Was entsteht auf Campus?

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Jens Jakob Happ von „happarchitecture“ erläutert interessierten Bürgern den Siegerentwurf seines Büros für die Campus-Bebauung.

Dieburg ‐  Jetzt können sich die Dieburger selbst ein Bild davon machen, was das größte Bauprojekt ihrer Stadt in der näheren Zukunft betrifft: Seit Donnerstag sind im Museum alle Entwürfe zu sehen, die Architektur-Büros im Rahmen der Neugestaltung des Campus-Areals bei den Auftraggebern, Stadt Dieburg und Corpus Sireo, ablieferten. Von Jens Dörr

Da auch einige der Architekten selbst vor Ort waren, nutzten mehrere Bürger gleich den Rundgang nach der Eröffnung, um direkt mit den Machern hinter den Entwürfen zu diskutieren. Das geplante Verschwinden des Hallenbads war dabei ebenso Reizthema wie die Gestaltung der beiden Teiche im östlichen Teil des von Corpus Sireo noch an einen Investor zu verkaufenden Areals und die Anzahl der geplanten Wohneinheiten. Dabei blieb der Sieger des Wettbewerbs, das Büro „happarchitecture“, am unteren Ende der Vorgaben, die eine Anzahl von 160 bis 200 Wohneinheiten vorsahen, wie Sireo-Vertreter Sascha Querbach sagte.

18 Reihenhäuser, 80 Doppel- und 67 Einfamilienhäuser?

Architekt Jens Jakob Happ von „happarchitecture“ erläuterte seine bisherige Planung dann persönlich, die ihm den ersten Platz unter den elf Entwürfen einbrachte, von denen fünf in die zweite Auswahlphase gekommen waren. Happ stellt sich auf der neu zu gestaltenden Gesamtfläche von rund 104 000 Quadratmetern dabei 165 Grundstücke vor. Auf einem Nettobauland von knapp 58 000 Quadratmetern könnte es laut erstem Entwurf 18 Reihenhäuser, 80 Doppelhäuser und 67 Einfamilienhäuser geben. Die Einfamilienhäuser sollen laut bisheriger Planung vor allem im Osten des Gebiets rund um den Teich hinter dem Hallenbad entstehen. Auch der zweite Teich weiter nördlich Richtung Club Biergarten soll bestehen bleiben – „happarchitecture“ wünscht sich wie die Stadt ein Viertel, in dem die Natur in ihren bisherigen Strukturen nicht gänzlich weichen muss. Dazu soll auch die Erhaltung möglichst vieler Bäume gehören. Im Unterschied zu den anderen Entwürfen schließt die Neubebauung in der Planung von „happarchitecture“ im Süden des zu erhaltenen Bereichs des Campus nicht ganz so dicht an. Damit bleibt auch künftig Raum erhalten, wo heute Freiflächen zu finden sind.

Schon 2012 könnte in Dieburgs Osten gebaut werden

Gefolgt wurde der Entwurf von Happs Büro im Ranking übrigens von dem einer Studentengruppe in Zusammenarbeit mit Professor Ernst Scheffler. Auch dort wurde „Grün“ als wichtige Farbe für das Neubaugebiet berücksichtigt, parkartige Bepflanzung und freie Plätze flossen in diesen Entwurf ein. Teil des Sieger-Entwurfs Happs, das gibt es in der Ausstellung ebenfalls zu sehen, ist auch ein kleines Mischgebiet mit Gewerbeflächen. Für das – ebenso wie für den Rest des Neubaugebiets, in dessen Wohngegend „happarchitecture“ die Straßen etwa „Am See“, „Am Matternpark“ oder „Am Campusbogen“ genannt hat – könnte bis Herbst 2010 der Bebauungsplan stehen, der nun nach der Überarbeitung des Entwurfs erstellt werden muss.

Corpus Sireo kann dann gezielt nach einem Investor suchen, der sich in das Großprojekt einbringen möchte und das Gelände für die Neubebauung erschließt. Das dürfte bereits 2011 möglich sein, der Investor könnte parallel dazu schon nach Interessenten für die Grundstücke suchen. Unter Umständen wird dann 2012 bereits gebaut in Dieburgs Osten, wo rund 500 zusätzliche Menschen wohnen könnten. Dort, wo das Hallenbad bis Silvester 2014 durch einen Pachtvertrag gesichert ist, könnten die Bagger aber erst 2015 anrücken.

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