Wer entwickelt Rochus-Gelände?

Ein Ende des Dornröschenschlafs kommt in Sicht: Mit der Neuordnung der Eigentumsverhältnisse wird der Boden für neue Nutzungen auf dem Areal des ehemaligen Rochus-Krankenhauses im Herzen von Dieburg geschaffen. Foto: sr

Nach den Sommerferien wollen die Städte Darmstadt und Dieburg die Eigentumsverhältnisse neu ordnen – der Einbezug von Investoren ist möglich. VON SEBASTIAN RICHTER

Dieburg – Die Konturen einer künftigen Nutzung des Rochus-Geländes in Dieburg werden nach und nach deutlicher. Eigentümer ist die Stadt Darmstadt, die Schaffung der rechtlichen Grundlagen für eine Neubebauung des gut einen Hektar großen innerstädtischen Filetstücks liegt in den Händen der Stadt Dieburg. Das heißt: Nur gemeinsam geht es auf dem Weg in die Zukunft weiter. Beide Städte sind sich einig, nach den Sommerferien über Veräußerung und Erwerb zu sprechen. Dabei könnten auch Investoren mit ins Boot steigen. „In den Startlöchern stehen die üblichen Verdächtigen“, sagt Dieburgs parteiloser Bürgermeister Frank Haus lächelnd. Allerdings behält sich auch die Stadt eine Option für den Erwerb der Immobilie vor, „allein oder Hand in Hand mit Investoren“.

Der Wert der Liegenschaft hängt stark davon ab, welche Nutzung(en) eine städtische Bauleitplanung ermöglicht. Die Veränderungssperre, die zusammen mit dem Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan vor zwei Jahren über das Gelände verhängt worden ist, wurde in der letzten Sitzung der Stadtverordneten vor der Sommerpause jetzt noch einmal um ein Jahr verlängert. Das ist das Maximum des baurechtlich Zulässigen, betont aber zunächst einmal, dass sich die Stadt die Souveränität der Bauleitplanung weiterhin gesichert hat. Nun müssen aber bald inhaltliche Taten folgen, denn eine reine „Verhinderungsplanung“ verbietet das hessische Baurecht.

Ein grobes Nutzungskonzept haben die Dieburger Kommunalpolitiker bereits beschlossen. Es umfasst allerdings nicht viel mehr als einige Stichworte wie zum Beispiel medizinische Versorgung, Seniorenwohnen, Seniorenpflege und – für die Dieburger Innenstadt immer ein Thema – Parken.

Mit der Ermittlung der Bedarfe ist das Hamburger Unternehmen OptiMedis betraut – dasselbe, das auch den Landkreis Darmstadt-Dieburg in Fragen der gesundheitlichen Versorgung seiner Bevölkerung berät und dort bereits einen Entwurf für die Strukturen im Jahr 2025 abgeliefert hat. „Das Interesse der Mediziner an dem Standort ist sehr groß“, freut sich der Bürgermeister. Etwas mehr Zeit hätten die potenziellen Anbieter des (betreuten) Seniorenwohnens für die Entwicklung ihrer Konzepte gebraucht. Interesse haben die Caritas, die Partner der Rochus-Stiftung beim Betrieb des Altenzentrums in der Gerhart-Hauptmann-Straße ist, die Johanniter, und die Mission Leben, die in Dieburg mit dem Haus Priska bereits eine Seniorenpflegeeinrichtung in einer angemieteten Immobilie betreibt.

Man rechne inzwischen mit einem Volumen von 50 Wohnungen. Zusammen mit den medizinischen Einrichtungen – zu denen laut Haus nun auch ein Medizinisches Versorgungszentrum zur hausärztlichen Versorgung gehören soll – wird so viel Raum benötigt, dass der Anteil fürs öffentliche Parken schrumpft. Vor wenigen Tagen sei ein zweiter Entwurf für die Flächennutzung vorgelegt worden. Nun haben bis zum Ende der Sommerferien die Nachbarn Zeit für eine Stellungnahme. Auch die interessierten Ärzte sollen bis zum Ende der Ferien Interessenbekundungen vorlegen.

Auf dieser Grundlage wird dann weiter geplant. „Ein Konzept soll dann noch vor den Herbstferien vorliegen“, blickt der Bürgermeister optimistisch in die Zukunft.

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