zum gepflegten Nichtstun ein.

Möglich wird das dadurch, dass sich die Stadt Dieburg, genauer die Wirtschaftsförderung in Person von Sylvia Tautz, für das sogenannte Regionalbudget interessiert hatte. Dabei handelt es sich um ein Förderangebot für Kleinprojekte. Vereine, Verbände, Kirchen, Kommunen oder Kleinstunternehmen in den ländlichen Regionen können darüber Geld für die Umsetzung von kleineren Projektideen und Maßnahmen beantragen.

Das Regionalbudget ist ein Programm des Bundes im Rahmen der „Integrierten ländlichen Entwicklung“ in Kooperation mit dem Land Hessen. Damit sollen Kleinprojekte zwischen 1 000 und 20 000 Euro auf dem flachen Land gefördert werden. Ziel ist eine Unterstützung des bürgerlichen Engagements vor Ort. Die Finanzspritze kann einmal im Jahr beantragt werden, die Kampagne läuft bis Ende 2023.

Unterstützt werden beispielsweise bauliche Investitionen oder die Anschaffung von Ausstattungsgegenständen. Voraussetzung ist, dass das Vorhaben im Jahr der Beantragung komplett umgesetzt werden kann und auf einen längeren Nutzungszeitraum angelegt ist.

Die Entscheidung über die finanzielle Hilfe wird in den hessischen Leader-Regionen getroffen. Die Abkürzung Leader steht für das Französische „Liaison entre actions de développement de l’économie rurale“, bedeutet übersetzt: Verbindung zwischen Aktivitäten zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft und ist ein Maßnahmenprogramm der Europäischen Union, mit dem seit 1991 modellhaft innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden.

Kaum war das Regionalbudget bekannt, standen im Frühjahr die Telefone nicht mehr still, wie die Landkreisverwaltung mitteilt.

Die lokalen Leader-Akteure in Hessen wählten in diesem Jahr insgesamt 547 Kleinprojekte aus – dahinter verbirgt sich eine Gesamtinvestition von knapp 5,5 Millionen Euro. Die Vorhaben werden mit bis zu 80 Prozent (maximal 16 000 Euro) gesponsert.

Der Bund und das Land Hessen werden die Umsetzung dieser zahlreichen Kleinstprojekte über den Sonderrahmenplan für die ländliche Entwicklung mit einer Summe von 4 Millionen Euro unterstützen. Die hessischen Leader-Regionen stockten diesen Betrag noch einmal um 410 000 Euro auf und legten die Schwerpunkte für eine Förderung über das Regionalbudget fest.

In der Leader-Region Darmstadt-Dieburg beträgt die Summe insgesamt rund 200 000 Euro, bei einer Gesamtinvestition von 250 000 Euro. Die Zusagen umfassen ein breites Spektrum von unterstützenswerten Maßnahmen. Dazu zählen nach Angben der Kreisverwaltung die Investition in energiesparende Kühlanlagen der Dorfläden in Altheim und Langstadt, ebenso wie kleinere bauliche Maßnahmen oder Anschaffungen, die für die Attraktivität der Vereine wichtig sind, wie etwa Trainingsgeräte für die Radsportgemeinschaft Ober-Ramstadt, der Ausbau der Beregnungsanlage des FC Victoria Schaafheim, die Ausstattung des Imkervereins Modautal-Fischbachtal oder die Schutzhütte der Naturfreunde Schaafheim.

Um den Kultur- und Freizeitwert der Region weiter zu steigern, werden drei Skulpturen an der Grube Messel unterstützt, in Roßdorf soll der Rundweg Geisenwald-Roßberg mit Infotafeln ausgestattet werden, in Raibach ein Rundweg zur Sozialgeschichte entstehen. Mit einem neuen Hör-Erlebnis sollen Wanderer nach Groß-Bieberau gelockt werden. Und im Dieburger Schlosspark können Gäste künftig also auf Panoramaliegen entspannen. Acht solcher Relax-Stationen wird es geben, wo wie viele im Schlossgarten und/oder im Fechenbach-Park aufgestellt werden, soll am morgigen Freitag bei den regelmäßigen Treffen von Bürgermeister Frank Haus, Wirtschaftsförderin Sylvia Tautz und Gewerbevereinsvorsitzender Evelin Allmann besprochen werden.

Die etwa 1,90 Meter breiten Liegen werden per Erdverankerung befestigt, ein Fundament, so Tautz, ist nicht notwendig. 13 000 Euro kosten die Möbel insgesamt, der städtische Anteil liegt bei 3 500 Euro.

Weitere Infos zum Regionalprojekt gibt es online.

Infos im Internet

www.region-darmstadt-dieburg.de

(Von Stefan Scharkopf)

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